Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen liegen zur Tagesmitte hin deutlich im Plus. Gestützt auf starke Vorgaben aus Asien und positive US-Futures gewinnt der Dow Jones
EURO STOXX 50 aktuell 4,03 Prozent auf 2.385,49 Punkte.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legt 2,24 Prozent zu auf 2.104,27 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 klettert daneben um 2,85 Prozent auf 533,05 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen tendieren ebenfalls freundlich.
Der britische Ölkonzern BP meldete heute, dass er Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Quartal angesichts rekordhoher Ölpreise und gestiegener Gaspreise jeweils deutlich steigern konnte. Die Aktie gewinnt an der Londoner Börse fast 8 Prozent. Titel des Mitbewerbers Royal Durch Shell legen gut 7 Prozent zu. Im Bergbausektor gewinnen mitunter BHP Billiton 6,7 Prozent und Rio Tinto 8,7 Prozent.
Für Anteilsscheine der BG Group geht es um über 5 Prozent nach oben. Der Energie- und Erdgasversorger gab heute bekannt, dass er die Anteile der australischen Queensland Gas, die sich noch nicht in seinem Besitz befinden, für 5,2 Mrd. Australische Dollar übernehmen will.
Nach den massiven Kursgewinnen bei der Aktie des Wolfsburger Autobauers Volkswagen rücken in Paris auch die beiden Mitbewerber Renault und Peugeot in den Blick. Hier sind zur Stunde Kurszuwächse von jeweils mehr als 6 Prozent auszumachen.
In Madrid gewinnen Papiere von Santander gut 3 Prozent. Die größte Bankgesellschaft in Spanien meldete zuvor, dass ihr Gewinn im dritten Quartal gestiegen ist. AEGON sacken dagegen in Amsterdam um über 8 Prozent ab. Wie heute bekannt wurde, hat der Versicherer das staatliche Rettungspaket der niederländischen Regierung in Anspruch genommen. Ferner gab AEGON die vorläufigen Geschäftszahlen für das laufende Fiskaljahr bekannt. Anteilsscheine des Navigations-Spezialisten TomTom wiederum verfestigen sich nach besser als erwarteten Zahlen um mehr als 5 Prozent.
Indexstände (14:08 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.385,49 (+4,03 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.104,27 (+2,24 Prozent)
EURONEXT 100: 533,05 (+2,85 Prozent)
FTSE 100 (London): 3.989,16 (+3,54 Prozent)
CAC40 (Paris): 3.138,50 (+2,32 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 19.179,00 (+0,46 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 8.133,30 (+1,54 Prozent)
SMI (Zürich): 5.595,37 (+1,72 Prozent)
ATX (Wien): 1.736,48 (+3,62 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die britische Ölkonzern BP plc (
ISIN GB0007980591 /
WKN 850517 ) erklärte heute, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um 83 Prozent gestiegen ist, was auf rekordhohe Ölpreise und gestiegene Gaspreise zurückzuführen ist. Der Gesamtumsatz konnte ebenfalls deutlich gesteigert werden.
Der britische Energie- und Erdgasversorger BG Group plc (
ISIN GB0008762899 /
WKN 931283 ) gab heute bekannt, dass er die Anteile der australischen Queensland Gas Co. Ltd. (
ISIN AU000000QGC2 /
WKN A0DNDY ), die sich noch nicht in seinem Besitz befinden, für 5,2 Mrd. Australische Dollar übernehmen will. Der britische Konzern ist bereits mit 9,9 Prozent an dem in Brisbane ansässigen Unternehmen beteiligt.
Der französische Werbekonzern Publicis Groupe S.A. (
ISIN FR0000130577 /
WKN 859386 ) wies im dritten Quartal angesichts der sich verschärfenden Finanzkrise einen Umsatz auf Vorjahresniveau aus. Währungs- und akquisitionsbereinigt lag das Wachstum bei 3,9 Prozent.
Die niederländische TomTom N.V. (
ISIN NL0000387058 /
WKN A0ET88 ) musste im dritten Quartal angesichts gesunkener Margen einen Ergebnisrückgang ausweisen. Wie der auf Navigationsgeräte spezialisierte Konzern heute erklärte, wurde beim Gesamtumsatz ein leichter Anstieg ausgewiesen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern angesichts der schwachen konjunkturellen Gesamtaussichten einen etwas schwächeren Absatzanstieg bei Navigationsgeräten. Demnach geht man auf Konzernebene inklusive der übernommenen Tele Atlas N.V. von einem Umsatz im Bereich von 1,75 bis 1,85 Mrd. Euro aus. Die EBITDA-Marge soll im Bereich von 20 bis 24 Prozent liegen. Zuvor hatte der Konzern noch einen Umsatz im Bereich von 1,95 bis 2,15 Mrd. Euro sowie eine EBITDA-Marge von 20 bis 25 Prozent für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht gestellt.
Der niederländische Versicherer AEGON N.V. (
ISIN NL0000303709 /
WKN A0JL2Y ) hat das staatliche Rettungspaket der niederländischen Regierung in Anspruch genommen. Wie aus einer heute veröffentlichten Presseerklärung hervorgeht, werde man im Rahmen der Vereinbarung 3 Mrd. Euro an zusätzlichen Mitteln in Anspruch nehmen, um die Eigenkapitalbasis zu stärken. Im Gegenzug erhält der niederländische Staat nicht stimmberechtigte Vorzugsaktien. Eine Schlussdividende für das laufende Geschäftsjahr werde nicht ausgezahlt. Im Anschluss gab AEGON die vorläufigen Geschäftszahlen für das laufende Fiskaljahr bekannt. Dabei geht der Versicherungskonzern von einem Rückgang beim Vorsteuerergebnis um 28 Prozent aus. Beim Nachsteuergewinn wird ein Verlust von rund 350 Mio. Euro erwartet.
Die angeschlagene Fluggesellschaft Austrian Airlines AG (AUA) (
ISIN AT0000620158 /
WKN 875224 ) musste in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres angesichts der schwieriger werdenden konjunkturellen Rahmenbedingungen sowie der weiter hohen Kerosinpreise einen deutlichen Verlust ausweisen. Wie der österreichische Flugkonzern heute erklärte, lag der Umsatz im Berichtszeitraum auf Vorjahresniveau. Das vierte Quartal wird aus heutiger Sicht durch einen abrupten Einbruch der Nachfrage, negative Effekte aus dem Fuel-Hedging und dem stärker werdenden US-Dollar beeinflusst sein, teilte die Fluggesellschaft weiter mit. Angesichts des einsetzenden Wirtschaftsabschwungs und den daraus resultierenden Buchungsrückgängen ließe sich die bisherige Umsatzprognose nicht mehr aufrechterhalten. Vor Einmaleffekten erwartet der Konzern nunmehr einen Jahresverlust von 100 bis 125 Mio. Euro. In Zusammenhang mit dem laufenden Privatisierungsprozess sei noch keine Entscheidung über den Verkauf des ÖIAG-Anteils getroffen worden.
Die Banco Santander Central Hispano S.A. (Santander) (
ISIN ES0113900J37 /
WKN 858872 ), die größte Bankgesellschaft in Spanien, meldete heute, dass ihr Gewinn im dritten Quartal gestiegen ist, was mit höheren Erträgen in Spanien und Lateinamerika zusammenhängt. Die Nettozinseinnahmen erhöhten sich dabei deutlich. (28.10.2008/ac/n/m)