Paris (aktiencheck.de AG) - Vor dem Hintergrund des Libyen-Konflikts, der weiter schwelenden EU-Schuldenkrise sowie der weiterhin angespannten Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima gaben die europäischen Börsen am Dienstag zeitweise deutlich nach, konnten dank der freundlichen Wall Street ihre Verluste wieder aufholen.
Der Dow Jones
EURO STOXX 50 (
ISIN EU0009658145 /
WKN 965814 ) verlor letztlich 0,13 Prozent auf 2.910,93 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (
ISIN EU0009658160 /
WKN 965816 ) verzeichnete nur ein marginales Minus von 0,03 Prozent auf 2.598,51 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 (
ISIN FR0003502079 /
WKN A0C302 ) schloss sogar mit einem Aufschlag von 0,26 Prozent bei 713,26 Stellen.
Die europäischen Länderbörsen tendierten uneinheitlich. Während der britische FTSE 100 mit einem Plus von 0,5 Prozent aus dem Handel, schloss der italienische MIB mit einem Tagesverlust von 1,0 Prozent.
Die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) in Brüssel ermittelte für Februar 2011 einen kräftigen Zuwachs bei den Nutzfahrzeug-Neuzulassungen. Wie am Dienstag mitgeteilt wurde, lagen die Neuzulassungen in der EU mit 141.914 Einheiten um 16,8 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats.
Aus Großbritannien wurde bekannt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2010 angewachsen ist. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs die Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent, womit die vorläufigen Angaben bestätigt wurden. Im Vergleich zum Vorquartal fiel das BIP um revidiert 0,5 (vorläufig: -0,6) Prozent, gegenüber einem Plus von 0,7 Prozent im dritten Quartal 2010. Weiteren Angaben zufolge hat sich das britische Leistungsbilanzdefizit im vierten Quartal 2010 kräftig vergrößert. So kletterte das Leistungsbilanzdefizit auf 10,5 Mrd. Britische Pfund (GBP). Im Vorquartal war ein Passivsaldo in Höhe von revidiert 8,7 Mrd. GBP ausgewiesen worden.
Im FTSE 100 legten Aktien von Wolseley (
ISIN JE00B3YWCQ29 /
WKN A1C55J ) um 3,1 Prozent zu. Der weltweit tätige Baustoffhändler gab bekannt, dass er im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielen konnte, was mit deutlichen Kostensenkungen zusammenhängt. Wie der Konzern weiter mitteilte, wird er für das abgelaufene erste Halbjahr eine Zwischendividende in Höhe von 15 Pence pro Aktie ausbezahlen, nachdem es im Vorjahreszeitraum für die Aktionäre keine Ausschüttung gegeben hatte.
An der Spitze des FTSE 100 standen Papiere von Intercontinental Hotels mit einem Plus von 4,0 Prozent. Am Ende der Kursliste lagen die Aktien von Barclays und BP, die jeweils 2,2 Prozent einbüßten.
Für Anteile von Thomas Cook (
ISIN GB00B1VYCH82 /
WKN A0MR3W ) ging es um 1,1 Prozent nach unten. Der Reisekonzern geht im Zuge der anhaltenden Unruhen im Mittleren Osten und Afrika von Ergebnisbelastungen im zweiten Quartal des laufenden Fiskaljahres aus. Der Konzern erwartet im Zuge der Reiseeinschränkungen in Ägypten und Tunesien für das zweite Quartal negative Effekte in Höhe von 20 Mio. Britischen Pfund.
Papiere von Man Group (
ISIN GB00B28KQ186 /
WKN A0M6E8 ) legten derweil um 0,7 Prozent zu. Der Hedgefonds-Anbieter gab bekannt, dass sein Gewinn vor Steuern im Geschäftsjahr zum 31. März 2011 voraussichtlich deutlich unter dem Vorjahreswert liegen wird, was mit einer Goodwill-Abschreibung zusammenhängt. Demnach rechnet der Konzern mit einem Gewinn vor Steuern von 213 Mio. US-Dollar, gegenüber 541 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn vor Steuern wird unverändert bei 560 Mio. US-Dollar gesehen. Wie die Man Group weiter mitteilte, wird sie über ihre US-Tochtergesellschaften die Ore Hill Partners LLC und die Ore Hill Partners Capital Management LLC übernehmen. Die Transaktion, die im zweiten Quartal abgeschlossen werden soll, wird das Ergebnis voraussichtlich im ersten vollen Jahr nach Abschluss steigern. Ore Hill verwaltet eine Reihe von Hedgefonds, mit einem verwalteten Vermögen von rund 800 Mio. US-Dollar.
Der private Konsum in Frankreich hat im Februar 2011 zugelegt. Dies gab die französische Statistikbehörde INSEE in Paris bekannt. Im Vormonatsvergleich kletterten die Verbraucherausgaben um 0,9 Prozent. Für Januar war hingegen ein Rückgang von revidiert 0,3 Prozent verbucht worden. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich der private Verbrauch um 5,5 Prozent.
Das italienische Geschäftsklima hat sich im März 2011 verbessert. Dies gab das staatlich finanzierte Istituto di Studi e Analisi Economica (ISAE-Institut) nach einer Befragung von rund 4.000 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe bekannt. So erhöhte sich der saisonbereinigte Index auf 103,8 Punkte. Für Februar 2011 war ein Indexwert von revidiert 103,1 (vorläufig: 103,0) Punkten ausgewiesen worden.
Im Schweizer SMI standen Anteile von Syngenta mit einem Plus von 1,2 Prozent an der Indexspitze. Dahinter verbesserten sich Transocean um 0,9 Prozent. Am Indexende gaben Papiere von UBS und Swiss Re um 1,9 Prozent bzw. 0,9 Prozent nach.
Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia Corp. (
ISIN FI0009000681 /
WKN 870737 ) meldete am Dienstag, dass er eine weitere Beschwerde bei der United States International Trade Commission (ITC) gegen den US-Technologiekonzern Apple Inc. (
ISIN US0378331005 /
WKN 865985 ) eingereicht hat. Den Angaben zufolge wirft der weltgrößte Handy-Produzent dem US-Konzern vor, mit so gut wie allen seinen Mobiltelefonen, tragbaren Musik-Playern, Tablets und Computern weitere sieben Nokia-Patente zu verletzen. Die Nokia-Aktie verlor 0,2 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.910,93 (-0,13 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.598,51 (-0,03 Prozent) EURONEXT 100: 713,26 (+0,26 Prozent) FTSE 100 (London): 5.932,17 (+0,47 Prozent) CAC40 (Paris): 3.987,80 (+0,27 Prozent) MIB (Mailand): 21.780,78 (-1,04 Prozent) SMI (Zürich): 6.355,06 (-0,06 Prozent) ATX (Wien): 2.902,43 (+0,23 Prozent) (29.03.2011/ac/n/m)