Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes notieren im Mittwochhandel auch zur Mittagszeit in der Gewinnzone. Dabei stützt nach wie vor insbesondere neuer Optimismus im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise.
Der Dow Jones
EURO STOXX 50 (
ISIN EU0009658145 /
WKN 965814 ) gewinnt derzeit 1,10 Prozent auf 2.515,73 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (
ISIN EU0009658160 /
WKN 965816 ) verbessert sich um 0,62 Prozent auf 2.499,52 Zähler. Die europäischen Länderbörsen zeigen eine positive Tendenz.
Das europäische Statistikamt Eurostat legte heute seine erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal 2011 vor, wonach die Wirtschaft leicht geschrumpft ist. Gegenüber dem Vorquartal sank das BIP in der Eurozone (ER17) und in der gesamten Europäischen Union (EU27) um jeweils 0,3 Prozent. Im dritten Quartal 2011 war das BIP hingegen um 0,1 bzw. 0,3 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich legte die Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 0,7 Prozent zu, während sie im Vorquartal um 1,3 Prozent angezogen war. In der EU27 lag das BIP um 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach einem Plus von 1,4 Prozent im dritten Quartal. Unterdessen hat die Handelsbilanz der Eurozone im Dezember 2011 nach einer ersten Schätzung mit einem Überschuss geschlossen. So belief sich der Überschuss der gesamten Union (EU27) auf 1,7 Mrd. Euro, nach Negativsalden von 7,5 Mrd. Euro im Vormonat und 12,1 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Die Exporte nahmen binnen Monatsfrist um 1,4 Prozent zu, wogegen die Importe um 0,5 Prozent nachgaben. Ferner kletterte der Überschuss im Euroraum (ER17) beim Handel mit Drittländern auf 9,7 Mrd. Euro, nach einem Aktivsaldo von 6,3 Mrd. Euro im Vormonat und einem Passivsaldo von 1,7 Mrd. Euro im Dezember 2010. Hierbei legten die saisonbereinigten Ausfuhren auf Monatssicht um 0,1 Prozent zu und die Einfuhren sanken um 0,9 Prozent. Im Jahr 2011 erzielte der Euroraum ein Handelsbilanzdefizit von 7,7 Mrd. Euro, gegenüber einem Minus von 14,7 Mrd. Euro im Jahr 2010. Die EU27 verzeichnete 2011 ein Defizit von 152,8 Mrd. Euro, nach einem Passivsaldo von 159,5 Mrd. Euro im Vorjahr.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine positive Handelseröffnung ab. So verbessert sich der Dow Jones Future derzeit um 0,58 Prozent. Der NASDAQ-Future legt um 1,25 Prozent zu, während der S&P-Future 0,96 Prozent gewinnt. Aus den USA werden heute der Empire State Manufacturing Index, die Industrieproduktion, der NAHB-Hauspreisindex, der Ölmarktbericht und das FOMC Sitzungsprotokoll gemeldet.
Die Arbeitsmarktsituation in Großbritannien hat sich im Dezember 2011 nach Angaben von National Statistics verschlechtert. In den drei Monaten von Oktober bis Dezember kletterte die Zahl der Arbeitslosen um 48.000 auf 2,67 Millionen. Ferner stieg die ILO-Arbeitslosenquote von Oktober bis Dezember auf 8,4 Prozent, nachdem sie zuvor bei 8,3 Prozent gestanden hatte.
Die italienische Wirtschaft ist im vierten Quartal 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat geschrumpft. Im Vergleich zum Vorquartal sank die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent. Davor hatte sie im dritten Quartal um 0,2 Prozent abgenommen. Gegenüber dem Vorjahresquartal verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5 Prozent, nach einem Plus von 0,3 Prozent im dritten Quartal 2011. Für Eni (
ISIN IT0003132476 /
WKN 897791 ) geht es um 0,5 Prozent nach oben. Der Öl- und Erdgaskonzern erzielte im vierten Quartal ein deutliches Gewinnplus. Das um Einmaleffekte bereinigte Nettoergebnis lag jedoch angesichts rückläufiger Ergebnisse im Raffineriesegment und höherer Steuern unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz verbesserte sich auf 30,10 Mrd. Euro, nach 28,11 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Nettogewinn wurde ein deutlicher Anstieg auf 1,32 Mrd. Euro ausgewiesen (Vorjahr: 548 Mio. Euro). Bereinigt um Einmaleffekte verringerte sich der Nettogewinn jedoch um 9,5 Prozent auf 1,54 Mrd. Euro.
