Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen sind heute mehrheitlich mit moderaten Abschlägen aus dem Handel gegangen.
Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 0,69 Prozent auf 2.262,96 Punkte.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 konnte 1,51 Prozent auf 1.841,89 Zähler zulegen, während der in Paris berechnete EURONEXT 100 0,07 Prozent auf 508,79 Indexpunkte einbüßte.
Dabei wirkte sich die Verlustmeldung der UBS für das erste Quartal belastend auf die Bankaktien aus. Auch die Entwicklung der US-Börsen sowie die US-amerikanischen Konjunkturdaten konnten die Stimmung der Anleger nicht heben.
Die im schweizerischen Leitindex SMI gelistete Aktie der UBS brach heute um 6,86 Prozent ein. Die Schweizer Großbank erwartet für das erste Quartal einen den Aktionären zurechenbaren Verlust von knapp 2 Mrd. Schweizer Franken. Außerdem hat der Konzern den Abbau von 8.700 Stellen angekündigt. Dabei werde auch die Schweiz von dem Stellenabbau betroffen sein. Papiere des Mitbewerbers Credit Suisse fielen nach zwischenzeitlichen Gewinnen um 2,41 Prozent zurück. Julius Bär gaben ebenfalls ab und beendeten den Tag mit einem Minus von 1,41 Prozent. Dagegen gewann die Syngenta-Aktie 6,41 Prozent an Wert. Wie zuvor bekannt wurde, konnte der Agrarkonzern seinen Umsatz im ersten Quartal 2009 bei konstanten Wechselkursen erneut deutlich steigern.
Im britischen Leitindex FTSE 100 knickten Anteilsscheine von Rio Tinto um 5,16 Prozent ein. Infolge der sinkenden Nachfrage hat der Bergbaukonzern seine Produktion im ersten Quartal gedrosselt. Weitere Verlierer sind unter anderen Vedanta mit -7,54 Prozent, Xstrata mit -6,52 Prozent und Old Mutual mit -5,71 Prozent. Papiere der angeschlagenen Royal Bank of Scotland verloren gut 5 Prozent. Presseangaben zufolge hat der Konzern für sein Asien-Geschäft drei Bieter in die engere Auswahl genommen. Laut dem Bericht könnte das Institut durch den Verkauf der asiatischen Retail und Commercial Banking-Assets einen Erlös von bis zu 1,8 Mrd. Dollar erzielen. Unter den Finanztiteln zählten u.a. die Lloyds Banking Group mit -4,32 Prozent und HSBC mit einem Abschlag von 0,99 Prozent zu den Verlierern.
Im französischen Leitindex CAC40 stachen EADS mit einem Gewinn von 4,47 Prozent sowie Pernod Ricard mit +3,54 Prozent hervor. Das EADS-Board hat Bodo Uebber als Chairman des Board of Directors berufen. Uebber tritt die Nachfolge von Rüdiger Grube an. Dieser hatte sein Mandat im Zuge seiner neuen Verantwortung als Chef der Deutschen Bahn niedergelegt. Pernod Ricard gab heute für das dritte Quartal einen leichten Umsatzrückgang bekannt. Über eine Kapitalerhöhung will der Konzern zudem rund 1 Mrd. Euro einsammeln. Bestätigt wurde die Erwartung, im laufenden Geschäftsjahr den Nettogewinn zweistellig auf erstmals über 1 Mrd. Euro zu erhöhen. Sanofi-Aventis konnten 1,56 Prozent zulegen. Der Pharmakonzern wird das US-Pharmaunternehmen BiPar Sciences übernehmen. Der Kaufpreis ist vom Erreichen bestimmter Meilensteine abhängig und könnte maximal 500 Mio. Dollar erreichen. Ein leichtes Minus von 0,20 Prozent war bei Air France-KLM auszumachen. Presseangaben zufolge beabsichtigt die Fluggesellschaft, bis 2011 bis zu 3.000 Arbeitsplätze abzubauen. Entlassungen sollen jedoch nicht vorgenommen werden.
Der Chip-Ausrüsters ASML hat im ersten Quartal einen Verlust erwirtschaftet und die Schätzungen knapp verfehlt. Der Umsatz des weltgrößten Herstellers von Lithographiesystemen brach dabei um rund 80 Prozent ein. Für das zweite Quartal rechnet der Konzern indes mit einer leichten Umsatzerholung. Die Aktie gewann im niederländischen Leitindex AEX 1,16 Prozent.
Der italienische Automobil- und Industriekonzern Fiat droht einem Presseinterview mit Konzern-Chef Sergio Marchionne mit einem Abbruch der Verhandlungen über eine Allianz mit dem angeschlagenen US-Konkurrenten Chrysler, sollten die US-Gewerkschaften keine deutlichen Kostensenkungsmaßnahmen akzeptieren. Aufgrund der unnachgiebigen Haltung der nordamerikanischen Gewerkschaften sehe der Manager die Chance für eine Kooperation nur bei 50 zu 50. Fiat gewannen im italienischen Leitindex MIB 30 2,85 Prozent.
Für die europäischen Automobilaktien dürften die Zahlen zu den Kfz-Neuzulassungen in Westeuropa für März 2009 von Bedeutung sein, welche morgen um 8 Uhr (MEZ) vorgelegt werden. Darüber hinaus stehen um 11 Uhr (MEZ) die Daten zur Industrieproduktion der EU im Februar sowie die Inflationsdaten für März an. Ferner werden Roche und Danone morgen vor Börseneröffnung die Umsatzzahlen für das erste Quartal melden. Nokia wird zudem das Ergebnis des ersten Quartals verkünden.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.262,96 (-0,69 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 1.841,89 (+1,51 Prozent) EURONEXT 100: 508,79 (-0,07 Prozent) FTSE 100 (London): 3.968,40 (-0,52 Prozent) CAC40 (Paris): 2.985,74 (-0,48 Prozent) MIB 30 (Mailand): 18.442,00 (+0,03 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.711,90 (-1,39 Prozent) SMI (Zürich): 5.065,43 (-0,66 Prozent) ATX (Wien): 1.851,34 (-3,19 Prozent) (15.04.2009/ac/n/m)