Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen liegen auch zum Mittag hin im Plus, wenngleich die Tageshöchststände keinen Bestand haben. Der Dow Jones EURO STOXX 50 liegt zur Stunde mit 0,01 Prozent vorne bei 2.700,33 Punkten.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gewinnt 0,40 Prozent auf 2.425,67 Zähler. Gleichzeitig rückt der in Paris berechnete EURONEXT 100 um 0,21 Prozent vor auf 641,84 Stellen. Die europäischen Länderbörsen tendieren mit Ausnahme von Madrid ebenfalls fester. Wie die Statistikbehörde INE mitteilte, ist die spanische Wirtschaft im vierten Quartal 2009 erneut kräftig geschrumpft. So sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,1 Prozent.
Wie aus dem Monatsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor geht, wird die Wirtschaft der Eurozone im laufenden Jahr voraussichtlich eine moderate Erholung ausweisen. Zwar sei das Bruttoinlandsprodukt zum Jahreswechsel weiter gewachsen, jedoch dürfte die Erholung unstet verlaufen und der Ausblick sei mit Unsicherheit behaftet. Den weiteren Angaben zufolge bleibe der Inflationsdruck niedrig, deshalb halten die Währungshüter das Leitzinsniveau für angemessen.
Die Wall Street dürfte am Nachmittag mit leichten Gewinnen eröffnen. Aktuell legen der Dow Jones Future 0,22 Prozent, der S&P 500 Future 0,10 Prozent und der NASDAQ 100 Future 0,19 Prozent zu. Konjunkturseitig werden im weiteren Handelsverlauf die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Einzelhandelsumsatz sowie die Lagerbestände erwartet. Für Aufsehen dürften außerdem die Zahlen von PepsiCo, Philip Morris und Viacom sorgen. Gespannt erwarten die Anleger auch den Ausgang des EU-Sondergipfels, von dem man sich ein Rettungspaket für das krisengeschüttelte Griechenland erhofft. Mit einem Ergebnis kann aber wohl erst am Abend gerechnet werden.
Die Aktie des Triebwerksherstellers Rolls-Royce (
ISIN GB0032836487 /
WKN 136198 ) schießt an der Spitze des FTSE 100 in London um über 6 Prozent in die Höhe. Der Konzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Der Umsatz lag mit 10,41 Mrd. Britischen Pfund (GBP) über dem Vorjahreswert von 9,08 Mrd. GBP. Unter dem Strich verzeichnete man einen Nettogewinn von 2,22 Mrd. GBP, nach einem Nettoverlust von 1,35 Mrd. GBP im Vorjahr. Für Titel des Bergbaukonzerns Rio Tinto (
ISIN GB0007188757 /
WKN 852147 ) (
ISIN AU000000RIO1 /
WKN 855018 ) geht es daneben um gut 3 Prozent nach oben. Das Unternehmen konnte sein Ergebnis im Jahr 2009 dank einer starken Entwicklung bei Eisenerz, Kupfer und Gold kräftig steigern. Demnach kletterte der Nettogewinn um 33 Prozent auf 4,87 Mrd. Dollar. Auf bereinigter Basis schrumpfte das Ergebnis jedoch um 39 Prozent auf 6,30 Mrd. Dollar. Diageo (
ISIN GB0002374006 /
WKN 851247 ) fallen dagegen um 3,5 Prozent zurück. Wie der größte Spirituosenhersteller der Welt erklärte, ist sein Gewinn im ersten Halbjahr um 10 Prozent gesunken. Auch der operative Gewinn war rückläufig, was vor allem auf eine schwächere Nachfrage in den USA und Europa zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden verfehlt. Am Indexende verlieren Titel der größten britischen Telefongesellschaft BT Group (
ISIN GB0030913577 /
WKN 794796 ) mehr als 8 Prozent. Der Konzern konnte seinen Gewinn im dritten Quartal verdreifachen, was mit Kostensenkungen zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 178 Mio. GBP, gegenüber 62 Mio. GBP im Vorjahr. Das EBITDA kletterte um 32 Prozent auf 1,23 Mrd. GBP, wobei auf bereinigter Basis ein Plus von 11 Prozent auf 1,44 Mrd. GBP verzeichnet wurde.
