Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die weltweiten Finanzmärkte reagieren auf den am Wochenende vereinbarten Aktionsplan der führenden Industrienationen (G7) zur Stabilisierung des Finanzsystems mit deutlichen Kursgewinnen.
Der
DAX konnte seine Zuwächse bis Handelsschluss dabei weiter ausbauen und ging mit +11,40 Prozent auf 5.062,45 Indexpunkte aus der Sitzung. Der MDAX kletterte gleichzeitig um 11,69 Prozent auf 5.962,49 Zähler. Die Börsenampel in New York hat ebenfalls auf grün geschaltet. Zum Xetra-Schluss lag der Dow Jones mit über 6 Prozent im Plus.
Die zuletzt arg gebeutelten Finanzwerte zählten dabei zu den Favoriten. An der Indexspitze sprangen Papiere der HRE um rund 40 Prozent. Daneben zogen die Commerzbank um über 14 Prozent und die Deutsche Bank um mehr als 12 Prozent an. Die Deutsche Postbank schloss gut 6 Prozent fester. .
Bei Infineon schlug ein Plus von gut 14 Prozent zu Buche. Wie heute bekannt wurde, veräußert die Speicherchip-Tochter Qimonda ihre Beteiligung an Inotera an den amerikanischen Mitbewerber Micron für 400 Mio. Dollar. Die Liste der Gewinner ließe sich beliebig fortsetzen. So schlossen unter anderem ThyssenKrupp 16,8 Prozent, die Deutsche Börse ebenfalls 16,8 Prozent, E.ON 16,5 Prozent und Daimler 16,1 Prozent fester. Anteilsscheine des Sportartikelherstellers adidas, der die Übernahme des Golfbekleidungskonzerns Ashworth angekündigt hat, gingen mit +13,7 Prozent aus dem Handel.
Die zuletzt so stark gesuchte Volkswagen-Aktie blieb indes mit +3,2 Prozent deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurück. Verlierer waren allerdings nicht auszumachen.
In der zweiten Reihe sprangen Papiere der Aareal Bank um über 36 Prozent. Für TUI ging es um rund 22 Prozent nach oben. Der Touristik- und Schifffahrt-Konzern gab am Sonntag bekannt, dass der Aufsichtsrat dem Verkauf der Hapag-Lloyd an ein Hamburger Konsortium zugestimmt hat. Im SDAX gaben DEUTZ knapp 8 Prozent ab, nachdem der Motorenhersteller seinen Ausblick zurückgenommen hat. An der Spitze fanden sich hier die IKB mit+55 Prozent und ARQUES mit +43 Prozent.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 5.062,45 (+11,40 Prozent)
MDAX: 5.962,49 (+11,96 Prozent)
Tagesgewinner: HRE, Deutsche Börse, ThyssenKrupp
Tagesverlierer:
Unternehmensnachrichten:
Der Sportartikelhersteller adidas AG (
ISIN DE0005003404 /
WKN 500340 ) übernimmt den Golfbekleidungskonzern Ashworth Inc. und baut damit das Geschäftssegment TalyorMade-adidas Golf aus. Wie der Konzern heute erklärte, hat TaylorMade-adidas Golf eine definitive Vereinbarung hinsichtlich des Erwerbs aller ausstehenden Aktien von Ashworth zu einem Kaufpreis von 1,90 Dollar pro Aktie in bar abgeschlossen. Der Wert der Transaktion beträgt damit 72,8 Mio. Dollar. Darin enthalten sind Finanzverbindlichkeiten von Ashworth in Höhe von 46,3 Mio. Dollar.
Der Chemiekonzern BASF SE (
ISIN DE0005151005 /
WKN 515100 ) baut seine Marktposition in China weiter aus. Wie der Chemiekonzern heute erklärte, werde man in Shanghai bis Anfang 2010 einen neunen Standort zur Herstellung von Cellasto Automobil-Zusatzfedern für jährlich rund fünf Millionen Fahrzeuge errichten. Damit wolle man die Voraussetzung für die kundennahe Belieferung des wachsenden Automobilmarkts in China schaffen. Angaben über die Höhe der Investition wurden nicht gemacht.
