Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen können ihre morgendlichen Gewinne bis zum Mittag ausbauen und profitieren dabei von positiven Konjunkturdaten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt aktuell 0,68 Prozent auf 2.915,41 Punkte.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legt daneben um 0,41 Prozent zu auf 2.588,62 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 steigt indes um 0,54 Prozent auf 691,40 Stellen. Auch die europäischen Länderbörsen zeigen mehrheitlich etwas stärkere Aufschläge.
Die wichtigen US-Börsen konnten den gestrigen Handelstag allesamt mit leichten Gewinnen abschließen. Auch aus Tokio kamen positive Impulse - der Nikkei beendete den Handel heute mit einem Aufschlag von 0,8 Prozent. Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat heute bekannt gab, ist die Industrieproduktion in der Eurozone im Januar 2010 mit beschleunigtem Tempo angestiegen. Auf Monatssicht wuchs die saisonbereinigte Ausbringung in der Eurozone (EZ16) um 1,7 Prozent, während sie im Dezember um 0,6 Prozent gestiegen war. Im Vorjahresvergleich kletterte die arbeitstäglich bereinigte Fertigungsmenge in der Eurozone um 1,4 Prozent, gegenüber einem Minus von 4,1 Prozent im Vormonat. In der gesamten Europäischen Union (EU27) stieg die Erzeugung um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat, nach einem Plus von 0,3 Prozent im Dezember. Binnen Jahresfrist zog der Output 1,5 Prozent an, wogegen er im Dezember um 4,1 Prozent geschrumpft war. Aus den USA werden in Kürze der Einzelhandelsumsatz und am späteren Nachmittag die Verbraucherstimmung und die Lagerbestände gemeldet.
In Oslo zeigen sich Aktien von Yara International (
ISIN NO0010208051 /
WKN A0BL7F ) inzwischen mit einem satten Plus von 7,5 Prozent. Der norwegische Düngemittelhersteller gab heute bekannt, dass er seine Offerte für den US-Konkurrenten Terra Industries (
ISIN US8809151033 /
WKN 868066 ) nicht erhöhen wird. Der Konzern bietet insgesamt 4,1 Mrd. Dollar für Terra Industries. Dabei würden Terra Industries-Aktionäre 41,10 Dollar für jeden ihrer Anteilsscheine erhalten. Am Mittwoch teilte der Terra-Konzern mit, dass er von CF Industries (
ISIN US1252691001 /
WKN A0ES9N ) ein Angebot in Höhe von 4,7 Mrd. Dollar erhalten hat und nun beabsichtigt, dieses anzunehmen, falls Yara nicht innerhalb von fünf Werktagen eine verbesserte Offerte vorlegt. Den jüngsten Angaben zufolge wird Yara sein Übernahmeangebot jedoch nicht dahingehend modifizieren, so dass es auf oder über dem Niveau der Offerte von CF Industries liegen wird.
In der Schweiz geben am Mittag im SMI Titel von Roche (
ISIN CH0012032113 /
WKN 851311 ) 2,3 Prozent ab, womit sie noch schwächer als heute Morgen tendieren. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Pharmaherstellers hervorgeht, hat er mit einer klinischen Phase-III-Studie für Avastin (Bevacizumab) in Kombination mit einer Docetaxel-Chemotherapie und dem Mittel Prednison den primären Endpunkt bei Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium verfehlt. Demnach habe sich in der Studie keine Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit von Männern im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit Chemotherapie und Prednison gezeigt. Zudem seien bei Avastin die bekannten Nebenwirkungen beobachtet worden. Laut Roche hat die Studie keinen Einfluss auf die Zulassung von Avastin in anderen Indikationen. Ebenfalls wenig gefragt sind Anteilsscheine von Novartis (-0,4 Prozent) und Swatch (
ISIN CH0012255151 /
WKN 865126 ), die sich um 0,3 Prozent verbilligen. Gestern war die Swatch-Aktie Top-Gewinner im SMI, nachdem der Uhrenhersteller mitgeteilt hatte, dass er nach Einbußen im vergangenen Jahr neue Rekordergebnisse für 2010 anstrebt. Deutlich fester präsentieren sich am Mittag UBS (+2,1 Prozent), Credit Suisse (+1,7 Prozent) und ABB (+1,6 Prozent).
In Großbritannien verteuern sich im FTSE 100 momentan Aktien von RBS um 4,6 Prozent und stehen damit weiterhin an der Spitze des britischen Leitindex. Dahinter verbuchen Papiere von Eurasian Natural, Inmarsat und Lloyds Aufschläge von jeweils über 3 Prozent. Top-Verlierer sind HSBC (
ISIN GB0005405286 /
WKN 923893 ) mit -1,3 Prozent und SABMiller (-1,1 Prozent). Die zur britischen Großbank gehörende Sparte HSBC Private Bank (Suisse) S.A. gab bereits gestern bekannt, dass von dem Datendiebstahl 15.000 aktuelle Kunden betroffen sind. Den Angaben zufolge hatte ein IT-Mitarbeiter vor drei Jahren Daten von insgesamt 24.000 Konten der Schweizer Großbank gestohlen. 9.000 Betroffene seien jedoch nicht mehr Kunden des Instituts. Der Diebstahl betreffe ausschließlich Schweizer Konten.
In Frankreich stehen inzwischen Titel von Dexia (+3 Prozent) ganz oben im CAC 40, gefolgt von PPR, Renault, Peugeot und ArcelorMittal mit Zugewinnen von jeweils über 2 Prozent. Top-Verlierer im französischen Leitindex ist unverändert Carrefour mit -2,2 Prozent zu Buche. Aktien von Lagardère (
ISIN FR0000130213 /
WKN 866786 ) tendieren 0,6 Prozent fester. Der Medienkonzern meldete bereits am Mittwochabend, dass sein bereinigter Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 10 Prozent gesunken ist. Damit wurden die Erwartungen der
Analysten verfehlt. Zudem wurde ein enttäuschender Ausblick gegeben. Mit -8 Prozent war die Aktie gestern mit Abstand Top-Verlierer im CAC 40.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.915,41 (+0,68 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.588,62 (+0,41 Prozent) EURONEXT 100: 691,40 (+0,54 Prozent) FTSE 100 (London): 5.630,99 (+0,24 Prozent) CAC40 (Paris): 3.949,54 (+0,52 Prozent) MIB (Mailand): 22.673,31 (+0,59 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 11.158,80 (+1,03 Prozent) SMI (Zürich): 6.864,71 (+0,19 Prozent) ATX (Wien): 2.553,05 (+1,38 Prozent) (12.03.2010/ac/n/m)