Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte mussten am heutigen Handelstag nach volatilem Verlauf mit kräftigen Abschlägen schließen.
Der
DAX verabschiedete sich mit einem Minus von 2,96 Prozent auf 4.620,80 Punkte in den Feierabend, während der MDAX 2,79 Prozent auf Punkte abgeben musste. Am Morgen zeigte sich der DAX nach den herben Vortagesverlusten der US-Börsen zunächst deutlich erholt, musste jedoch im weiteren Verlauf einen Großteil seiner Gewinne wieder abgeben und rutschte am frühen Nachmittag angesichts schwacher Vorgaben aus Übersee deutlich in die Verlustzone. In den USA dominierten erneut Bedenken über die weiteren konjunkturellen Gesamtaussichten das Handelsgeschehen. Insbesondere der Einzelhandelssektor hatte unter einer überraschenden Gewinnwarnung der Elektronikkette Best Buy zu leiden. Zum Xetra-Schluss lagen die US-Leitindices kräftig im Minus.
Im Blickpunkt standen am heutigen Handelstag die Anteilsscheine des Salz- und Düngemittelherstellers K+S, der für das abgelaufene Quartal einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg vorweisen konnte. Nach anfänglichen Gewinnen rutschte die Aktie im weiteren Verlauf immer weiter ab, da man die Prognosen für das Gesamtjahr nach unten korrigiert hatte. Ebenfalls deutlich schwächer präsentierte sich die Aktie der Hypo Real Estate. Der angeschlagene Immobilienfinanzierer und ein Finanzkonsortium, die Deutsche Bundesbank und die Bundesregierung haben sich über die vom Bund teilweise garantierte Liquiditätsfazilität in Höhe von 50 Mrd. Euro abschließend geeinigt. Wie der Konzern weiter ausführte, geht man für das laufende Quartal außerdem aufgrund der Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten von einem milliardenschweren Verlust aus. Am Ende bildete der Wert mit einem Minus von mehr als 11 Prozent das Schlusslicht im DAX.
Aufgrund neuer Hiobsbotschaften aus der Finanzbranche – unter anderem hat der schweizerische Versicherer Swiss Life seine Jahresprognosen gesenkt – hatten Finanz- und Versicherungswerte mit deutlichen Abschlägen zu kämpfen. So mussten Allianz, Commerzbank und die Deutsche Bank kräftige Verluste verbuchen. Wenig begeistert reagierten Anleger auf die Geschäftszahlen des Energieversorgers E.ON, obwohl man für das abgelaufene Quartal einen operativen Ergebnisanstieg ausweisen konnte und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt wurden. Haltlos präsentierten sich daneben Automobilwerte wie Daimler und BMW aber auch der Nutzfahrzeughersteller MAN musste kräftig Federn lassen. Einem Pressebericht zufolge werden die beiden Premium-Automobilhersteller künftig im Einkauf stärker zusammenarbeiten.
An der Spitze des DAX konnten sich über weite Strecken die Anteilsscheine der Deutschen Börse platzieren, die zeitweise mehr als 4 Prozent zulegen konnten. Am Ende musste die Aktie des Börsenbetreibers jedoch ihre Zugewinne teilweise wieder abgeben, wobei jedoch das Plus von 1,9 Prozent für den Spitzenplatz genügte. An zweiter Stelle befand sich die Aktie des Automobilzulieferers Continental (+1,8 Prozent) Behauptet präsentierte sich der Software-Konzern SAP. Zuvor hatten die Walldorfer einen Auftrag aus Indien vermeldet. Im Steigflug befanden sich hingegen Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa, die von den weiter rückläufigen Ölpreisnotierungen profitieren konnten. Größere Zugewinne waren zeitweise auch bei Linde auszumachen die dank positiver
Analystenkommentare über weite Strecken mit unter den größten Gewinnern zu finden waren. Am Ende wies der Wert ein leichtes Minus aus.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 4.620,80 (-2,96 Prozent)
MDAX: 5.345,22 (-2,79 Prozent)
Tagesgewinner: Deutsche Börse, Continental, Lufthansa
Tagesverlierer: HRE, Commerzbank, Infineon
Unternehmensmeldungen:
Der Salz- und Düngemittelkonzern K+S AG (
ISIN DE0007162000 /
WKN 716200 ) meldete am Mittwoch, dass er im dritten Quartal erneut Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert hat. Die globale Düngemittelnachfrage sei sehr stark gewesen, und die Preise für Düngemittel seien vor dem Hintergrund eines knappen Angebots weiter angezogen.
Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Holding AG (HRE) (
ISIN DE0008027707 /
WKN 802770 ) und ein Finanzkonsortium, die Deutsche Bundesbank und die Bundesregierung haben sich über die vom Bund teilweise garantierte Liquiditätsfazilität in Höhe von 50 Mrd. Euro abschließend geeinigt.
Die DIC Asset AG (
ISIN DE0005098404 /
WKN 509840 ) musste in den ersten neun Monaten 2008 einen Rückgang des Konzernüberschusses verbuchen. Wie der im SDAX notierte Immobilienkonzern am Mittwoch erklärte, kletterte das EBITDA um 32 Prozent.
Die HCI Capital AG (
ISIN DE000A0D9Y97 /
WKN A0D9Y9 ) konnte im dritten Quartal trotz der allgemeinen Auswirkungen der Finanzkrise ein deutliches Plus beim Absatz von Fondsprodukten erzielen. Während sich der Gesamtumsatz verbesserte, ging der Konzernperiodengewinn zurück. Das EBIT lag auf Vorjahresniveau.
Die SKW Stahl-Metallurgie Holding AG (
ISIN DE000SKWM013 /
WKN SKWM01 ) verbuchte in den ersten neun Monaten einen deutlichen Ergebnisanstieg. Im Anschluss wurden die Prognosen für das laufende Fiskaljahr nach oben revidiert.
Die H&R WASAG AG (
ISIN DE0007757007 /
WKN 775700 ) verbuchte in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen deutlichen Umsatzanstieg. Aufgrund von negativen Einmaleffekten in Zusammenhang mit einer von der Europäischen Union verhängten Kartellstrafe musste man jedoch einen Ergebnisrückgang ausweisen.
Die ALTANA AG (
ISIN DE0007600801 /
WKN 760080 ) gab am Dienstag bekannt, dass ihrer Großaktionärin Susanne Klatten ihren Anteil an dem Spezialchemiekonzern weiter aufgestockt hat.
Die Premiere AG (
ISIN DE000PREM111 /
WKN PREM11 ) gab am Dienstag bekannt, dass ihr Programmvorstand Hans Seger auf eigenen Wunsch zum 31. Januar 2009 das Unternehmen verlässt.
Die IKB Deutsche Industriebank AG (
ISIN DE0008063306 /
WKN 806330 ) hat am Dienstag erste Zahlen zum zweiten Quartal 2008/09 (1. Juli bis 30. September 2008) veröffentlicht und erwartet dabei positive Ergebniseffekte.
Der Software-Konzern SAP AG (
ISIN DE0007164600 /
WKN 716460 ) hat mit der indischen Mahindra Group eine strategische Partnerschaft vereinbart. Wie der im DAX30 notierte Konzern am Mittwoch erklärte, wird der Walldorfer Software-Konzern die Mahindra Group bei der Konsolidierung und der strategischen Erneuerung der heterogenen IT-Landschaft in dem indischen Unternehmens unterstützen. Im Rahmen der Vereinbarung wird SAP der Mahindra Gruppe helfen, die Einführung von SAP-Lösungen und Technologien im gesamten Unternehmen zu beschleunigen. Die Mahindra Group gehört mit einem Umsatz von 6,7 Mrd. Dollar zu den zehn größten Industriekonzernen Indiens. Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben.
Der Energieversorger E.ON AG (
ISIN DE000ENAG999 /
WKN ENAG99 ) verbuchte in den ersten neun Monaten dank höherer Stromabsätze einen operativen Ergebnisanstieg. Die Gesamtjahresprognosen wurden im Anschluss bestätigt.
Die Automobilkonzerne Daimler AG (
ISIN DE0007100000 /
WKN 710000 ) und Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (
ISIN DE0005190003 /
WKN 519000 ) werden einem Pressebericht zufolge enger zusammenrücken. Neben einem gemeinsamen Einkauf von Komponenten wollen die beiden Konzerne auf wichtigen Auslandsmärkten künftig gemeinsame Sache machen. "Wir reden auch über die Bündelung unserer Einkaufsaktivitäten in bestimmten Märkten wie China und den USA", sagte BMW-Einkaufsvorstand Herbert Diess dem "Handelsblatt" (Vorabveröffentlichung Donnerstag). (12.11.2008/ac/n/m)