Börsen in Europa Schluss: Grüne Vorzeichen, GDF SUEZ .


09.02.12 19:40
Meldung
 
Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen haben sich am Donnerstag mit leichten Zugewinnen in den Feierabend verabschiedet.
Dabei wirkte sich ein Bericht über eine Einigung bezüglich der Freigabe weiterer Griechenland-Hilfen positiv auf die Stimmung der Investoren aus. Daneben standen zahlreiche Quartalsbilanzen im Fokus. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814 ) gewann 0,37 Prozent auf 2.522,34 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160 / WKN 965816 ) verbesserte sich um 0,18 Prozent auf 2.490,18 Zähler.

Auch die europäischen Länderbörsen gingen größtenteils mit Gewinnen aus dem Handel. Lediglich der italienische MIB (-0,1 Prozent) und der österreichische ATX (-0,3 Prozent) schlossen im roten Bereich.

Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschloss auf seiner heutigen turnusmäßigen Sitzung, das Zinsniveau nicht anzutasten. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, verharrt damit bei 1,00 Prozent. Marktbeobachter hatten diese Entscheidung bereits im Vorfeld erwartet.

Der ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum ist im ersten Quartal 2012 zwar leicht gestiegen, liegt aber weiterhin deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt, teilte das ifo Institut für Wirtschaftsforschung heute mit. So erhöhte sich der Geschäftsklimaindex auf 84,8 Punkte. Im Vorquartal hatte der Index nur bei 83,7 Zählern und im Vorjahresquartal bei 116,8 Punkten gelegen. Im Einzelnen verschlechterte sich der Index zur Lagebeurteilung auf 109,1 Punkte, nach 128,7 Punkten im vierten Quartal 2011. Dagegen kletterte der Erwartungs-Index auf 70,5 Punkte, nach zuvor 57,4 Punkten.

Mit einem Wertverlust von 4,8 Prozent standen die Titel von GDF SUEZ (ISIN FR0010208488 / WKN A0ER6Q ) am Ende der Kursliste im CAC 40. Der Energie- und Gasversorger meldete heute, dass sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr gesunken ist, was mit widrigen Wetterverhältnissen sowie einer schwächeren Nachfrage in Europa zusammenhängt. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 4,00 Mrd. Euro, gegenüber 4,62 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Nettoergebnis fiel um fast 17 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 7,3 Prozent auf 90,67 Mrd. Euro. Das EBITDA stieg um 9,5 Prozent auf 16,53 Mrd. Euro. Für das laufende Geschäftsjahr 2012 rechnet der Konzern mit einem Nettogewinn von 3,5 bis 4,0 Mrd. Euro vor Einmaleffekten.

Publicis Groupe (ISIN FR0000130577 / WKN 859386 ) schlossen mit einem kleinen Plus von 0,1 Prozent. Der Werbekonzern meldete die Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr. Demnach lag der Umsatz mit 5,82 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 5,42 Mrd. Euro. Unter dem Strich verzeichnete man einen Gewinnanstieg auf 600 Mio. Euro, nach 526 Mio. Euro im Vorjahr. Profitieren konnte man trotz der schwieriger werdenden konjunkturellen Rahmenbedingungen vor allem von höheren Margen und der starken Entwicklung in Schwellenländern wie Indien oder China. Die zuletzt getätigten Zukäufe haben sich nach Aussage des Konzerns ebenfalls positiv auf das Ergebnis ausgewirkt. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen im CAC 40 die Papiere der Société Générale mit einem Aufschlag von 5,4 Prozent.

