Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte konnten sich am Morgen nach den deutlichen Abschlägen der vergangenen drei Handelstage zunächst deutlich erholen, mussten am Nachmittag jedoch aufgrund schwacher US-Arbeitsmarktdaten sowie der weiterhin unsicheren Gesamtsituation ihre Gewinne fast komplett wieder abgeben.
Am Ende konnte der
DAX ein Plus von 0,04 Prozent auf 5.863,42 Punkte verbuchen, während der MDAX 1,04 Prozent auf 7.419,80 Zähler verlor. Am Vorabend hatten die US-Leitbörsen erneut deutliche Abschläge zu verzeichnen. Neben der Umsatzwarnung von Nortel stand erneut die US-Finanzkrise im Mittelpunkt des Interesses. In diesem Zusammenhang mussten vor allem führende US-Investmentbanken empfindliche Verluste hinnehmen, nachdem Befürchtungen über eine Schieflage bei Morgan Stanley die Runde gemacht hatten. Nach einer konzertierten Aktion einiger Notenbanken, im Rahmen derer neue Liquidität für die schwer strapazierten Finanzmärkte zur Verfügung gestellt wurde, konnten die US-Leitbörsen trotz schwacher Arbeitsmarktdaten fester eröffnen. Für zusätzlichen Schwung sorgte am späten Nachmittag der besser als erwartet ausgefallene Philadelphia-Fed-Index, der deutlich über den Prognosen gelegen hatte. Danach setzten allerdings wieder Gewinnmitnahmen ein, was auch die deutschen Leitindices zu spüren bekamen.
Im Blickpunkt des heutigen Handelstages stand wieder einmal die Aktie von Volkswagen. Presseberichten zufolge will der Großaktionär Porsche einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag für den Wolfsburger Autobauer abschließen. Zuvor hatte der Zuffenhausener Sportwagenhersteller bereits faktisch die Kontrollmehrheit über VW übernommen. Anleger honorierten dies mit einem Kursplus von zeitweise mehr als 26 Prozent. Die Aussichten auf steigende Handelsumsätze im Zuge der Börsenkrise sorgten bei der Deutschen Börse ebenfalls für ein deutliches Kursplus von mehr als 7 Prozent. Deutlich fester präsentierten sich außerdem TUI und Henkel. Leicht erholt zeigten sich zwischenzeitlich auch Finanzwerte wie die Deutsche Bank oder Hypo Real Estate, wobei beide Werte am Ende jedoch ihre Aufschläge wieder abgeben mussten und marginal leichter schlossen.
Wenig gefragt waren über den gesamten Tagesverlauf hinweg Anteilsscheine von MAN, die angesichts der schwachen Charttechnik mehr als 5 Prozent leichter tendierten. Ebenfalls unter Druck standen Anteilsscheine von E.ON sowie ThyssenKrupp. Die Allianz hatte unter den nach wie vor anhaltenden Schwierigkeiten des US-Versicherers AIG zu leiden und tendierte über den gesamten Tagesverlauf hinweg schwächer. Gerüchte über ein mögliches Nichtzustandekommen des Verkaufs der Dresdner Bank belasteten den Kurs zusätzlich.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 5.863,42 (+0,04 Prozent)
MDAX: 7.419,80 (-1,04 Prozent)
Tagesgewinner: Volkswagen, Deutsche Börse, TUI
Tagesverlierer: ThyssenKrupp. Allianz, E.ON
Unternehmensnachrichten:
Der Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding SE (
ISIN DE000PAH0038 /
WKN PAH003 ) strebt einem Pressebericht zufolge offenbar den Abschluss eines Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrags mit dem Automobilkonzern Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400) an.
Die zuständigen Kartellbehörden haben grünes Licht für die Übernahme des finnischen Spike-Herstellers TIKKA Spikes Oy durch den Automobilzulieferer Continental AG (
ISIN DE0005439004 /
WKN 543900 ) genehmigt. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung hervor.
Die zum Pharmakonzern Merck KGaA (
ISIN DE0006599905 /
WKN 659990 ) gehörende Sparte Merck Serono hat eine klinische Phase-III-Studie zur Untersuchung der therapeutischen Wirkung der exklusiven oralen Formulierung von Cladribin (Cladribin-Tabletten) bei Patienten mit Risiko für die Entwicklung Multipler Sklerose (MS) gestartet.
Die Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400 ) peilt bei Nutzfahrzeugen einen weiteren Rekordabsatz an. In einem Interview mit der Tageszeitung "DIE WELT" erklärte der für die VW-Nutzfahrzeugsparte verantwortliche Chef Stephan Schaller, man peile für das laufende Jahr erneut einen Absatzrekord an. Dabei setzt man vor allem auf die Branchenmesse IAA Nutzfahrzeuge, die in Kürze in Hannover beginnt. "Die IAA in Hannover ist unsere wichtigste Messe und sollte für weiteren Rückenwind für die Branche sorgen. Doch auch ohne die Impulse wird 2008 ein gutes Jahr für uns. Der Absatz sollte erstmals die Marke von 500 000 verkauften Nutzfahrzeugen überschreiten. Allerdings wird das zweite Halbjahr nicht so stark werden wie die ersten sechs Monate.", erklärte Schaller gegenüber der Zeitung.(18.09.2008/ac/n/m)