Der Anstieg der spanischen Verbraucherpreise hat sich im Januar 2012 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE mit abgebremstem Tempo fortgesetzt. So reduzierte sich die jährliche Inflationsrate auf 2,0 Prozent, nachdem sie im Dezember noch bei 2,4 Prozent gelegen hatte.
Die französische Wirtschaft ist im vierten Quartal 2011 nach Angaben der Statistikbehörde INSEE mit vermindertem Tempo gewachsen. Demnach lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Im dritten Quartal 2011 war das BIP noch um 0,3 Prozent angestiegen. Im Gesamtjahr 2011 zog die Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent an, nach einem Plus von 1,4 Prozent in 2010. Im CAC 40 stehen heute die Anteilsscheine der BNP Paribas (
ISIN FR0000131104 /
WKN 887771 ) an der Indexspitze mit einem Aufschlag von 6,6 Prozent weiter im Blickfeld der Investoren. Die größte Bankgesellschaft in Frankreich vermeldete, dass ihr Gewinn im vierten Quartal um 51 Prozent eingebrochen ist, was auf eine Sonderbelastungen in Zusammenhang mit griechischen Staatsschulden und Verluste aus dem Verkauf europäischer Staatsanleihen zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. So belief sich der Nettogewinn auf 765 Mio. Euro, nach 1,55 Mrd. Euro im Vorjahr.
Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 587 Mio. Euro ausgegangen. Die Erträge verringerten sich um 6,1 Prozent auf 9,69 Mrd. Euro. Die Rückstellungen für faule Kredite stiegen von 1,16 Mrd. Euro auf 1,52 Mrd. Euro. Ferner geht es für die Aktie des Lebensmittelherstellers Groupe Danone (
ISIN FR0000120644 /
WKN 851194 ) nach Zahlen zum Geschäftsjahr 2011 um 1,9 Prozent nach oben. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 13,6 Prozent auf 19,32 Mrd. Euro, nach 17,01 Mrd. Euro in 2010. Organisch belief sich das Wachstum auf 7,8 Prozent. Der Nettogewinn kletterte auf bereinigter Basis von 1,67 Mrd. auf 1,75 Mrd. Euro. Das EPS stieg dabei von 2,72 auf 2,89 Euro. Für 2012 stellt der Konzern ein organisches Umsatzwachstum zwischen 5 und 7 Prozent in Aussicht.
Peugeot (
ISIN FR0000121501 /
WKN 852363 ) fahren derweil mit einem Abschlag von 3,1 Prozent als Schlusslicht im CAC 40 hinterher. Der Automobilkonzern verlautbarte, dass sich sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr halbiert hat, was mit einem Preiskrieg in Europa, Störungen in der Lieferkette und gestiegenen Rohstoffkosten zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 588 Mio. Euro, gegenüber 1,13 Mrd. Euro im Jahr 2010. Der Umsatz wuchs im Jahr 2011 um 6,9 Prozent auf 59,91 Mrd. Euro. Für das laufende Geschäftsjahr 2012 rechnet der Konzern damit, dass der europäische Automobilmarkt gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent schrumpfen wird, wobei in Frankreich eine Kontraktion um 10 Prozent erwartet wird.