In der Schweiz richtete sich der Fokus der Investoren auf die Aktie der Großbank Credit Suisse Group (ISIN CH0012138530 / WKN 876800 ), die sich als schwächster Wert im SMI um 3,5 Prozent verbilligte. So musste man im vierten Quartal einen Verlust ausweisen und verfehlte die Erwartungen klar. Im Gesamtjahr wurde jedoch ein deutlicher Gewinn erzielt. Indes wurde die Dividende gekürzt. Der den Aktionären zurechenbare Reinverlust belief sich im Schlussquartal auf 637 Mio. Schweizer Franken (CHF), gegenüber einem Reingewinn von 841 Mio. CHF in der Vorjahresperiode. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 446 Mio. CHF ausgegangen. Im Gesamtjahr 2011 belief sich der den Aktionären zurechenbare Reingewinn auf 1,95 Mrd. CHF, im Vergleich zu einem Reingewinn von 5,1 Mrd. CHF in der Vorjahresperiode. Auf Platz eins der Gewinnerliste im SMI rückten Julius Baer um 1,9 Prozent vor.

Die Bank of England hat die Leitzinsen unverändert gelassen. Damit wurde der Leitzinssatz auf seinem historischen Tief von 0,5 Prozent bestätigt. Marktbeobachter waren im Vorfeld mehrheitlich von dieser Entscheidung ausgegangen. Das Volumen des Anleiherückkaufprogramms wurde hingegen von 275 Mrd. Britischen Pfund (GBP) auf 325 Mrd. GBP erhöht. In diesem Zusammenhang wurde auf die weiterhin schwierige konjunkturelle Situation in Großbritannien hingewiesen. Nach Aussage der britischen Währungshüter habe sich die wirtschaftliche Erholung, die im Laufe des Jahres 2011 an Dynamik verloren habe, auch im ersten Quartal 2012 weiter abgeschwächt. Das britische Handelsbilanzdefizit hat sich indes im Dezember 2011 nach Angaben von National Statistics verkleinert. So sank das Defizit auf 7,1 Mrd. Britische Pfund (GBP), nachdem für November ein Passivsaldo von 8,9 Mrd. GBP gemeldet worden war. Volkswirte waren im Vorfeld von einem Minus von 8,6 Mrd. GBP ausgegangen. Hierbei schrumpften die Exporte binnen Monatsfrist um 0,9 Prozent, während die Importe um 1,3 Prozent zurückgingen.

Rio Tinto (ISIN GB0007188757 / WKN 852147 ) verschlechterten sich um 1,5 Prozent. Der Bergbaukonzern musste im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund hoher Einmalbelastungen einen Gewinnrückgang ausweisen. Der Konzernumsatz verbesserte sich dank weiter steigender Rohstoffpreise auf 60,54 Mrd. US-Dollar, nach 55,17 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter ging auf 5,83 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 14,24 Mrd. US-Dollar) zurück. Neben höheren Ausgaben im Bereich Exploration hatten Wertberichtigungen in Höhe von 9,17 Mrd. US-Dollar das Ergebnis belastet. Auf um Einmaleffekte bereinigter Basis verbesserte sich der Nettogewinn um 11 Prozent auf knapp 15,55 Mrd. US-Dollar.

Daneben geht es für Vodafone Group (ISIN GB00B16GWD56 / WKN A0J3PN ) um 0,5 Prozent nach oben, nachdem der Mobilfunkbetreiber im dritten Quartal einen Umsatzrückgang ausgewiesen hat. So verringerte sich der Konzernumsatz im Berichtszeitraum auf 11,62 Mrd. Britische Pfund (GBP), was einem Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Auf vergleichbarer Basis verzeichnete man aber einen organischen Umsatzanstieg von 1,6 Prozent. Im Anschluss wurden allerdings die Ziele für das im März zu Ende gehende Fiskaljahr 2012 bestätigt.

Diageo (ISIN GB0002374006 / WKN 851247 ) schlossen mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent. Der größte Spirituosenhersteller der Welt verlautbarte, dass sein Gewinn im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2012 angesichts einer steuerlichen Einmalbelastung um 20 Prozent gesunken ist. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 953 Mio. GBP, gegenüber 1,19 Mrd. GBP im Vorjahr. Der Nettoumsatz legte um 8 Prozent (organisch: 7 Prozent) auf 5,76 Mrd. GBP zu.

