Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich mit recht kräftigen Gewinnen in das Wochenende verabschiedet. Der
DAX schloss letztendlich mit 1,31 Prozent im Plus bei 4.710,24 Punkten.
Das Tageshoch lag damit allerdings in einiger Ferne. Der MDAX kletterte daneben um 0,72 Prozent auf 5.372,73 Indexpunkte. Nach der fulminanten Vortagesrallye sind heute an der Wall Street wieder Verluste auszumachen. Der Dow Jones stand zuletzt mit 2,9 Prozent im Minus. Hauptgesprächsthema auf dem New Yorker Börsenparkett ist einmal mehr die wirtschaftliche Gesamtsituation. Während der US-Einzelhandelsumsatz im Oktober einen Rekordrückgang verzeichnet hat, stieg die Stimmung der US-Verbraucher im November überraschend an.
Die Aktie von Continental verzeichnete in der Spitze einen Aufschlag von mehr als 50 Prozent. Zum Ende lag der Wert mit rund 27 Prozent im Plus. Zuvor hat die Schaeffler-Gruppe im Fusionskontrollverfahren zur Übernahme des Automobilzulieferers von der EU-Kommission "grünes Licht" für die formelle Anmeldung des Zusammenschlusses erhalten. Daimler rückten um 1 Prozent vor. BMW und VW blieben mit -3 bzw. mit -0,8 Prozent deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurück. Laut ACEA hat sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Europa im Oktober um 14,5 Prozent verringert.
Im Finanzsegment legten die Allianz 3,9 Prozent, die Deutsche Postbank 2,8 Prozent und die Commerzbank 1,5 Prozent zu. Zu den Favoriten zählten ferner K+S (+3,1 Prozent), RWE (+5 Prozent) und die Deutsche Post (+3,4 Prozent). Am Indexende büßte die HRE 3,9 Prozent ein.
Im MDAX sprangen Salzgitter um 4 Prozent. Der Stahlkonzern hat in den ersten neun Monaten trotz der konjunkturellen Unsicherheiten einen deutlichen Ergebnisanstieg verbucht. Zudem wurden die Prognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Für EADS ging es um 3,7 Prozent nach oben. Zuvor hat der Luft- und Raumfahrtkonzern einen Blick in seine Bücher gewährt. Das Konzernergebnis in den ersten neun Monaten war deutlich positiv. Der Hafenbetreiber HHLA hat in den ersten neun Monaten trotz der eingetrübten konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Ergebnisanstieg verbucht. Der Titel konnte gut 4 Prozent zulegen.
Die Aktie von KlöCo zeigte sich am Morgen fast 9 Prozent fester. Letztendlich gab der Wert aber über 1 Prozent ab. Der Stahl- und Metallhandelskonzern konnte in den ersten drei Quartalen dank hoher Einmalerträge einen kräftigen Ergebnisanstieg ausweisen. TUI verloren nach einem positiven Auftakt mehr als 3 Prozent. Der Konzern hat Umsatz und operatives Ergebnis im dritten Quartal steigern können. Auch Titel des Bau- und Maschinenbaukonzerns BAUER (-4,9 Prozent) sind nach anfänglichen Gewinnen in die Verlustzone gerutscht. Dabei konnte BAUER in den ersten neun Monaten trotz der eingetrübten konjunkturellen Rahmenbedingungen einen deutlichen Ergebnisanstieg vorweisen.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 4.710,24 (+1,31 Prozent)
MDAX: 5.372,73 (+0,72 Prozent)
Tagesgewinner: Continental, RWE, Allianz
Tagesverlierer: HRE, BMW, Infineon
Unternehmensnachrichten:
Die Schaeffler-Gruppe hat im Fusionskontrollverfahren zur Übernahme der Continental AG (
ISIN DE0005439004 /
WKN 543900 ) von der EU-Kommission "grünes Licht" für die formelle Anmeldung des Zusammenschlusses erhalten. Dies gab der in Herzogenaurach ansässige Automobilzulieferer heute bekannt. Den Angaben zufolge werde Schaeffler die zur formellen Einleitung der fusionskontrollrechtlichen Prüfung erforderlichen Dokumente (Form CO) noch heute einreichen. Nach der Anmeldung hat die EU-Kommission in einer ersten Prüffrist ("Phase I") 25 Werktage Zeit zu entscheiden, ob der Zusammenschluss genehmigt oder ein ausführliches Prüfungsverfahren ("Phase II") eingeleitet wird. Die Schaeffler Gruppe ist zuversichtlich, dass eine Genehmigung innerhalb der Phase I erfolgt.
