Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich mit massiven Verlusten in das Wochenende verabschiedet. Zuvor wurden aus Asien heftige Abschläge gemeldet.
Abermals belastet von Sorgen vor einer weltweit tiefgreifenden Rezession hat am Nachmittag auch die Wall Street deutlich schwächer eröffnet. Zum Xetra-Schluss lag der Dow Jones allerdings nur noch mit 2,2 Prozent im Minus und zeigte sich damit spürbar erholt. Der
DAX konnte daraufhin ebenfalls wieder etwas anziehen und schloss bei 4.295,67 Indexpunkten (-4,96 Prozent). Das Tagestief lag bei 4.014 Zählern (-11,2 Prozent). Der MDAX rutschte um 3,85 Prozent ab auf 5.061,82 Zähler.
Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hat heute wie erwartet beschlossen, ihre tägliche Fördermenge um 1,5 Millionen Barrel zu drosseln. Dem Ölpreis half die Nachricht allerdings wenig. Zuletzt lag der Kurs für ein Barrel der Sorte Light Crude an der NYMEX bei 64,98 Dollar (-2,86 Dollar).
Die Kursverluste zogen sich quer durch alle Branchen. Unter anderem verlor die Aktie von MAN gut 4 Prozent. Der schwedische Mischkonzern Volvo hat im dritten Quartal einen deutlichen Ergebnisrückgang eingefahren. Besonders stark getroffen wurde Volvo durch die rückläufige Nachfrage bei Nutzfahrzeugen in Europa und Nordamerika. Der Nutzfahrzeughersteller Scania hat ebenfalls Zahlen auf den Tisch gelegt. Angesichts der eingetrübten konjunkturellen Rahmenbedingungen blieb man allerdings einen Ausblick für das Fiskaljahr 2009 schuldig.
Automobilwerte zählten zu den größten Verlierern, nachdem die beiden französischen Automobilbauer Peugeot und Renault ihre Prognosen gesenkt haben. Für Daimler ging es einen Tag nach den Zahlen um 5,9 Prozent in die Tiefe. BMW sackten um 5,4 Prozent und Continental um 9,4 Prozent ab. Bei Volkswagen war ein Minus von 7,9 Prozent auszumachen. Einem Pressebericht zufolge plant der Automobilkonzern angesichts der Krise in der internationalen Automobilindustrie harte Einschnitte bei der Belegschaft. Ferner wurde bekannt, dass die Wolfsburger im sehr schwierigen Monat September mehr Fahrzeuge abgesetzt haben.
Im Finanzsektor verloren die Deutsche Bank, die Allianz, die Commerzbank und die Deutsche Postbank jeweils rund 8 Prozent. Mit im unteren Indexdrittel fanden sich ferner Infineon (-7 Prozent), Siemens (-6,3 Prozent) und Linde (-5,8 Prozent). Gewinner waren erwartungsgemäß nicht auszumachen. Vergleichsweise stabil hielten sich mitunter die Deutsche Telekom (-1,6 Prozent) und die Münchener Rück (-2,4 Prozent).
Nicht viel besser war die Lage in der zweiten Reihe. Kursverluste von jeweils mehr als 10 Prozent waren bei Tognum und STADA auszumachen. Zulegen konnten unter anderem EADS (+5,4 Prozent) und Krones (+2,8 Prozent).
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 4.295,67 (-4,96 Prozent)
MDAX: 5.061,82 (-3,85 Prozent)
Tagesgewinner: Deutsche Telekom, Münchener Rück, METRO
Tagesverlierer: Continental, Deutsche Postbank, Commerzbank
Unternehmensnachrichten:
Der Automobilkonzern Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400 ) plant einem Pressebericht zufolge angesichts der Krise in der internationalen Automobilindustrie harte Einschnitte bei der Belegschaft. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zeigte sich der Vorstandschef Martin Winterkorn im Rahmen eines Treffens mit Führungskräften des Konzerns besorgt über die Heftigkeit des derzeitigen Konjunkturabschwungs. Beim Blick auf das nächste Jahr schlug Winterkorn starke Moll-Töne an: "2009 wird ein schwieriges, ein sehr schwieriges Jahr - für die gesamte Automobilindustrie und für den Volkswagen-Konzern." Nach Informationen der Zeitung plant der Konzern, einen Großteil der weltweit insgesamt 25.000 Leiharbeiter abzubauen.
Der Automobilkonzern Volkswagen AG gab heute bekannt, dass seine neun Marken in den ersten neun Monaten des Jahres weltweit 4,8 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert haben, 3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im für die gesamte Branche sehr schwierigen Einzelmonat September verkaufte der Konzern weltweit 550.000 Fahrzeuge (+0,7 Prozent), hieß es.
Die Merck KGaA (
ISIN DE0006599905 /
WKN 659990 ) hat vom wissenschaftlichen Komitee der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA), CHMP (Committee for Medicinal Products for Human Use), eine positive Stellungnahme für die erweiterte Zulassung des zielgerichteten Krebstherapeutikums Erbitux (Cetuximab) zur Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren erhalten. Wie aus der heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, empfiehlt das CMHP in dieser die Zulassung von Erbitux für Erstlinientherapie von Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN).
Die Merck KGaA und ihre Konzernsparte Merck Serono haben beim japanischen Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales einen Erweiterungsantrag für Gonal-f zur Ovulationsinduktion bei unfruchtbaren Frauen eingereicht. Dies gab der Konzern heute bekannt.
Die BASF SE (
ISIN DE0005151005 /
WKN 515100 ) hat sich in Schweden auf den Tausch von Beteiligungen geeinigt. Wie der Chemiekonzern heute erklärte, ist die Lantmännen-Gruppe, ein Unternehmen schwedischer Landwirte, nach dem Erwerb von 40 Prozent der Anteile von Svalöf Weibull aus dem vormaligen Besitz der BASF Plant Science nun im alleinigen Besitz von Svalöf Weibull. Zeitgleich übernimmt die BASF 15 Prozent der Anteile an BASF Plant Science aus dem Besitz von Svalöf Weibull und wird damit alleinige Eigentümerin. (24.10.2008/ac/n/m)