Für die Anteilsscheine des Triebwerksherstellers Rolls-Royce Group (ISIN GB00B63H8491 / WKN A1H81L ) ging es um 1,9 Prozent nach unten. Der Konzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr dank der starken Nachfrage nach Flugzeugtriebwerken bei Passagier- und Militärmaschinen einen Ergebnisanstieg ausweisen. Der Umsatz lag mit 11,12 Mrd. GBP leicht über dem Vorjahreswert von 11,09 Mrd. GBP. Unter dem Strich verbuchte Rolls-Royce einen Nettogewinn nach Anteilen Dritter in Höhe von 848 Mio. GBP, nach 543 Mio. GBP im Vorjahr. Auch für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich der Konzern optimistisch und erwartet eine weitere Umsatzsteigerung sowie eine Verbesserung beim bereinigten Ergebnis.

BG Group (ISIN GB0008762899 / WKN 931283 ) legten um 3,2 Prozent zu. Der Energie- und Erdgasversorger hat seinen Gewinn im vierten Quartal deutlich verbessert, was auf eine starke LNG-Nachfrage in Asien zurückzuführen war. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen erhöhte sich von 940 Mio. US-Dollar im Vorjahr auf 1,34 Mrd. US-Dollar. Vor Einmaleffekten lag der Gewinn bei 1,48 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 1,06 Mrd. US-Dollar). Analysten waren zuvor von einem Gewinn von 1,1 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Der Umsatz nahm von 4,32 Mrd. US-Dollar auf 5,77 Mrd. US-Dollar zu. Für das laufende Geschäftsjahr 2012 rechnet der Konzern nun mit einem operativen Gewinn im LNG-Segment von 2,6 bis 2,8 Mrd. US-Dollar, was einer Anhebung der bisherigen Prognose um 30 Prozent entspricht.

Für eine Enttäuschung sorgt der Allfinanzkonzern ING Groep (ISIN NL0000303600 / WKN 881111 ). So hat man zwar im vierten Quartal einen Gewinnsprung erzielt, was vor allem Einmalerträge aus dem Verkauf von Assets zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn belief sich auf 1,19 Mrd. Euro, gegenüber 130 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,89 Mrd. Euro ausgegangen. Auf bereinigter Basis wurde ein Nettoverlust von 516 Mio. Euro (Vorjahr: +252 Mio. Euro) ausgewiesen. Das Papier rutschte um 5,4 Prozent ab.

Metso (ISIN FI0009007835 / WKN 923876 ) verloren nach Zahlen zum vierten Quartal 2,8 Prozent an Wert. Der Umsatz des Maschinenbaukonzerns lag mit 2,07 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 1,69 Mrd. Euro. Unter dem Strich verbuchte Metso einen Nettogewinn von 121 Mio. Euro, nach 76 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Danske Bank (ISIN DK0010274414 / WKN 850857 ) verbesserten sich nach Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr um 5,0 Prozent. Die Gesamteinnahmen des Kreditinstituts verringerten sich auf 43,38 Mrd. Dänische Kronen (DKK), nach 46,28 Mrd. DKK im Vorjahr. Unter dem Strich sank der Nettogewinn auf 1,72 Mrd. DKK, nach 3,66 Mrd. DKK im Vorjahr. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Bankkonzern angesichts der schwachen konjunkturellen Gesamtlage eine schwierige operative Entwicklung und geht von einem Gewinnrückgang aus.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.522,34 (+0,37 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.490,18 (+0,18 Prozent) FTSE 100 (London): 5.895,47 (+0,33 Prozent) CAC40 (Paris): 3.424,71 (+0,43 Prozent) MIB (Mailand): 16.653,83 (-0,09 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.902,10 (+0,60 Prozent) SMI (Zürich): 6.169,63 (+0,22 Prozent) ATX (Wien): 2.232,60 (-0,27 Prozent) (09.02.2012/ac/n/m)


 

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