Der Luft- und Raumfahrtkonzern European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (
ISIN NL0000235190 /
WKN 938914 ) gab heute bekannt, dass er in den ersten neun Monaten 2008 vielversprechende Ergebnisse erzielt hat, jedoch in entscheidenden Programmen vor Herausforderungen steht. Den Angaben zufolge erhöhte sich der Umsatz um 7 Prozent. Wie die Muttergesellschaft des Flugzeugherstellers Airbus weiter mitteilte, war das Konzernergebnis deutlich positiv, nach einem Verlust im Vorjahr. Der Umsatz von EADS soll 2008 über 40 Mrd. Euro erreichen. Angesichts eines EBIT von 2,0 Mrd. Euro in den ersten neun Monaten 2008 sollte EADS die EBIT-Prognose für das Gesamtjahr in Höhe von 1,8 Mrd. Euro übertreffen mit Blick auf die starke grundlegende Performance. Darin sind jedoch keine weiteren sich aus den Unsicherheiten im A400M-Programm ergebenden Einflüsse enthalten.
Der Stahlkonzern Salzgitter AG (
ISIN DE0006202005 /
WKN 620200 ) verbuchte in den ersten neun Monaten trotz der konjunkturellen Unsicherheiten einen deutlichen Ergebnisanstieg. Im Anschluss wurden die Prognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Wie der Konzern heute erklärte, verbesserten sich die Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um 29 Prozent. Der Gewinn nach Steuern übertraf den Vorjahreswert um 16 Prozent.
Der Stahl- und Metallhandelskonzern Klöckner & Co SE (
ISIN DE000KC01000 /
WKN KC0100 ) verbuchte in den ersten drei Quartalen dank hoher Einmalerträge einen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Umsatz um 12 Prozent. Das Konzernergebnis konnte dabei mehr als vervierfacht werden. Für das laufende Fiskaljahr werde man die Zielsetzung eines operativen EBITDA von 500 Mio. Euro nur dann erreichen, wenn die Stahlpreise, die in den letzten Wochen deutlich nachgegeben haben, nicht bis in das erste Quartal 2009 weiter absinken. Sollte dies der Fall sein, müsste der Konzern Abschreibungen auf Lagerbestände vornehmen. Angesichts der derzeitigen weltwirtschaftlichen Lage wurde auf eine Prognose für das Fiskaljahr 2009 verzichtet. Es sei aber davon auszugehen, dass sich die Ertragslage gegenüber dem laufenden Geschäftsjahr deutlich verschlechtern werde, erklärte der Konzern.
Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) (
ISIN DE000A0S8488 /
WKN A0S848 ) verbuchte in den ersten neun Monaten trotz der eingetrübten konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Ergebnisanstieg. Die Prognosen für das laufende Fiskaljahr wurden im Anschluss bestätigt. Wie der Hafenbetreiber heute erklärte, stieg der Umsatz um 15,4 Prozent. Beim Nachsteuerergebnis nach Anteilen Dritter stand ein Anstieg um rund 71 Prozent zu Buche. Die weiteren Konjunkturaussichten für das Geschäftsjahr 2009 sind angesichts der aktuellen tiefgreifenden Krise mit großen Unsicherheiten behaftet. Der Konzern hat Umsatz und operatives Ergebnis im dritten Quartal steigern können.
Die TUI AG (
ISIN DE000TUAG000 /
WKN TUAG00 ) hat Unternehmensangaben von heute zufolge wuchs der Umsatz der Sparten des Konzerns (Touristik, Zentralbereich, Containerschifffahrt) um rund 16 Prozent. Das bereinigte Sparten-EBITA des Konzerns wuchs um rund 3 Prozent. Auf Grund von Sondereinflüssen blieb das Konzernergebnis um rund 3 Prozent unter dem Vergleichswert. Für den Gesamtkonzern erwartet der Vorstand auf Grund der bisherigen operativen Entwicklung in der Touristik und der Containerschifffahrt unverändert einen deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses im Gesamtjahr.
Die BAUER AG (
ISIN DE0005168108 /
WKN 516810 ) konnte in den ersten neun Monaten trotz der eingetrübten konjunkturellen Rahmenbedingungen einen deutlichen Ergebnisanstieg vorweisen. Wie der weltweit tätige Bau- und Maschinenbaukonzern heute erklärte, verbesserten sich die Umsatzerlöse um 22,5 Prozent. Das Periodenergebnis vor Anteilen Dritter kletterte dabei überproportional. Vor dem Hintergrund der bisher erfreulichen Geschäftsentwicklung und der derzeit guten Auftragslage in allen Teilen des Konzerns bekräftigt Bauer die Prognosen für das Gesamtjahr. (14.11.2008/ac/n/m)