Analysten waren von einem bereinigten EBITDA von 1,41 Mrd. GBP ausgegangen. Der Umsatz fiel um 4,4 Prozent auf 5,2 Mrd. GBP.
Papiere des französischen Netzwerkausrüsters Alcatel-Lucent (
ISIN FR0000130007 /
WKN 873102 ) sacken im CAC40 um über 7 Prozent ab. Der Konzern konnte im Schlussquartal trotz deutlich rückläufiger Umsatzerlöse einen Gewinn ausweisen. Die Erlöse lagen mit 3,97 Mrd. Euro um 19,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Beim Nettoergebnis stand ein Gewinn von 46 Mio. Euro zu Buche, nachdem man im Vorjahresquartal aufgrund hoher Wertberichtigungen einen Verlust von 3,89 Mrd. Euro ausgewiesen hatte. Auf bereinigter Basis hatte der Nettogewinn bei 85 Mio. Euro gelegen. Insgesamt hat das Zahlenwerk aber enttäuscht. Um über 5 Prozent in die Tiefe geht es für Titel des Autobauers Renault (
ISIN FR0000131906 /
WKN 893113 ). Wie der Konzern erklärte, hat er im abgelaufenen Geschäftsjahr einen hohen Verlust erwirtschaftet, was mit einem Einbruch in der weltweiten Automobilindustrie zusammenhängt. Zudem wurde für 2010 ein schwacher Marktausblick gegeben. Der Nettoverlust nach Abzug von Minderheitsanteilen belief sich auf 3,13 Mrd. Euro, gegenüber einem Nettogewinn von 571 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren von einem Verlust von 2,6 Mrd. Euro ausgegangen. Der Umsatz ging um 11 Prozent auf 33,71 Mrd. Euro zurück. Auch die Fluggesellschaft Air France-KLM (
ISIN FR0000031122 /
WKN 855111 ) hat enttäuschende Geschäftszahlen vorgelegt. Die Umsatzerlöse verringerte sich im dritten Quartal um 16 Prozent auf 5,20 Mrd. Euro. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 295 Mio. Euro zu Buche, nachdem man im Vorjahresquartal einen Nettoverlust von 508 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Air France-KLM brechen im breiten Markt um über 8 Prozent ein.
Dagegen können EDF (
ISIN FR0010242511 /
WKN A0HG6A ) gut 1 Prozent zulegen. Der Versorger konnte im abgelaufenen Fiskaljahr trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds ein Ergebnisplus vorweisen. Der Umsatz stieg auf 66,34 Mrd. Euro, nach 63,95 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis ein Gewinn von 3,91 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,48 Mrd. Euro) ausgewiesen. Der Ölkonzern Total (
ISIN FR0000120271 /
WKN 850727 ) hat im Schlussquartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Die Aktie gewinnt mehr als 2 Prozent. Deutlich fester präsentieren sich auch Danone (
ISIN FR0000120644 /
WKN 851194 ). Der Lebensmittelhersteller konnte im Geschäftsjahr 2009 dank Kosteneinsparungen und Umstrukturierungen ein Ergebnisplus verbuchen.
Wie die schweizerische Großbank Credit Suisse (
ISIN CH0012138530 /
WKN 876800 ) mitteilte, hat sie im vierten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn belief sich demnach auf 793 Mio. Schweizer Franken (CHF), gegenüber einem Reinverlust von 6,02 Mrd. CHF in der Vorjahresperiode. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,28 Mrd. CHF ausgegangen. Die im SMI gelistete Aktie gewinnt rund 1 Prozent. An der Spitze rangieren Swatch mit +3,1 Prozent. ABB und Synthes gewinnen jeweils gut 2 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.700,33 (+0,01 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.425,67 (+0,40 Prozent) EURONEXT 100: 641,84 (+0,21 Prozent) FTSE 100 (London): 5.170,42 (+0,75 Prozent) CAC40 (Paris): 3.641,57 (+0,16 Prozent) MIB (Mailand): 21.270,37 (+0,14 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.354,30 (-0,96 Prozent) SMI (Zürich): 6.410,69 (+1,21 Prozent) ATX (Wien): 2.470,58 (+0,77 Prozent) (11.02.2010/ac/n/m)