Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat den Handel gestützt auf positive Vorgaben der Wall Street und rückläufige Ölpreisnotierungen mit deutlichen Gewinnen beendet.
Für den
DAX ging es bis Sitzungsende um 1,51 Prozent nach oben auf 6.518,47 Punkte. Das Tageshoch bei 6.553 Zählern konnte damit allerdings nicht verteidigt werden. Der MDAX gewann daneben 1,21 Prozent auf 8.745,92 Zähler. Ein Barrel Crude Oil kostete an der NYMEX zuletzt weniger als 110 Dollar. Hintergrund des Einbruchs sind Befürchtungen vor einer globalen Konjunkturschwäche. Außerdem hat Hurrikan "Gustav" nicht die befürchteten Schäden im Golf von Mexiko angerichtet. Davon kann heute auch die Wall Street profitieren. Zum Xetra-Schluss lag der Dow Jones mit 1,6 Prozent im Plus.
Die Aktie der Deutschen Börse gewann an der DAX-Spitze 6,6 Prozent, obwohl der Börsenbetreiber im August einen kräftigen Rückgang bei den Xetra-Geschäften verzeichnet hat. Einem Pressebericht zufolge wollen die beiden an dem Börsenbetreiber beteiligten Hedgefonds TCI und Atticus künftig mit vereinten Kräften ihre Interessen durchsetzen. Fluggesellschaften waren angesichts der jüngsten Entspannung am Ölmarkt europaweit gesucht. Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa zogen um 4,2 Prozent an. Im SDAX schlossen Air Berlin mit 7,4 Prozent im Plus.
Der schwache Euro verhalf der Aktie von Daimler zu einem Aufschlag von 4,9 Prozent. Ähnlich deutliche Kursgewinne waren bei Infineon (+5,9 Prozent) auszumachen. Daneben rückten BMW um 3,4 Prozent vor. Volkswagen blieben angesichts einer negativen
Analystenstudie mit +1,2 Prozent etwas hinter dem Gesamtmarkt zurück.
Die Aktie der Commerzbank (-1,3 Prozent) stand indes deutlich unter Druck. Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass das Finanzhaus die Allianz-Tochter Dresdner Bank für 9,8 Mrd. Euro übernimmt, haben mehrere Analysten ihre Einschätzung für die Commerzbank-Aktie zurückgenommen. Titel der Allianz gewannen 1,8 Prozent. Am Indexende rangierten ThyssenKrupp mit -3,3 Prozent.
Im MDAX sprangen Arcandor um 7,5 Prozent. Hier stand ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Stellenabbau bei der Arcandor-Tochter Karstadt die Mitarbeiter härter als bislang bekannt trifft. Dagegen brachen IVG um mehr als 12 Prozent ein. Der Konzern gab heute bekannt, dass er 70 Kavernen an einen selbst gemanagten Fonds verkaufen wird. Allerdings erhält der Konzern die Kaufsumme von über 1,7 Mrd. Euro in mehreren Tranchen.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 6.518,47 (+1,51 Prozent)
MDAX: 8.745,92 (+1,21 Prozent)
Tagesgewinner: Deutsche Börse, Infineon, Daimler
Tagesverlierer: ThyssenKrupp, Commerzbank, RWE
Unternehmensnachrichten:
Die Schaeffler Gruppe hat ihre Beteiligung an dem Automobilzulieferer Continental AG (
ISIN DE0005439004 /
WKN 543900 ) aufgestockt. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurden bis zum Ablauf des Übernahmeangebots am 27. August 2008 65.313.146 Continental-Aktien angedient, was einem Anteil von 40,26 Prozent der ausstehenden Aktien des Automobilzulieferers entspricht. Inklusive der von Schaeffler gehaltenen 8,06 Prozent der Continental-Anteilsscheine beläuft sich der von Schaeffler gehaltene Anteil an dem Automobilzulieferer nunmehr auf 48,32 Prozent. Im Rahmen der Übernahmeofferte strebt Schaeffler eine Beteiligung in Höhe von maximal 49,9 Prozent an Continental an.
Die Deutsche Börse AG (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) verbuchte im August 2008 einen Rückgang bei den Xetra-Geschäften. Wie der Börsenbetreiber am Montag verkündete, wurden im August auf Xetra 13,8 Millionen Geschäfte getätigt, was einem Rückgang um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Der Orderbuchumsatz auf Xetra lag bei 127,3 Mrd. Euro (August 2007: 251,5 Mrd. Euro), ein Rückgang um 49 Prozent. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat sei auf den Beginn der US-Hypothekenkrise zurückzuführen, der hohe Umsätze im August 2007 zur Folge hatte. Die internationale Terminbörse Eurex verzeichnete im August ein Handelsvolumen von 126,2 Millionen Kontrakten, im August 2007 waren es 175,1 Millionen Kontrakte.
