Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen haben weiterhin mit kräftigen Abschlägen zu kämpfen. Nach den deutlichen Vortagesverlusten kommt der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell um 1,84 Prozent zurück auf 2.657,60 Punkte.
Für den auch britische und schweizerische Titel umfassenden Dow Jones STOXX 50 geht es daneben um 1,65 Prozent nach unten auf 2.385,10 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verliert 2,23 Prozent auf 633,53 Stellen. Auch an den europäischen Länderbörsen haben klar die Bären Oberwasser.
Presseangaben zufolge befinden sich nach Griechenland nun anscheinend mit Portugal und Spanien weitere EU-Staaten in der Schuldenfalle. Die Notierungen bei so genannten "Credit Default Swaps", die zur Absicherung gegen einen Zahlungsausfälle verwendet werden, haben sich sowohl bei Portugal als auch bei Spanien deutlich nach oben bewegt und zeitweise Rekordhöhen erreicht, hieß es. Damit zeichne sich derzeit eine Ausweitung der Schuldenproblematik von Griechenland auf weitere europäische Staaten ab.
Im Vorfeld des großen US-Arbeitsmarktberichts für Januar lassen die US-Futures keine klare Tendenz erkennen. Aktuell geben der Dow Jones Future 0,32 Prozent und der S&P 500 Future 0,46 Prozent ab. Dagegen gewinnt der NASDAQ 100 Future 0,14 Prozent.
ICAP (
ISIN GB0033872168 /
WKN A0BKYB ), der weltgrößte Broker für Transaktionen zwischen Banken, brechen im FTSE 100 in London nach einer Gewinnwarnung um fast 18 Prozent ein. Im Rohstoffsegment geben unter anderem Xstrata 4,8 Prozent, Vedanta 4,6 Prozent und Lonmin 4,1 Prozent ab. Papiere der BG Group (
ISIN GB0008762899 /
WKN 931283 ) verlieren 4 Prozent. Wie der Energie- und Erdgasversorger mitteilte, ist sein Gewinn im vierten Quartal um 38 Prozent gesunken, was auf geringere Treibstoffpreise zurückzuführen ist. Vor Einmaleffekten lag das Ergebnis im Rahmen der Erwartungen der
Analysten. British Airways (
ISIN GB0001290575 /
WKN 872391 ) geben inzwischen knapp 2 Prozent ab. Die drittgrößte Fluggesellschaft in Europa musste in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen höheren Verlust ausweisen. Unternehmensangaben zufolge verringerten sich die Umsatzerlöse um 12,9 Prozent auf 6,1 Mrd. Britische Pfund (GBP). Der Nettoverlust stieg von 127 Mio. auf 245 Mio. GBP. Weiteren Angaben zufolge reduzierte sich im Januar die Passagierzahl um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 2,1 Millionen.
Julius Bär (
ISIN CH0102484968 /
WKN A0YBDU ) liegen im SMI in Zürich mit über 3 Prozent im Minus. Der operative Gewinn des Finanzkonzerns ist im abgelaufenen Fiskaljahr um 4,6 Prozent auf 1,59 Mrd. Schweizer Franken (CHF) gesunken. Dabei habe man vor allem unter gesunkenen Gebühreneinnahmen zu leiden gehabt, während man bei den Nettozinseinnahmen ein leichtes Plus zu verzeichnen hatte. Beim Konzerngewinn wurde ein Anstieg auf 473,2 Mio. CHF ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 441,4 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Ähnlich starke Verluste bestimmen das Geschehen bei Richemont, Swiss Life und Swatch. Syngenta (
ISIN CH0011037469 /
WKN 580854 ) legen gegen den Trend leicht zu. Der Pflanzenschutzhersteller und Chemiekonzern hat 2009 ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielen können. Den Angaben zufolge belief sich der Nettogewinn auf 1,37 Mrd. Dollar, gegenüber 1,39 Mrd. Dollar im Vorjahr. Auf bereinigter Basis sank der Nettogewinn um 4 Prozent auf 1,48 Mrd. Dollar. Der Umsatz reduzierte sich um 5 Prozent auf 10,99 Mrd. Dollar.
Volvo (
ISIN SE0000115446 /
WKN 855689 ) gewinnen im OMX Nordic 40 fast 3 Prozent. Der schwedische Lkw-Hersteller musste im vierten Quartal einen höheren Verlust ausweisen. Dabei verringerten sich die Umsatzerlöse auf 59,80 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), nach 78,00 Mrd. SEK im Vorjahr. Der Nettoverlust erhöhte sich auf 1,99 Mrd. SEK, nach 1,35 Mrd. SEK im Vorjahr. Insgesamt habe man im Schlussquartal unter den negativen Auswirkungen der internationalen Finanzkrise zu leiden gehabt, was sich in einem deutlichen Absatzrückgang niedergeschlagen habe. Gleichwohl seien gegen Ende des Jahres Erholungstendenzen erkennbar gewesen, wobei vor allem in so genannten Emerging Markets wie China und Indien zuletzt kräftige Nachfrageverbesserungen erkennbar waren.
AXA verlieren im CAC40 als Schlusslicht 4,3 Prozent. Kaum besser ist es um Renault, Alcatel-Lucent und Crédit Agricole bestellt. Außerdem trennen sich die Anleger verstärkt von Technip, Michelin und Vallourec. Der Luxusgüterkonzern LVMH (-3,8 Prozent) hat am Vorabend die Zahlen für das Jahr 2009 gemeldet. Der Gewinn der fortgesetzten Aktivitäten sank bei einem leichten Umsatzrückgang um 8 Prozent auf 3,35 Mrd. Euro.
Der italienische Energieversorger Enel (
ISIN IT0003128367 /
WKN 928624 ) hat am Donnerstagabend die vorläufigen Geschäftszahlen für das vergangene Jahr gemeldet. Die Erlöse beliefen sich auf 64 Mrd. Euro, was im Vergleich zum Vorjahresniveau einem Anstieg um 4,6 Prozent entspricht. Das EBITDA belief sich auf 16,0 Mrd. Euro, nach 14,3 Mrd. Euro im Vorjahr. Enel geben im MIB ein halbes Prozent ab.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.657,60 (-1,84 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.385,10 (-1,65 Prozent) EURONEXT 100: 633,53 (-2,23 Prozent) FTSE 100 (London): 5.059,21 (-1,56 Prozent) CAC40 (Paris): 3.610,13 (-2,14 Prozent) MIB (Mailand): 20.953,78 (-2,11 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.068,90 (-1,69 Prozent) SMI (Zürich): 6.292,40 (-1,63 Prozent) ATX (Wien): 2.436,64 (-1,54 Prozent) (05.02.2010/ac/n/m)