Paris (aktiencheck.de AG) - Nach der fulminanten Entwicklung am Freitag machen die Anleger zum Wochenauftakt Kasse. Der Dow Jones
EURO STOXX 50 verliert derzeit 0,12 Prozent und steht bei 3.249,06 Punkten.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 büßt 0,38 Prozent ein auf 2.798,58 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gibt 0,15 Prozent ab auf 749,12 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen melden gemischte Vorzeichen.
Bankenwerte stehen nach den Plänen der US-Regierung zur Eindämmung der Finanzkrise weiter im Blick. In London preschen Barclays um rund 28 Prozent nach oben. Einem Pressebericht zufolge ist die Großbank wie auch das japanische Brokerage-Unternehmen Nomura am Europa-Geschäft der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers interessiert. Anteilsscheine des Mitbewerbers RBS liegen dagegen mit gut 7 Prozent im Minus. Bradford & Bingley rücken um über 8 Prozent vor. Die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA befindet sich derzeit auf der Suche nach einem Käufer für den angeschlagenen Hypothekenfinanzierer, so zumindest ein Pressebericht.
In Paris geben Michelin mehr als 3 Prozent ab. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Chef des weltgrößten Reifenherstellers Interesse an der Reifensparte von Continental bekundet hat. Sanofi-Aventis verlieren daneben 1,4 Prozent, nachdem der Pharmakonzern die Übernahme des tschechischen Generikaherstellers Zentiva für 1,8 Mrd. Euro angekündigt hat. Deutlich fester tendieren mitunter BNP Paribas (+1,4 Prozent) und Crédit Agricole (+3,4 Prozent).
Am Züricher Aktienmarkt ziehen Credit Suisse um 2,1 Prozent und UBS um 1,8 Prozent an. Presseangaben zufolge gibt Jan-Christian Dreesen, Deutschland-Chef der UBS, inmitten der Finanzkrise für die eigene Bank weitestgehend Entwarnung. Die in der vergangenen Woche stark gesuchte Holcim-Aktie sticht mit einem Minus von rund 14 Prozent ins Auge. Wie heute bekannt wurde, hat sich der russische Mitbewerber Eurocement mit rund 6,5 Prozent bei Holcim eingekauft.
Indexstände (14:09 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 3.249,06 (-0,12 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.798,58 (-0,38 Prozent)
EURONEXT 100: 749,12 (-0,15 Prozent)
FTSE 100 (London): 5.304,96 (-0,12 Prozent)
CAC40 (Paris): 4.314,60 (-0,24 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 27.952,00 (+0,27 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 11.437,60 (-1,04 Prozent)
SMI (Zürich): 6.986,42 (-0,55 Prozent)
ATX (Wien): 3.256,73 (+1,36 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Das größte japanische Brokerage-Unternehmen Nomura Holdings Inc. (
ISIN JP3762600009 /
WKN 857054 ) übernimmt offenbar mit Ausnahme der südkoreanischen Sparte die Asien-Aktivitäten der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. (
ISIN US5249081002 /
WKN 891041 ). Wie die "Financial Times" heute unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, wurde heute eine entsprechende Vereinbarung erzielt. Darüber hinaus könnte Nomura einige Europa-Assets von Lehman Brothers übernehmen. Eine offizielle Bestätigung und weitere Details werden im Laufe des Tages erwartet, so der Artikel. Dem Bericht zufolge ist auch die britische Bankgesellschaft Barclays plc (
ISIN GB0031348658 /
WKN 850403 ) am europäischen Geschäft der Amerikaner interessiert.
