Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen schlagen zur Tagesmitte hin unterschiedliche Richtungen ein. Hoffnungen auf ein Konjunkturpaket haben der Wall Street am Vorabend zu kräftigen Gewinnen verholfen.
Allerdings deuten die US-Futures auf einen recht schwachen Auftakt der US-Börsen hin. Der Dow Jones
EURO STOXX 50 verliert aktuell 0,22 Prozent auf 2.607,87 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 büßt 0,51 Prozent ein auf 2.356,52 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 klettert indes um 0,79 Prozent auf 590,43 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen tendieren uneinheitlich.
In Paris gewinnen BNP Paribas fast 8 Prozent. Zuvor gab die Großbank bekannt, den Rettungsfonds der französischen Regierung in Anspruch zu nehmen. Am Vorabend hatte die Regierung erklärt, dass sie den französischen Finanzhäusern mit bis zu 10,5 Mrd. Euro unter die Arme greifen wird. Neben BNP sollen auch Crédit Agricole (+10,8 Prozent) und Société Générale (+10,2 Prozent) ihr Eigenkapital stärken.
In London gewinnen Papiere des Versicherungskonzerns Prudential, der sein Neugeschäft in den ersten neun Monaten deutlich steigern konnte, fast 2 Prozent.
Roche verlieren in Zürich über 3 Prozent. Wie der weltweit fünftgrößte Pharmakonzern heute bekannt gab, kletterte sein Umsatz im abgelaufenen Quartal um 1,6 Prozent und lag damit leicht unter der
Analystenprognose. Papiere des Hardware-Herstellers Logitech brechen nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung um fast 16 Prozent ein.
In Oslo stechen Norsk Hydro mit -10,9 Prozent ins Auge. Der Öl- und Aluminiumkonzern gab heute bekannt, dass sein Gewinn im dritten Quartal drastisch gesunken ist, was auf sich abschwächende Märkte und einen anhaltenden Druck auf die Upstream Input-Kosten zurückzuführen ist.
Indexstände (14:19 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.607,87 (-0,22 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.356,52 (-0,51 Prozent)
EURONEXT 100: 590,43 (+0,79 Prozent)
FTSE 100 (London): 4.277,63 (-0,12 Prozent)
CAC40 (Paris): 3.472,26 (+0,69 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 21.953,00 (-1,03 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 9.829,70 (-1,15 Prozent)
SMI (Zürich): 6.175,99 (-0,65 Prozent)
ATX (Wien): 2.107,44 (+1,93 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die Prudential plc (
ISIN GB0007099541 /
WKN 852069 ), der zweitgrößte Versicherungskonzern in Großbritannien, meldete heute, dass ihr Neugeschäft in den ersten neun Monaten um 15 Prozent gestiegen sind. Auf unbereinigter Basis wurde ein Wachstum von 18 Prozent ausgewiesen.
Die französische Großbank BNP Paribas S.A. (
ISIN FR0000131104 /
WKN 887771 ) gab heute bekannt, dass sie im Interesse ihrer Kunden und Aktionäre 2,55 Mrd. Euro aus dem Rettungsfonds der französischen Regierung in Anspruch nehmen wird. Am Vorabend hatte die Regierung erklärt, dass sie den französischen Finanzhäusern mit bis zu 10,5 Mrd. Euro unter die Arme greifen wird. Neben BNP sollen auch die Crédit Agricole S.A. (
ISIN FR0000045072 /
WKN 982285 ) und die Société Générale S.A. (
ISIN FR0000130809 /
WKN 873403 ) sowie die Sparkassen ihr Eigenkapital stärken.
Der schweizerische Pharmakonzern Roche Holding AG (
ISIN CH0012032113 /
WKN 851311 ) musste in den ersten neun Monaten einen rückläufigen Umsatz ausweisen. Wie der weltweit fünftgrößte Pharmakonzern am Dienstag bekannt gab, schrumpften die Umsatzerlöse um 2 Prozent. In lokalen Währungen betrug das Wachstum 6 Prozent. Im dritten Quartal kletterte der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,6 Prozent und lag damit leicht unter der Analystenprognose. Für das Gesamtjahr rechnet Roche weiterhin mit einem guten Ergebnis. Ohne das Grippemedikament Tamiflu sollen die Umsatzerlöse im hohen einstelligen Bereich wachsen.
Der schweizerische Hardware-Hersteller Logitech International S.A. (
ISIN CH0025751329 /
WKN A0J3YT ) meldete am späten Montag, dass er Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal steigern konnte. Indes wurde der Ausblick nach unten korrigiert. Für das laufende Geschäftsjahr geht der Hersteller von Computer-Peripheriegeräten nun von einem Wachstum bei Umsatz und operativem Ergebnis von 6 bis 8 Prozent bzw. 3 bis 5 Prozent aus, nach ursprünglich erwarteten 15 Prozent für beide Kennziffern.
Die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbund) (
ISIN AT0000746409 /
WKN 877738 ) konnte im dritten Quartal dank weiter gestiegener Großhandelspreise sowie einer überdurchschnittlichen Wasserführung einen deutlichen Ergebnisanstieg vorweisen. Für das laufende Fiskaljahr äußerte sich Vorstandschef Michael Pistauer weiterhin optimistisch und bestätigte die zuvor gemachten Prognosen. "Auf Basis der guten Ergebnisentwicklung halten wir an unserer Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2008 fest. Wir erwarten, dass das operative Ergebnis und das Konzernergebnis um jedenfalls 20 Prozent gegenüber 2007 steigen werden."
Der norwegische Öl- und Aluminiumkonzern Norsk Hydro ASA (
ISIN NO0005052605 /
WKN 851908 ) gab heute bekannt, dass sein Gewinn im dritten Quartal drastisch gesunken ist, was auf sich abschwächende Märkte und einen anhaltenden Druck auf die Upstream Input-Kosten zurückzuführen ist. Der Umsatz von Europas zweitgrößtem Aluminiumhersteller ging leicht zurück. (21.10.2008/ac/n/m)