Zürich (aktiencheck.de AG) - Der von der US-Regierung durchgeführte "Stress-Test" sorgt für Erleichterung an den europäischen Aktienmärkten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt zur Stunde 1,58 Prozent auf 2.444,05 Punkte.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 kann 1,17 Prozent zulegen auf 2.099,67 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verbessert sich um 1,27 Prozent auf 563,87 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen liegen ebenfalls im Plus.
Die US-Börsen sind am Vorabend im Vergleich zum Handelsschluss in Europa noch etwas zurückgekommen, während die Börsen in Japan und China heute zulegen konnten. Wie gestern Abend bekannt wurde, ist der von der US-Regierung durchgeführte "Stress-Tests" besser ausgefallen als erwartet. Demnach benötigen insgesamt zehn der 19 untersuchten Kreditinstitute zusätzliches Eigenkapital in Höhe von 74,6 Mrd. Dollar. Im Vorfeld hatte es Befürchtungen über einen Kapitalbedarf in der Größenordnung von mehreren hundert Milliarden Dollar gegeben. Unter anderem wurde alleine für die Bank of America ein zusätzlicher Eigenkapitalbedarf von 33,9 Mrd. Dollar ermittelt. In einer Rede äußerte sich US-Notenbankchef Ben Bernanke insgesamt zufrieden mit den Untersuchungsergebnissen der Regulierungsbehörden über die Kapitalausstattung der geprüften Geschäftsbanken. Am Nachmittag steht in den USA der große Arbeitsmarktbericht auf der Agenda. Außerdem werden die Großhandelsdaten erwartet.
Die im britischen Leitindex FTSE 100 gelistete Royal Bank of Scotland musste im ersten Quartal erneut einen Verlust ausweisen. Demnach verbuchte das Geldhaus im Berichtszeitraum einen Nettoverlust von 857 Mio. Britischen Pfund (GBP), nach einem Nettogewinn von 245 Mio. GBP im Vorjahreszeitraum. Dabei hatte der Konzern im Berichtszeitraum erneut unter hohen Rückstellungen für faule Kredite sowie Wertberichtigungen zu leiden. Um Einmaleffekte bereinigt wurde der operative Gewinn um 42 Prozent auf 4,08 Mrd. GBP gesteigert. Die Aktie gewinnt aktuell fast 13 Prozent. Daneben legen Lloyds gut 5 Prozent und HSBC über 2 Prozent zu. Rohstoffwerte stehen ebenfalls hoch im Kurs. So gewinnen unter anderem Randgold 5,5 Prozent, Xstrata 3,9 Prozent und Antofagasta 2,9 Prozent.
Im französischen CAC40 legen Papiere des Luxusgüterkonzerns PPR als Spitzenreiter knapp 4 Prozent zu. Der mehrheitlich kontrollierte deutsche Sportartikelhersteller PUMA hat im Auftaktquartal einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Vor Restrukturierungskosten sank der Überschuss von 90,1 Mio. Euro auf 80,8 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der Restrukturierungskosten brach der Konzerngewinn auf 5,6 Mio. Euro ein. Im Finanzsektor rücken unter anderem BNP Paribas um 3,4 Prozent, Crédit Agricole um 2,6 Prozent und AXA um 2,4 Prozent vor. Rote Vorzeichen sind dagegen bei Michelin, Renault und Peugeot auszumachen. Wie zuvor bekannt wurde, ist der japanische Automobilriese Toyota im abgelaufenen Geschäftsjahr tiefer in die roten Zahlen gerutscht als erwartet.
Das Ergebnis des österreichischen Mineralölkonzerns OMV wurde im ersten Quartal durch den starken Ölpreisrückgang belastet. Die Erlöse gingen um 28 Prozent auf 4,29 Mrd. Euro zurück. Der Periodenüberschuss nach Minderheiten brach um 91 Prozent auf 40 Mio. Euro ein. Der Titel gibt im ATX 1,2 Prozent ab.
Im Schweizer Leitindex SMI stechen Papiere der Swiss Re mit einem Plus von über 11 Prozent ins Auge. Die Aktie des Rückversicherers konnte bereits gestern nach Zahlenvorlage kräftig zulegen. Die Wer profitiert dabei insbesondere von einigen positiven
Analystenkommentaren. Titel der beiden Großbanken Credit Suisse und UBS gewinnen 2,8 bzw. 1,9 Prozent. Abschläge sind indes bei den drei Schwergewichten Nestlé, Roche und Novartis auszumachen.
Der spanische Öl- und Erdgaskonzern Repsol gab heute für das Auftaktquartal einen Gewinneinbruch um gut 57 Prozent bekannt. Der bereinigte Nettogewinn lag allerdings deutlich über den Erwartungen. Die Aktie gewinnt im IBEX 35 fast 2 Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.444,05 (+1,58 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.099,67 (+1,17 Prozent) EURONEXT 100: 563,87 (+1,27 Prozent) FTSE 100 (London): 4.428,23 (+0,66 Prozent) CAC40 (Paris): 3.320,41 (+1,12 Prozent) MIB 30 (Mailand): 20.870,00 (+1,79 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 9.325,90 (+1,05 Prozent) SMI (Zürich): 5.354,97 (+0,55 Prozent) ATX (Wien): 2.089,47 (+1,00 Prozent) (08.05.2009/ac/n/m)