Die Qimonda AG (
ISIN US7469041013 /
WKN A0KEAT ) veräußert ihre 35,6-prozentige Beteiligung an der Inotera Memories Inc. an den amerikanischen Speicherchip-Hersteller Micron Technology Inc. (
ISIN US5951121038 /
WKN 869020 ). Wie der Halbleiterhersteller Infineon Technologies AG (
ISIN DE0006231004 /
WKN 623100 ) heute mitteilte, beträgt der Kaufpreis 400 Mio. Dollar. Infineon hält derzeit noch rund 77,5 Prozent der Qimonda-Anteile und hat in der Vergangenheit darauf hingewiesen, sich davon trennen zu wollen. Entsprechende Gespräche dauern zurzeit noch an.
Bei der Deutsche Telekom AG (
ISIN DE0005557508 /
WKN 555750 ) kam es einem Pressebericht zufolge erneut zu einem großen Datenskandal. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL" (Samstag, Onlineausgabe) konnten sensible Daten von über 30 Millionen Handy-Kunden - inklusive Bankdaten - relativ leicht abgerufen und manipuliert werden. Laut dem Bericht wurde die Sicherheitslücke durch die Deutsche Telekom in der Nacht von Donnerstag auf Freitag geschlossen, nachdem das Nachrichtenmagazin den Konzern mit seinen Recherchen konfrontiert hatte.
Der Touristik- und Schifffahrt-Konzern TUI AG (
ISIN DE000TUAG000 /
WKN TUAG00 ) gab am Sonntag bekannt, dass der Aufsichtsrat in seiner außerordentlichen Sitzung dem Verkauf der Hapag-Lloyd AG zugestimmt hat. Den Angaben zufolge erhält den Zuschlag das Hamburger Konsortium, das sich im Bieterverfahren durchsetzen konnte. Die Hapag-Lloyd AG wird an eine Tochtergesellschaft der Albert Ballin KG zu einem Unternehmenswert von 4,45 Mrd. Euro veräußert. Die TUI AG wird sich mit 33,33 Prozent unternehmerisch an der Erwerbsgesellschaft beteiligen. Laut dem Konzern sollen die TUI-Aktionäre nach Vollzug des Verkaufs eine angemessene Sonderdividende erhalten. Wie weiter mitgeteilt wurde, eröffnet die sich nach dem Verkauf ergebende starke Liquiditäts- und Finanzsituation des Konzerns Investitionsmöglichkeiten für den weiteren Ausbau des touristischen Geschäfts der TUI AG. In diesem Zusammenhang wird als eine Option auch die Übernahme der ausstehenden Anteile an der TUI Travel plc (
ISIN GB00B1Z7RQ77 /
WKN A0MWY8 ) geprüft, hieß es.
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media AG (
ISIN DE0007771172 /
WKN 777117 ) hat eine Mehrheitsbeteiligung an Webnews.de übernommen und ergänzt damit seine redaktionellen Nachrichtenangebote um den Bereich Social News. Wie der Konzern heute erklärte, hat er eine Mehrheitsbeteiligung von 67,6 Prozent an der Plattform und die Option erworben, das Portal zu einem späteren Zeitpunkt vollständig zu übernehmen. Die restlichen Anteile hält Holtzbrinck Ventures.
Der Motorenhersteller DEUTZ AG (
ISIN DE0006305006 /
WKN 630500) meldete heute, dass sich - nach einer guten Entwicklung im ersten Halbjahr 2008 - die Dynamik der Absatzreduzierung im Zuge der Finanzkrise in den zurückliegenden Wochen beschleunigt fortgesetzt hat. Die Marktschwäche habe sich ausgehend von den USA nun auch in Europa ausgebreitet. Zudem würden sich erste Anzeichen einer Abkühlung des Wachstums in China zeigen. Den Angaben zufolge erwartet der Konzern für das Geschäftsjahr 2008 auf Grundlage aktueller Erkenntnisse nun ein Absatzvolumen von rund 260.000 Motoren. Damit werde der Rekordwert des Vorjahres (rund 286.000 Motoren) nicht erreicht. Vor diesem Hintergrund strebt DEUTZ für das aktuelle Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von bis zu 2 Prozent an. Infolge der erheblich reduzierten Umsatzerwartung im Kompaktmotorengeschäft und den deutlich gestiegenen Materialkosten wird die EBIT-Marge bei rund 2 Prozent liegen. (13.10.2008/ac/n/m)