Paris (aktiencheck.de AG) - Belastet von schwachen Vorgaben aus Übersee, Rezessionsängsten und der Beinahe-Pleite des deutschen Immobilienfinanzierers HRE geht es für die europäischen Börsen zum Wochenauftakt massiv nach unten.
Der Dow Jones
EURO STOXX 50 verliert aktuell 4,71 Prozent auf 2.967,20 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 büßt 4,34 Prozent ein auf 2.608,38 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verschlechtert sich daneben um 5,16 Prozent auf 663,71 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls Verluste.
Papiere von BNP Paribas fallen in Paris um knapp 5 Prozent zurück. Die Bankgesellschaft kündigte heute an, für 14,5 Mrd. Euro die Kontrolle über die Bankaktivitäten des angeschlagenen Finanzdienstleisters Fortis in Belgien und in Luxemburg sowie dessen belgisches Versicherungsgeschäft zu übernehmen. Die Fortis-Aktie ist derzeit vom Handel ausgesetzt. Crédit Agricole verlieren aktuell 8,7 Prozent und Société Générale 9,7 Prozent. Bei Dexia schlägt ein Minus von rund 25 Prozent zu Buche.
In London knicken Barclays um 12,2 Prozent, HBOS um 14,3 Prozent, Lloyds um 8,3 Prozent und RBS um 15,4 Prozent ein. Papiere der Billigfluglinie easyJet, die im September einen Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere verbucht hat, halten sich mit -0,5 Prozent deutlich besser als der Gesamtmarkt. Der Titel dürfte auch vom zuletzt weiter gefallenen Ölpreis profitieren.
An der Züricher Börse geht es für Julius Bär um 13 Prozent nach unten. Ferner verlieren UBS 12,4 Prozent und Credit Suisse 7,6 Prozent. Roche verlieren 2,7 Prozent. Wie zuvor bekannt wurde, hat der Pharmakonzern den primären Endpunkt einer klinischen Studie für das Medikament Avastin zur Behandlung von Lungenkrebs nicht erreicht.
Papiere der italienischen Bankgesellschaft UniCredit, die sich im Zuge der Auswirkungen der Finanzkrise frisches Kapital beschaffen will, geben knapp 3 Prozent ab.
Indexstände (14:08 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.967,20 (-4,71 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.608,38 (-4,34 Prozent)
EURONEXT 100: 663,71 (-5,16 Prozent)
FTSE 100 (London): 4.749,01 (-4,64 Prozent)
CAC40 (Paris): 3.851,95 (-5,61 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 24.510,00 (-5,41 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 10.969,00 (-3,94 Prozent)
SMI (Zürich): 6.576,89 (-4,40 Prozent)
ATX (Wien): 2.596,52 (-7,81 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die BNP Paribas S.A. (
ISIN FR0000131104 /
WKN 887771 ), die größte Bankgesellschaft in Frankreich, meldete heute, dass sie für 14,5 Mrd. Euro die Kontrolle über die Bankaktivitäten des angeschlagenen Finanzdienstleisters Fortis (
ISIN BE0003801181 /
WKN 982570 ) in Belgien und in Luxemburg sowie dessen belgisches Versicherungsgeschäft übernimmt. Den Angaben zufolge erwirbt BNP von Fortis 1.458 Filialen in Belgien, Luxemburg und allen anderen Ländern ausschließlich den Niederlanden (inkl. Polen, Türkei und Frankreich) sowie das Fintro-Filialnetzwerk in Belgien. Zudem erhält die französische Bank das Versicherungsgeschäft von Fortis in Belgien, die Investment Management-Aktivitäten von Fortis (inkl. der ehemaligen ABN AMRO Asset Management), das Private Banking-Geschäft von Fortis außerhalb der Niederlande, die Merchant Banking-Aktivitäten von Fortis außerhalb der Niederlande sowie die Consumer Finance-Aktivitäten von Fortis außerhalb der Niederlande.
Die italienische Bankgesellschaft UniCredit S.p.A. (
ISIN IT0000064854 /
WKN 850832 ) will sch im Zuge der Auswirkungen der Finanzkrise frisches Kapital beschaffen. Wie der Finanzkonzern am Sonntag erklärte, habe das Board of Directors der Bankgesellschaft ein Maßnahmenpaket in Höhe von insgesamt 6,6 Mrd. Euro verabschiedet, um die Kernkapitalquote der Bankgesellschaft zu verstärken. In diesem Zusammenhang ist die Emission von Wandelanleihen im Gesamtwert von rund 3 Mrd. Euro geplant. Außerdem soll die Dividende für das Gesamtjahr abhängig von der Ergebnisentwicklung des Finanzinstituts in eigenen Aktien ausbezahlt werden, was einem Betrag von 3,6 Mrd. Euro entspricht. Daneben kündigte die UniCredit weitere tiefgreifende Restrukturierungen innerhalb der Bankgesellschaft an, um die Kosten zu senken. Für das Gesamtjahr wurde die Gewinnprognose von zuletzt 0,52 Euro je Aktie auf 0,39 Euro je Anteilsschein nach unten revidiert.
Der schweizerische Pharmakonzern Roche Holding AG (
ISIN CH0012032113 /
WKN 851311 ) hat den primären Endpunkt einer klinischen Studie für das Medikament Avastin zur Behandlung von Lungenkrebs nicht erreicht. Die Studie habe jedoch gezeigt, dass sich weitere Wirksamkeits-Parameter verbesserten. Es konnte klar belegt werden, dass - im Vergleich zur Einzelbehandlung mit Tarceva - bei den Patienten, die Avastin zusätzlich zu Tarceva erhielten, sowohl die Zeit ohne Fortschreiten der Krankheit (progressionsfreie Überlebenszeit) als auch die Ansprechrate anstiegen, hieß es weiter.
Die Billigfluglinie easyJet plc (
ISIN GB0001641991 /
WKN 590360 ) hat im September einen Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere verbucht. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Luftfahrtkonzerns hervorgeht, wurden im Berichtszeitraum insgesamt 4,197 Millionen Passagiere befördert, was gegenüber dem Vorjahreswert von 3,438 Millionen Fluggästen einem Plus von 22,1 Prozent entspricht. Der Sitzladefaktor verbesserte sich von 85,2 Prozent auf 86,9 Prozent. (06.10.2008/ac/n/m)