Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen können am Donnerstag auf recht ordentliche Gewinne blicken. Der Dow Jones EURO STOXX 50 legt zur Stunde 0,49 Prozent zu und notiert bei 2.713,47 Punkten.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 rückt um 0,80 Prozent vor auf 2.435,21 Zähler. Für den in Paris berechneten EURONEXT 100 geht es um 0,75 Prozent nach oben auf 645,30 Stellen. Die europäischen Länderbörsen melden mit Ausnahme von Madrid ebenfalls Zuwächse. Wie die Statistikbehörde INE bekannt gab, ist die spanische Wirtschaft im vierten Quartal 2009 erneut kräftig geschrumpft. So sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,1 Prozent.
Die US-Börsen haben am Vorabend im Vergleich zum Handelsschluss in Europa noch etwas Boden gutmachen können. Der Dow Jones schloss am Ende 0,2 Prozent schwächer. Kräftig nach oben ging es heute für einige asiatische Aktienindizes wie den Hang Seng. Ergebnisse werden mitunter von BorgWarner, Marriott International, McAfee, PepsiCo, Philip Morris, RealNetworks und Viacom erwartet. In den USA stehen außerdem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Einzelhandelsumsatz sowie die Lagerbestände auf dem Programm. Des Weiteren schauen die Anleger gespannt auf den EU-Sondergipfel, von dem man sich ein Rettungspaket für das krisengeschüttelte Griechenland erhofft.
Die Aktie des Bergbaukonzerns Rio Tinto (
ISIN GB0007188757 /
WKN 852147 ) (
ISIN AU000000RIO1 /
WKN 855018 ) gewinnt im FTSE 100 in London 4 Prozent. Das Unternehmen konnte sein Ergebnis im Jahr 2009 dank einer starken Entwicklung bei Eisenerz, Kupfer und Gold kräftig steigern. Demnach kletterte der Nettogewinn um 33 Prozent auf 4,87 Mrd. Dollar. Auf bereinigter Basis schrumpfte das Ergebnis jedoch um 39 Prozent auf 6,30 Mrd. Dollar. Daneben rücken unter anderem Xstrata um 3,7 Prozent, Vedanta um 3,2 Prozent und Fresnillo um 3,1 Prozent vor. Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce (
ISIN GB0032836487 /
WKN 136198 ) konnte im abgelaufenen Fiskaljahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Der Umsatz lag mit 10,41 Mrd. Britischen Pfund (GBP) über dem Vorjahreswert von 9,08 Mrd. GBP. Unter dem Strich verzeichnete man einen Nettogewinn von 2,22 Mrd. GBP, nach einem Nettoverlust von 1,35 Mrd. GBP im Vorjahr. Der Wert legt in Reaktion auf die Zahlen gut 3 Prozent zu. Für Diageo (
ISIN GB0002374006 /
WKN 851247 ) geht es dagegen um 2,6 Prozent nach unten. Wie der größte Spirituosenhersteller der Welt bekannt gab, ist sein Gewinn im ersten Halbjahr um 10 Prozent gesunken. Auch der operative Gewinn war rückläufig, was vor allem auf eine schwächere Nachfrage in den USA und Europa zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden verfehlt.
Der französische Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent (
ISIN FR0000130007 /
WKN 873102 ) konnte im vierten Quartal trotz deutlich rückläufiger Umsatzerlöse einen Gewinn ausweisen. Die Erlöse lagen mit 3,97 Mrd. Euro um 19,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Beim Nettoergebnis stand ein Gewinn von 46 Mio. Euro zu Buche, nachdem man im Vorjahresquartal aufgrund hoher Wertberichtigungen einen Verlust von 3,89 Mrd. Euro ausgewiesen hatte. Auf bereinigter Basis hatte der Nettogewinn bei 85 Mio. Euro gelegen. Insgesamt hat der Zahlenwerk aber enttäuscht. Der Wert bricht im CAC40 in Paris um über 7 Prozent ein. Die Aktie des Autobauers Renault (
ISIN FR0000131906 /
WKN 893113 ), der im vergangenen Jahr einen milliardenschweren Verlust erlitten hat, kommt daneben um fast 4 Prozent zurück. Peugeot geben knapp 3 Prozent ab. Auf der Gegenseite stechen EDF (
ISIN FR0010242511 /
WKN A0HG6A ) mit einem Plus von gut 3 Prozent ins Auge. Der Versorger konnte im abgelaufenen Fiskaljahr trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds ein Ergebnisplus vorweisen. Der Umsatz stieg auf 66,34 Mrd. Euro, nach 63,95 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis ein Gewinn von 3,91 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,48 Mrd. Euro) ausgewiesen. Der Ölkonzern Total (
ISIN FR0000120271 /
WKN 850727 ) hat im Schlussquartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Die Aktie legt gut 2 Prozent zu. Ähnliche Gewinne sind auch bei Danone (
ISIN FR0000120644 /
WKN 851194 ) auszumachen. Der Lebensmittelhersteller konnte im Geschäftsjahr 2009 dank Kosteneinsparungen und Umstrukturierungen ein Ergebnisplus verbuchen. Papiere der Fluggesellschaft Air France-KLM (
ISIN FR0000031122 /
WKN 855111 ) sacken im breiten Markt um über 8 Prozent ab. Wie zuvor bekannt wurde, hat der Konzern im abgelaufenen Quartal tieferote Zahlen geschrieben und die Erwartungen verfehlt.
Die schweizerische Großbank Credit Suisse (
ISIN CH0012138530 /
WKN 876800 ) gab bekannt, dass sie im vierten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt hat. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn belief sich demnach auf 793 Mio. Schweizer Franken (CHF), gegenüber einem Reinverlust von 6,02 Mrd. CHF in der Vorjahresperiode.
Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,28 Mrd. CHF ausgegangen. Die im SMI gelistete Aktie gewinnt zur Stunde dennoch 2,6 Prozent. An der Spitze legen ABB 2,8 Prozent zu. Synthes können um 2,6 Prozent vorrücken.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.713,47 (+0,49 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.435,21 (+0,80 Prozent) EURONEXT 100: 645,30 (+0,75 Prozent) FTSE 100 (London): 5.180,35 (+0,94 Prozent) CAC40 (Paris): 3.655,86 (+0,56 Prozent) MIB (Mailand): 21.337,18 (+0,45 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.425,30 (-0,28 Prozent) SMI (Zürich): 6.418,58 (+1,34 Prozent) ATX (Wien): 2.468,18 (+0,67 Prozent) (11.02.2010/ac/n/m)