Zürich (aktiencheck.de AG) - Die Stimmung an den europäischen Märkten kippte im Handelsverlauf, sodass zum Börsenschluss durchweg Verluste auszumachen waren. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 1,28 Prozent auf 2.406,08 Punkte.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 knickte um 0,93 Prozent auf 2.075,37 Zähler ein. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 gab 0,21 Prozent auf 556,81 Indexpunkte ab.
Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank hat auf seiner heutigen Sitzung beschlossen, das Zinsniveau um 25 Basispunkte zu reduzieren. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, sinkt damit auf 1,00 Prozent. Er erreicht damit ein historisches Tief. Die Mehrheit der Marktbeobachter hatte angesichts der angespannten Wirtschaftslage diese Reduzierung erwartet. Die Bank of England hat zuvor das Leitzinsniveau bestätigt.
Die britische Großbank Lloyds erwartet trotz leichter operativer Verbesserungen im ersten Quartal für das laufende Fiskaljahr einen Vorsteuerverlust. Die im FTSE 100 gelistete Aktie brach daraufhin um über 14 Prozent ein. Barclays konnten im Handelsverlauf leicht zulegen, schlossen jedoch mit über 5 Prozent im Minus. Wie das Geldhaus heute bekannt gab, hat man im Auftaktquartal dank eines starken Investmentbanking-Geschäfts ein deutliches Gewinnwachstum erzielen können. Der Gewinn vor Steuern stieg um 15 Prozent auf 1,37 Mrd. Britische Pfund (GBP) und das Ergebnis nach Minderheiten um 12 Prozent auf 826 Mio. GBP. Die Erträge erhöhten sich um 42 Prozent auf 8,15 Mrd. GBP. Unilever gewannen fast 10 Prozent hinzu. Wie der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern bekannt gab, ist sein Gewinn im ersten Quartal um 45 Prozent gesunken. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich demnach auf 731 Mio. Euro. Der Umsatz verringerte sich um 0,7 Prozent auf 9,51 Mrd. Euro.
Die Aktie der Großbank Société Générale verlor im CAC40 mehr als 9 Prozent. Das Finanzinstitut hat im ersten Quartal aufgrund von drastischen Abschreibungen und deutlich höheren Rückstellungen für Kreditausfälle einen Verlust in Höhe von 278 Mio. Euro erwirtschaftet, gegenüber einem Gewinn von knapp 1,1 Mrd. Euro im Vorjahr. Marktbeobachter hatten im Vorfeld einen Gewinn von 332 Mio. Euro geschätzt. L'Oréal verloren rund 1 Prozent. Der weltgrößte Kosmetikkonzern gab gestern Abend seine Umsatzzahlen für das erste Quartal bekannt. Die Erlöse des Unternehmens stiegen dabei um 0,3 Prozent auf 4,37 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Basis sank der Umsatz um 4,3 Prozent. Die Versicherungsgesellschaft AXA hat im ersten Quartal einen leichten Umsatzrückgang ausweisen müssen. Demnach lag der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum bei 27,60 Mrd. Euro, was einem Minus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Die Aktie schloss mit knapp 6 Prozent im Minus.
Anteilsscheine von Swiss Re konnten im Schweizer SMI um fast 12 Prozent zulegen. Zuvor wurde bekannt, dass der Rückversicherer im ersten Quartal einen Gewinn von 150 Mio. Schweizer Franken verbucht und die Erwartungen damit klar übertroffen hat. Der Versicherungskonzern Zurich Financial hat im Auftaktquartal ein deutlich geringeres Ergebnis eingefahren, was mit den Auswirkungen des herausfordernden Wirtschaftsumfeldes und der weiteren Talfahrt an den Finanzmärkten zusammenhängt. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn sank demnach auf 362 Mio. Dollar, nach 1,43 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Titel verlor gut 4 Prozent.
Im österreichischen ATX hievten die Anleger das Papier des Technologiekonzerns Andritz um fast 6 Prozent nach oben. Andritz gab für das Auftaktquartal einen leichten Ergebnisrückgang bekannt. Das Konzernergebnis nach Anteilen Dritter wurde im Berichtszeitraum auf 25,7 Mio. Euro beziffert, nach 30,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse konnten indes um 5,2 Prozent auf 790,1 Mio. Euro gesteigert werden.
Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev hat seinen Gewinn im ersten Quartal nahezu verdoppelt und die Erwartungen der
Analysten deutlich übertroffen. Außerdem wurde der Verkauf der südkoreanischen Biersparte an KKR gemeldet. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen verbesserte sich auf 716 Mio. Euro, nach 373 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 484 Mio. Euro ausgegangen. Der Umsatz stieg von 4,78 Mrd. Euro auf knapp 8,2 Mrd. Euro. Die Aktie gewann im belgischen BEL-20 über 3 Prozent.
Am Freitag steht in Deutschland die Veröffentlichung der Zahlen zum Außenhandel sowie zur Produktion im produzierenden Gewerbe für März 2009 an. In Österreich wird OMV die Ergebnisse für das erste Quartal publizieren, in Spanien wird der Öl- und Erdgaskonzern Repsol seine Quartalszahlen vorlegen.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.406,08 (-1,28 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.075,37 (-0,93 Prozent) EURONEXT 100: 556,81 (-0,21 Prozent) FTSE 100 (London): 4.382,31 (-0,32 Prozent) CAC40 (Paris): 3.251,52 (-0,97 Prozent) MIB 30 (Mailand): 20.504,00 (-1,26 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.228.90 (-0,00 Prozent) SMI (Zürich): 5.306,35 (-0,24 Prozent) ATX (Wien): 2.059,41 (+2,03 Prozent)
(07.05.2009/ac/n/m)