Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen konnten mit Gewinnen aus dem Handelstag gehen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann 1,00 Prozent auf 2.909,40 Punkte.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legte daneben um 0,44 Prozent auf 2.588,66 Zähler zu. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 stieg indes um 0,81 Prozent auf 690,35 Stellen. Auch die europäischen Länderbörsen zeigten mehrheitlich Aufschläge.
Die französische Industrieproduktion hat im Januar 2010 angezogen. Wie heute mitgeteilt wurde, lag die Industrieproduktion um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vormonats, nach einem Minus von revidiert 0,2 (vorläufig: -0,1) Prozent im Dezember. Auch die italienische Industrieproduktion hat sich im Januar 2010 erhöht. Auf Jahressicht kletterte der Industrie-Output der viertgrößten europäischen Volkswirtschaft um 0,1 Prozent. Für Dezember war ein Minus von 5,4 Prozent ausgewiesen worden. Dagegen ist das italienische BIP im vierten Quartal um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Aus den USA werden in Kürze die Lagerbestände und die Großhandelsdaten und am Abend der Staatshaushalt gemeldet.
In Brüssel legten Aktien von Fortis (
ISIN BE0003801181 /
WKN 982570 ) um 3,1 Prozent zu. Der belgisch-niederländische Finanzdienstleister teilte heute mit, dass er im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn erzielt hat. Im Vorjahr war ein drastischer Milliarden-Verlust erwirtschaftet worden, was mit der Abspaltung des Bankgeschäfts zusammenhing. Für das Geschäftsjahr 2009 will der Konzern wieder eine Dividende in Höhe von 8 Cent pro Aktie ausschütten, nachdem im Vorjahr keine Dividende ausbezahlt worden war.
In Großbritannien zogen im FTSE 100 Titel von Petrofac um 4,2 Prozent an. Anteilsscheine von Standard Life (
ISIN GB00B16KPT44 /
WKN A0J3TV ) verteuerten sich um 0,9 Prozent. Der britische Lebensversicherer gab heute bekannt, dass sich sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund von Kostensenkungen mehr als verdoppelt hat. Auch das operative Ergebnis konnte zulegen und die Erwartungen schlagen. Aktien von Barclays (
ISIN GB0031348658 /
WKN 850403 ) kletterten um 0,6 Prozent nach oben. Die britische Großbank will Presseangaben zufolge eine Retail-Bank in den USA kaufen, um ihre Präsenz auf diesem Markt weiter auszubauen. Jedoch befinde sich das Kreditinstitut derzeit noch nicht in Gesprächen mit in Frage kommenden Bankgesellschaften. Eine Transaktion stehe demnach nicht unmittelbar bevor. Dabei suche Barclays nach einem Franchise mit einem starken Filialnetzwerk bzw. einer starken Einlagenbasis, hieß es. Darüber hinaus ziehe Barclays zusätzliche Retail-Akquisitionen in Westeuropa in Betracht. Tullow Oil verbilligten sich um 0,3 Prozent. Die Öl- und Gasfördergesellschaft meldete heute, dass ihr Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich eingebrochen ist. Beim Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gab sich der Konzern jedoch zuversichtlich. Zu den Verlierern zählten außerdem Titel des Tabakkonzerns BAT mit einem Abschlag von 3,0 Prozent.
In Frankreich verbuchten im CAC 40 Aktien von Dexia (
ISIN BE0003796134 /
WKN 903855 ) einen Aufschlag von 3,1 Prozent. Zuvor hatte der Finanzkonzern mitgeteilt, dass er 16,4 Millionen Aktien der Assured Guaranty und damit einen Großteil seines Anteils an dem Versicherer verkauft hat. Ebenfalls gefragt waren AXA mit einem Zugewinn von 2,6 Prozent. Indes gaben Titel von JCDecaux (
ISIN FR0000077919 /
WKN 578972 ) in Paris 1,4 Prozent ab. Der Werbekonzern gab heute bekannt, dass sein Gewinn im Geschäftsjahr 2009 um 77 Prozent gesunken ist, was mit einem Einbruch des Werbemarktes zusammenhängt. Wie der Spezialist für Außenwerbung erklärte, wird der Vorstand auf der nächsten Jahreshauptversammlung (am 19. Mai 2010) vorschlagen, keine Dividende für das Geschäftsjahr 2009 auszuzahlen. Für das erste Quartal 2010 rechnet der Konzern mit einem organischen Umsatzwachstum von ca. 5 Prozent.
In Österreich sackten Papiere von Schoeller-Bleckmann (
ISIN AT0000946652 /
WKN 907391 ) um 1,6 Prozent ab. Der Ölfeld-Service-Dienstleister musste im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund der konjunkturell bedingt rückläufigen Ölnachfrage erwartungsgemäß einen Gewinnrückgang ausweisen. Vor diesem Hintergrund werde man der kommenden Hauptversammlung eine Dividende von 0,50 Euro je Aktie vorschlagen, nachdem man im Vorjahr 0,75 Euro je Aktie ausgeschüttet hatte. Für 2010 wird grundsätzlich wieder ein leichter Anstieg der Ölnachfrage gegenüber 2009 erwartet. Für die ersten Monate erwartet der Konzern eine Fortsetzung der Konsolidierung des Geschäftsniveaus, wobei die im Vorjahr umgesetzten Maßnahmen zur Kapazitätsreduktion aus heutiger Sicht als ausreichend angesehen werden, hieß es.
In der Schweiz gaben Anteile von Novartis um 0,7 Prozent ab. UBS gewannen indes 0,4 hinzu. Titel von Swiss Re (
ISIN CH0012332372 /
WKN 852246 ) kletterten 0,4 Prozent nach oben. Der Rückversicherer rechnet vorläufig mit einer eigenen Schadenbelastung durch das Erdbeben in Chile von etwa 500 Mio. Dollar. Zudem schätzt Swiss Re ihre eigene Schadenbelastung durch den Wintersturm Xynthia in Europa, abzüglich weiter rückversicherter Schadenleistungen, auf etwa 100 Mio. Dollar vor Steuern.
Am morgigen Donnerstag steht die erste Veröffentlichung der Zahlungsbilanz der EU für das vierte Quartal 2009 an. Ferner wird der Monatsbericht der Europäischen Zentralbank für März 2010 publiziert.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.909,40 (+1,00 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.588,66 (+0,44 Prozent) EURONEXT 100: 690,35 (+0,81 Prozent) FTSE 100 (London): 5.640,57 (+0,68 Prozent) CAC40 (Paris): 3.943,55 (+0,86 Prozent) MIB (Mailand): 22.638,65 (+1,27 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 11.121,00 (+1,07 Prozent) SMI (Zürich): 6.873,59 (+0,08 Prozent) ATX (Wien): 2.517,37 (+1,25 Prozent)
(10.03.2010/ac/n/m)