Heineken (
ISIN NL0000009165 /
WKN A0CA0G ) verteuern sich um 3,5 Prozent. Der Bierkonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 einen Gewinn auf Vorjahresniveau erzielt und konnte die Erwartungen schlagen. Angesichts steigenden Ausgaben für Ingredienzen plant man ein neues Kostensenkungsprogramm. Der Nettogewinn betrug 1,43 Mrd. Euro, im Vergleich zu 1,45 Mrd. Euro im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn kletterte um 8,8 Prozent (organisch: 9,2 Prozent) auf 1,58 Mrd. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 6,1 Prozent (organisch: 3,6 Prozent) auf 17,12 Mrd. Euro.
In der Schweiz geht es für Swisscom (
ISIN CH0008742519 /
WKN 916234 ) als größter Verlierer im SMI um 2,2 Prozent nach unten. Der Telekommunikationskonzern musste im vierten Quartal angesichts hoher Wertberichtigungen auf die italienische Internet-Tochter Fastweb einen Verlust ausweisen. Der Umsatz lag mit 2,93 Mrd. Schweizer Franken (CHF) unter dem Vorjahreswert von 3,01 Mrd. CHF. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 835 Mio. CHF verzeichnet, nach einem Reingewinn von 389 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Dabei hatten Wertminderungen in Höhe von 1,56 Mrd. CHF, vor allem bei der Internet-Tochter Fastweb, das Konzernergebnis verhagelt. Im breiten Markt rücken Clariant (
ISIN CH0012142631 /
WKN 895929 ) um 4 Prozent vor. Der Spezialchemiekonzern wartete im vierten Quartal mit einem deutlichen Umsatzanstieg auf und legte auch beim operativen Gewinn zu. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 13 Prozent auf 1,92 Mrd. CHF. In Lokalwährungen wurde ein Umsatzanstieg von 21 Prozent verzeichnet. Beim Nettoergebnis wurde allerdings ein Rückgang auf 10 Mio. CHF ausgewiesen, nach 47 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum.
Svenska Handelsbanken (
ISIN SE0000193120 /
WKN 886062 ) verbessern sich nach Geschäftszahlen für das vierte Quartal um 1,8 Prozent. Die Gesamteinnahmen legten auf 8,37 Mrd. Schwedische Kronen (SEK) zu, nach 8,13 Mrd. SEK im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verzeichnete der Finanzkonzern einen Gewinn von 3,05 Mrd. SEK, nach 2,89 Mrd. SEK im Vorjahreszeitraum.
In Österreich legen die Papiere von voestalpine (
ISIN AT0000937503 /
WKN 897200 ) um 3,8 Prozent zu. Der Stahlkonzern hat in den ersten neun Monaten trotz der schwierigen konjunkturellen Situation einen Gewinnanstieg verzeichnet. Der Umsatz lag in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres 2011/12 mit 8,88 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 7,94 Mrd. Euro. Das Nachsteuerergebnis verbesserte sich leicht auf 411,4 Mio. Euro, nach 400,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Sanochemia Pharmazeutika (
ISIN AT0000776307 /
WKN 919963 ) konnte derweil im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 einen Anstieg beim Umsatz erreichen. So wuchsen die Umsatzerlöse um 12 Prozent auf 8,1 Mio. Euro, nach 7,0 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 274.000 (Vorjahr: 403.000) Euro. Der Titel verteuert sich um 6,1 Prozent.
H&M (
ISIN SE0000106270 /
WKN 872318 ) rücken schließlich um 0,2 Prozent vor. Die Bekleidungskette konnte im Januar ein deutliches Umsatzplus ausweisen. So verbesserte sich der konsolidierte Gesamtumsatz im Januar währungsbereinigt um 12 Prozent. Die vergleichbaren Filialumsätze bei Niederlassungen, die länger als ein Jahr geöffnet waren, stiegen indes um 3 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.515,73 (+1,10 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.499,52 (+0,62 Prozent) FTSE 100 (London): 5.922,60 (+0,39 Prozent) CAC40 (Paris): 3.417,00 (+1,23 Prozent) MIB (Mailand): 16.741,13 (+1,80 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.841,80 (+0,80 Prozent) SMI (Zürich): 6.201,51 (+0,61 Prozent) ATX (Wien): 2.212,82 (+1,71 Prozent) (15.02.2012/ac/n/m)