Börsen in Europa am Mittag: Freundlich, UBS im Fokus


16.03.10 13:43
Meldung
 
Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen präsentieren sich nach wie vor freundlich.
Aktuell gewinnt der Dow Jones EURO STOXX 50 0,72 Prozent auf 2.891,26 Punkte und der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 0,64 Prozent auf 2.581,73 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 legt daneben 0,74 Prozent zu auf 686,48 Stellen. An den europäischen Länderbörsen haben ebenfalls die Bullen die Oberhand.

Die europäischen Verbraucherpreise haben sich im Februar vermindert. Laut Angaben des Statistikamtes Eurostat sank die jährliche Inflationsrate der Eurozone auf 0,9 Prozent, nach 1,0 Prozent im Januar. In der EU reduzierte sich die jährliche Inflationsrate auf 1,4 Prozent, während sie im Januar bei 1,7 Prozent gestanden hatte.

Die Wall Street dürfte mit Gewinnen eröffnen. Aktuell legen der Dow Jones Future 0,01 Prozent, der S&P 500 Future 0,09 Prozent und der NASDAQ 100 Future 0,09 Prozent zu. Im weiteren Handelsverlauf werden in den USA die Wohnbaubeginne und -genehmigungen, die Ein- und Ausfuhrpreise und am Abend die Zinsentscheidung der Fed erwartet.

Die Aktie des Ölkonzerns Royal Dutch Shell (ISIN GB00B03MLX29 / WKN A0D94M ) gewinnt im FTSE 100 in London 1 Prozent. Wie der Konzern bekannt gab, beabsichtigt er, seine Performance zu verbessern und die Kosten zu reduzieren. Demnach plant man Kosteneinsparungen in Höhe von 1 Mrd. Dollar in 2010. Dabei sollen bis Ende 2011 rund 2.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zudem will Shell jährlich Asset-Verkäufe im Volumen von 1 bis 3 Mrd. Dollar tätigen und sich in diesem Zusammenhang von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichen trennen. Darüber hinaus will man weltweit seine Raffineriekapazitäten um 15 Prozent senken und 35 Prozent seiner Tankstellen schließen. Wie der Konzern weiter mitteilte, soll die Ölförderung bis 2012 auf 3,5 Millionen BOE (Barrels of Oil Equivalent) pro Tag gesteigert werden, was gegenüber 2009 einer Zunahme um 11 Prozent entspräche. Titel der Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) (ISIN GB0007547838 / WKN 865142 ) legen ein knappes Prozent zu. Presseangaben zufolge will der Finanzkonzern seine Konzernbilanz aufpolieren. Demnach plane das Geldhaus den Rückkauf von Unternehmensanleihen im Gesamtwert von bis zu 15 Mrd. Britischen Pfund. Dadurch solle die Eigenkapitalquote des durch die Finanzkrise schwer in Mitleidenschaft gezogenen Finanzkonzerns gestärkt und die Position der Royal Bank of Scotland gegenüber den Anleihegläubigern verbessert werden. Einem Medienbericht zufolge hatte die Großbank Barclays (ISIN GB0031348658 / WKN 850403 ) offenbar den schweizerischen Mitbewerber UBS (ISIN CH0024899483 / WKN UB0BL6 ) im Visier. Demnach war Barclays 2008 offenbar an einer Übernahme der UBS interessiert, bevor man sich zum Kauf einiger Sparten der im Zuge der Finanzkrise pleitegegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers entschieden habe. Barclays legen 1,9 Prozent zu.

Die Aktie der UBS gewinnt im SMI 1,7 Prozent. Lindt & Sprüngli (ISIN CH0010570767 / WKN 870503 ) rücken im breiten Markt um 5,5 Prozent vor. Der Schokoladenspezialist hat im abgelaufenen Fiskaljahr einen Ergebnisrückgang hinnehmen müssen. Die Erlöse lagen im Berichtszeitraum mit 2,52 Mrd. Schweizer Franken (CHF) unter dem Vorjahreswert von 2,57 Mrd. CHF. Beim Nettoergebnis verzeichnete der Schokoladenhersteller einen Gewinn von 193,1 Mio. CHF (Vorjahr: 261,5 Mio. CHF).

Die französischen Verbraucherpreise haben sich im Februar entgegen den Erwartungen erhöht. Laut Angaben der Statistikbehörde INSEE wuchs die Jahresteuerungsrate der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 1,3 Prozent, nachdem die Inflation im Januar bei 1,1 Prozent gestanden hatte. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Stand von 1,1 Prozent gerechnet. Die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) hat für Februar einen Zuwachs bei den Auto-Neuzulassungen in Europa (EU und EFTA) ermittelt. Demnach erhöhte sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen binnen Jahresfrist um 3,0 Prozent auf 974.346 Einheiten. Hierbei handelt es sich um den neunten Zuwachs in Folge. Der Autobauer Renault (ISIN FR0000131906 / WKN 893113 ) und sein deutscher Konkurrent Daimler (ISIN DE0007100000 / WKN 710000 ) planen einem Medienbericht zufolge eine Überkreuzbeteiligung via Aktientausch. Dabei sei eine Überkreuzbeteiligung von weniger als 10 Prozent eher unwahrscheinlich. Bislang war bekannt, dass beide Autobauer über eine Kooperation bei Kleinwagen sprechen. Renault rücken im CAC40 um 1,6 Prozent vor. Peugeot legen 1,5 Prozent zu.

Die Österreichische Post (ISIN AT0000APOST4 / WKN A0JML5 ) musste im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen. Die Erlöse lagen mit 2,36 Mrd. Euro um 3,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beim Periodenergebnis wurde ein Rückgang auf 79,7 Mio. Euro verzeichnet, nach 118,9 Mio. Euro im Vorjahr. Für das Jahr 2010 erwartet Generaldirektor Dr. Georg Pölzl weiterhin ein schwieriges Marktumfeld. Der Wert gibt im ATX 1,4 Prozent ab. Zumtobel (ISIN AT0000837307 / WKN A0JLPR ) verlieren knapp 2 Prozent. Die Erlöse des Leuchtenherstellers verringerten sich im dritten Quartal auf 255,3 Mio. Euro, nach 259,3 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Unter dem Strich wurde ein Periodenverlust von 3,6 Mio. Euro verzeichnet, nach einem Minus von 4,0 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Scania (ISIN SE0000308280 / WKN 899846 ) ziehen an der Nordic Stock Exchange um knapp 2 Prozent an. Der Nutzfahrzeughersteller will seine Produktion erhöhen. Damit reagiere man auf die derzeit sehr hohe Nachfrage aus Brasilien. Auch in einigen europäischen Märkten zeichne sich derzeit eine leichte Erholung der Nachfragesituation ab. Vor diesem Hintergrund werde man in Schweden im April anstelle der bisherigen Vier-Tage-Woche eine Fünf-Tage-Woche einführen. Dennoch bleibe die Nachfrage trotz der zuletzt gesehenen positiven Impulse weiterhin deutlich unter dem Niveau der Rekordjahre 2007 und 2008.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.891,26 (+0,72 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.581,73 (+0,64 Prozent) EURONEXT 100: 686,48 (+0,74 Prozent) FTSE 100 (London): 5.609,09 (+0,27 Prozent) CAC40 (Paris): 3.921,96 (+0,80 Prozent) MIB (Mailand): 22.543,08 (+0,76 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.973,80 (+0,15 Prozent) SMI (Zürich): 6.864,33 (+0,57 Prozent) ATX (Wien): 2.564,04 (+0,68 Prozent) (16.03.2010/ac/n/m)


 

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