Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen stehen auch am letzten Handelstag der Woche unter Abgabedruck. Nach den herben Vortagesverlusten büßt der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell 1,47 Prozent ein auf 2.667,64 Punkte.
Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt daneben 1,24 Prozent ab auf 2.395,11 Zähler. Gleichzeitig verliert der in Paris berechnete EURONEXT 100 1,57 Prozent auf 637,83 Stellen. Die europäischen Länderbörsen liegen ebenfalls im Minus.
Wie in der Presse zu lesen war, befinden sich nach Griechenland nun anscheinend mit Portugal und Spanien weitere EU-Staaten in der Schuldenfalle. Demnach hatten sich die Notierungen bei so genannten "Credit Default Swaps", die zur Absicherung gegen Zahlungsausfälle verwendet werden, sowohl bei Portugal als auch bei Spanien deutlich nach oben bewegt und zeitweise Rekordhöhen erreicht. Damit zeichne sich derzeit eine Ausweitung der Schuldenproblematik von Griechenland auf weitere europäische Staaten ab.
Schwache Daten vom US-amerikanischen Arbeitsmarkt und eben die Sorge vor den Schuldenproblemen einiger EU-Mitgliedsstaaten haben an der Wall Street am Vorabend zu massiven Verlusten geführt. Für den Dow Jones ging es am Ende um 2,6 Prozent in die Tiefe. Daneben sackten der S&P 500 um 3,1 Prozent und der NASDAQ Composite um 3 Prozent ab. Der japanische Nikkei-Index verlor heute 2,9 Prozent. In China gaben der Shanghai Composite 1,9 Prozent und der Hang Seng 3,3 Prozent ab. Am Nachmittag wird in den USA der Arbeitsmarktbericht für Januar erwartet. Volkswirte rechnen mit einem Verharren der Arbeitslosenquote bei 10,0 Prozent.
Nach einer Gewinnwarnung brechen ICAP (
ISIN GB0033872168 /
WKN A0BKYB ), der weltgrößte Broker für Transaktionen zwischen Banken, im FTSE 100 in London um fast 17 Prozent ein. Die Aktie der BG Group (
ISIN GB0008762899 /
WKN 931283 ) verliert mehr als 3 Prozent. Wie der Energie- und Erdgasversorger bekannt gab, ist sein Gewinn im vierten Quartal um 38 Prozent gesunken, was auf geringere Treibstoffpreise zurückzuführen ist. Vor Einmaleffekten lag das Ergebnis im Rahmen der Erwartungen der
Analysten. Für British Airways (
ISIN GB0001290575 /
WKN 872391 ) geht es gegen den Trend um ein knappes Prozent nach oben. Die drittgrößte Fluggesellschaft in Europa musste in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust ausweisen. Unternehmensangaben zufolge verringerten sich die Umsatzerlöse um 12,9 Prozent auf 6,1 Mrd. Britische Pfund (GBP). Der operative Verlust betrug 86 Mio. GBP, gegenüber einem Vorjahresgewinn von 89 Mio. GBP. Ferner wuchs der Nettoverlust von 127 Mio. auf 245 Mio. GBP. Weiteren Angaben zufolge reduzierte sich im Januar die Passagierzahl um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 2,1 Millionen.
Julius Bär (
ISIN CH0102484968 /
WKN A0YBDU ) geben im SMI in Zürich 1,5 Prozent ab. Der operative Gewinn des Finanzkonzerns lag im abgelaufenen Fiskaljahr mit 1,59 Mrd. Schweizer Franken (CHF) um 4,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dabei habe man vor allem unter gesunkenen Gebühreneinnahmen zu leiden gehabt, während man bei den Nettozinseinnahmen ein leichtes Plus zu verzeichnen hatte. Beim Konzerngewinn wurde ein Anstieg auf 473,2 Mio. CHF ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 441,4 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Gegen den Trend können Syngenta (
ISIN CH0011037469 /
WKN 580854 ) um 0,4 Prozent vorrücken. Der Pflanzenschutzhersteller und Chemiekonzern hat 2009 ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielen können. Den Angaben zufolge belief sich der Nettogewinn auf 1,37 Mrd. Dollar, gegenüber 1,39 Mrd. Dollar im Vorjahr. Auf bereinigter Basis sank der Nettogewinn um 4 Prozent auf 1,48 Mrd. Dollar. Der Umsatz reduzierte sich um 5 Prozent auf 10,99 Mrd. Dollar.
Der schwedische Lkw-Hersteller Volvo (
ISIN SE0000115446 /
WKN 855689 ) musste im vierten Quartal einen höheren Verlust ausweisen. Dabei verringerten sich die Umsatzerlöse auf 59,80 Mrd. Schwedische Kronen (SEK), nachdem diese im Vorjahreszeitraum bei 78,00 Mrd. SEK gelegen hatten. Der Nettoverlust weitete sich auf 1,99 Mrd. SEK aus, nach 1,35 Mrd. SEK im Vorjahreszeitraum. Insgesamt habe man im Schlussquartal unter den negativen Auswirkungen der internationalen Finanzkrise zu leiden gehabt, was sich in einem deutlichen Absatzrückgang niedergeschlagen habe. Gleichwohl seien gegen Ende des Jahres Erholungstendenzen erkennbar gewesen, wobei vor allem in so genannten Emerging Markets wie China und Indien zuletzt kräftige Nachfrageverbesserungen erkennbar waren. Volvo gewinnen im OMX Nordic 40 fast 3 Prozent.
Alcatel-Lucent geben im CAC40 als Schlusslicht 3,2 Prozent ab. Kursverluste von jeweils mehr als 2 Prozent fahren unter anderem Technip, ArcelorMittal und Vallourec ein. EADS gewinnen gegen den Trend ein knappes Prozent.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.667,64 (-1,47 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.395,11 (-1,24 Prozent) EURONEXT 100: 637,83 (-1,57 Prozent) FTSE 100 (London): 5.087,22 (-1,01 Prozent) CAC40 (Paris): 3.636,65 (-1,43 Prozent) MIB (Mailand): 21.046,78 (-1,67 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 10.066,00 (-1,72 Prozent) SMI (Zürich): 6.302,25 (-1,47 Prozent) ATX (Wien): 2.459,14 (-0,63 Prozent) (05.02.2010/ac/n/m)