Die britische Finanzaufsichtsbehörde Financial Services Authority (FSA) befindet sich einem Pressebericht zufolge derzeit auf der Suche nach einem Käufer für den angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Bradford & Bingley plc (
ISIN GB0002228152 /
WKN 602362 ). Wie die britische Tageszeitung "The Times" unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, konnte die FSA bislang jedoch keinen Käufer für die im Zuge der allgemeinen Finanzkrise in Schieflage geratene Hypothekenbank ausfindig machen. Zuletzt habe die britische Finanzaufsicht unter anderem Gespräche mit der National Australia Bank (NAB), dem niederländischen Allfinanzkonzern ING Groep N.V. (
ISIN NL0000303600 /
WKN 881111 ) sowie der spanischen Großbank Banco Santander S.A. (
ISIN ES0113900J37 /
WKN 858872 ) geführt, ohne dabei jedoch bislang zählbare Erfolge vorweisen zu können. Bradford & Bingley selbst sieht sich nicht auf fremde Hilfe angewiesen: Nach Aussage des Hypothekenfinanzierers habe man derzeit weder finanzielle Probleme noch befinde man sich in Verhandlungen mit einer der drei oben genannten Banken, erklärte die Bankgesellschaft gegenüber der Zeitung.
Der Chef des weltgrößten Reifenherstellers Compagnie Générale d. Etablissements Michelin SCPA (
ISIN FR0000121261 /
WKN 850739 ) hat in einem Interview Interesse an der Reifensparte der Continental AG (
ISIN DE0005439004 /
WKN 543900 ) bekundet. Sollte sich im Zuge der Schaeffler-Übernahme die Gelegenheit zum Kauf bieten, "würden wir sie mit großer Aufmerksamkeit prüfen, auch wenn es kartellrechtliche Probleme geben könnte", sagte Michel Rollier im Gespräch mit der "WirtschaftsWoche". Wie der Vorstandschef weiter ausführte, wolle Michelin künftig seine Geschäftsaktivitäten verstärkt in Schwellenländern ausbauen.
Die französische Sanofi-Aventis S.A. (
ISIN FR0000120578 /
WKN 920657 ), Frankreichs größter Pharmakonzern, gab heute bekannt, dass sie den tschechischen Generikahersteller Zentiva N.V. (
ISIN NL0000405173 /
WKN A0B5ZZ ) für rund 1,8 Mrd. Euro übernehmen wird, nachdem sie ihre letzte Offerte angehoben hat. Im Rahmen der Transaktion zahlt der Konzern über seine vollständige Tochter Sanofi-Aventis Europe nun 1.150 Tschechische Kronen (CZK) pro Zentiva-Aktie in bar, nach bisher gebotenen 1.050 CZK pro Aktie. Das Zentiva-Board hat das verbesserte Angebot einstimmig angenommen.
Presseangaben zufolge gibt Jan-Christian Dreesen, Deutschland-Chef der schweizerischen Großbank UBS AG (
ISIN CH0024899483 /
WKN UB0BL6 ), inmitten der Finanzkrise für die eigene Bank weitestgehend Entwarnung. "Ich bin mir sicher, dass wir das Gröbste überstanden haben. Wir haben genug Kapital und Liquidität", so Dreesen gegenüber der "WirtschaftsWoche". Auch habe die Bank transparent und zügig abgeschrieben, was allerdings ihre Reputation beschädigt habe.
Der schweizerische Nahrungsmittelkonzern Nestlé S.A. (
ISIN CH0038863350 /
WKN A0Q4DC ) gab am Sonntag bekannt, dass keine seiner Produkte in China mit durch Melamin verdorbener Milch hergestellt wurden. Hintergrund sind in Hongkong erschienene Pressemeldungen, in denen behauptet wird, dass Spuren von Melamin in einer Nestlé-Aufbaumilch gefunden worden seien. Den Angaben zufolge erklärte die Abteilung für Ernährung und Umwelthygiene der Regierung in Hongkong in einem soeben veröffentlichten Bericht, dass das in den Medienberichten erwähnte Produkt Neslac Gold 1+ sicher ist und darin keine Spuren von Melamin gefunden wurden.
Die Eurocement Holding AG hat eine Beteiligung an der Holcim Ltd. (
ISIN CH0012214059 /
WKN 869898 ) erworben. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hat der Stimmrechtsanteil der Eurocement an dem schweizerischen Zementhersteller am 19. September durch den Erwerb von Aktien bei 6,52 Prozent gelegen. Die EuroCement Holding AG gehört zum russischen Zementhersteller EuroCement Group mit Sitz in Moskau. (22.09.2008/ac/n/m)