Der Hedgefonds Atticus Capital hat einem Pressebericht zufolge seine Beteiligung an der Deutsche Börse AG in einem speziellen Finanzvehikel geparkt. Nach Informationen der "Financial Times" will man mit diesem Schritt eine Auflösung der Beteiligung an dem Börsenbetreiber durch Klienten von Atticus Capital verhindern und gleichzeitig die Verhandlungsposition mit dem Konzernmanagement stärken. Derzeit ist Atticus Capital der größte Anteilseigner des Konzerns.
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer AG (
ISIN DE0005752000 /
WKN 575200 ) hat bei der zuständigen EU-Arzneimittelbehörde EMEA die Zulassung für rekombinantes humanes Thrombin (Wirkstoff: Thrombin alfa) zur lokalen Blutstillung bei Operationen beantragt. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde Thrombin alfa im Jahr 2008 von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen und wird dort als Recothrom Thrombin, topical (Recombinant) vermarktet.
Die Commerzbank AG (
ISIN DE0008032004 /
WKN 803200 ) gab am Montag bekannt, dass die Ratingagentur Standard & Poor's das Rating der Großbank mit A bestätigt hat. Daneben wurde der Ausblick als negativ eingestuft. Das S&P-Kurzfristrating wurde unverändert beibehalten. Die Entscheidung steht mit der am Sonntag bekannt gegebenen Übernahme der Dresdner Bank AG, einer Tochter der Allianz SE (
ISIN DE0008404005 /
WKN 840400 ), in Zusammenhang.
Die zum Baukonzern HOCHTIEF AG (
ISIN DE0006070006 /
WKN 607000 ) gehörende Tochter Leighton Holdings Ltd. (
ISIN AU000000LEI5 /
WKN 856187 ) hat mehrere Großaufträge im Wert von etwa 609 Mio. Euro erhalten. Wie der Konzern heute erklärte, wurde die Al Habtoor Leighton Group im Rahmen eines Joint Ventures mit der Errichtung der Quartiersentwicklung Tameer Towers in Abu Dhabi beauftragt. An dem Projekt mit einem Gesamtvolumen von zirka 1,18 Mrd. Euro beträgt der auf die Al Habtoor Leighton Group entfallende Anteil fast 388 Mio. Euro. Die Tochter John Holland sicherte sich in Australien erst kürzlich zwei Aufträge: In Melbourne modernisiert das Unternehmen für 141 Mio. Euro die Westgate Bridge. Außerdem erweitert John Holland eine Raffinerie für Aluminiumoxid in Queensland. Das Projektvolumen beläuft sich auf 80 Mio. Euro, hieß es weiter.
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media AG (
ISIN DE0007771172 /
WKN 777117 ) meldete heute, dass er eine Beteiligung an autoplenum.de erworben hat. Den Angaben zufolge ist autoplenum.de die erste unabhängige, monothematische Informations- und Bewertungsplattform rund um das Thema Auto in Deutschland. ProSiebenSat.1 hat 25,1 Prozent an der Plattform und die Option erworben, den Anteil zu einem späteren Zeitpunkt auf eine Mehrheitsbeteiligung von 50,1 Prozent aufzustocken. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Die IVG Immobilien AG (
ISIN DE0006205701 /
WKN 620570 ) teilte heute mit, dass sie 70 Kavernen an einen selbst gemanagten Fonds verkaufen wird, an dem sich institutionelle Investoren beteiligen. Den Angaben zufolge erwirbt der von IVG Funds strukturierte Spezialfonds 40 bestehende Kavernen und 30 in Bau befindliche, bereits langfristig vermietete Kavernen im Rahmen eines Asset Deals. Der Fonds zahlt zwischen 2008 und 2014, entsprechend der Fertigstellung der noch zu errichtenden Kavernen, insgesamt etwas mehr als 1,7 Mrd. Euro für das Paket, davon 836 Mio. Euro im laufenden Geschäftsjahr. IVG wird den Cash-Flow zur Rückführung von Verbindlichkeiten nutzen und damit die Bilanzrelationen verbessern, hieß es. Der IVG Kavernenfonds ist ein Spezialfonds für institutionelle Investoren. Mit einem Gesamtvolumen von etwa 1,7 Mrd. Euro ist er der bisher größte Fonds der IVG.
Presseangaben zufolge trifft der Stellenabbau bei der Warenhauskette Karstadt, einer Tochter der Arcandor AG (
ISIN DE0006275001 /
WKN 627500 ), die Mitarbeiter härter als bislang bekannt. "Es wird eine Reihe von betriebsbedingten Kündigungen geben", so ein Karstadt-Sprecher gegenüber der "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (Mittwochausgabe). Karstadt wolle noch in diesem Jahr bis zu 450 der 2.000 Stellen in der Zentrale abbauen. Weitere Stellenstreichungen seien in den Filialen nicht geplant. (02.09.2008/ac/n/m)