Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem schwachen Auftakt hat sich der
DAX deutlich erholt aus dem Handel verabschiedet. Aufgrund des Feiertages "Labor Day" mussten die Marktteilnehmer heute allerdings ohne Impulse der Wall Street auskommen.
Der DAX schloss mit einem marginalen Minus von 0,01 Prozent bei 6.421,80 Indexpunkten. Der MDAX verlor 0,47 Prozent auf 8.641,20 Zähler.
Die Aktie der Commerzbank rutschte dabei um 10,2 Prozent ab. Der Allfinanzkonzern Allianz (+0,0 Prozent) gab am Wochenende bekannt, dass er sich mit der Commerzbank auf den Verkauf der Dresdner Bank geeinigt hat. Im Rahmen der Transaktion geht die Allianz-Tochter für 9,8 Mrd. Euro an die Commerzbank. Gleichzeitig wird die Allianz der mit Abstand größte Aktionär der neuen Bank.
Papiere des Industriekonzerns ThyssenKrupp gaben trotz eines Großauftrags zur Errichtung eines Düngemittelkomplexes 1,7 Prozent ab. Mit im unteren Indexdrittel fanden sich außerdem Henkel (-1,4 Prozent), MAN (-1 Prozent) und die Deutsche Börse (-1,4 Prozent). Letztere litten unter einem Pressebericht, demzufolge der britische Mitbewerber London Stock Exchange auf die wachsende Konkurrenz durch alternative Handelsplattformen mit einer deutlichen Verbesserung der Konditionen für seine Kunden reagieren wird.
Für Anteilsscheine der Deutschen Post ging es hingegen leicht nach oben. Einem Medienbericht zufolge rechnet Frank Appel, Vorstandschef des Logistikkonzerns, nicht mit einem Kartellverfahren in den USA, das die dort geplante Zusammenarbeit der Expresstochter DHL mit dem Paketdienst UPS kippen könnte. Volkswagen legten 0,7 Prozent zu. Presseangaben zufolge hält Stephan Schaller, der Nutzfahrzeug-Chef des Automobilkonzerns, an den Zielen für 2008 fest. An der DAX-Spitze gewann die Deutsche Lufthansa 2,1 Prozent. Auf den Plätzen folgten Daimler und BMW.
Im MDAX zogen IVG als Spitzenreiter um 3,6 Prozent an. Weniger gut kamen mitunter ProSiebenSat.1 (-4,3 Prozent), Arcandor (-4,1 Prozent) und Praktiker (-3,4 Prozent) davon.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 6.421,80 (-0,01 Prozent)
MDAX: 8.641,20 (-0,47 Prozent)
Tagesgewinner: Deutsche Lufthansa, Daimler, BMW
Tagesverlierer: Commerzbank, ThyssenKrupp, Deutsche Börse
Unternehmensnachrichten:
Der Allfinanzkonzern Allianz SE (
ISIN DE0008404005 /
WKN 840400 ) gab am Sonntag bekannt, dass er sich mit der Commerzbank AG (
ISIN DE0008032004 /
WKN 803200 ) auf den Verkauf der Dresdner Bank AG geeinigt hat. Den Angaben zufolge geht die Dresdner Bank für insgesamt 9,8 Mrd. Euro, einschließlich eines Beitrags für einen Trust zur Risikoabdeckung spezieller ABS-Anlagen der Dresdner Bank von bis zu 975 Mio. Euro, an die Commerzbank. Die Transaktion werde spätestens Ende 2009 abgeschlossen sein. Der Verkauf der Dresdner Bank erfolgt in zwei Schritten. Zunächst erwirbt die Commerzbank 60,2 Prozent der Dresdner Bank-Anteile von der Allianz. Diese erhält dafür 163,5 Millionen neue Commerzbank-Aktien, die aus einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage stammen. Zudem zahlt die Commerzbank 2,5 Mrd. Euro in bar an die Allianz. Im Rahmen der Transaktion wird die mit 0,7 Mrd. Euro bewertete Cominvest an die Allianz übertragen. In einem zweiten Schritt wird die Dresdner Bank auf die Commerzbank verschmolzen. Die Commerzbank erwirbt die restlichen Anteile von der Allianz. Im Rahmen der zweiten Kapitalerhöhung erhält die Allianz Commerzbank-Aktien im Gegenwert von 3,2 Mrd. Euro. Die Zielbeteiligungsquote der Allianz liegt bei knapp 30 Prozent. Mit der ab der zweiten Jahreshälfte 2009 erfolgenden Zusammenführung kommt es laut der Commerzbank zu einem Abbau von insgesamt rund 9.000 Vollzeitstellen, davon 2.500 im Ausland.
Der Energieversorger RWE AG (
ISIN DE0007037129 /
WKN 703712 ) hat sich über seine Tochter RWE Innogy an dem britischen Windturbinenentwickler Quiet Revolution Ltd. beteiligt. Wie der Energieversorger heute erklärte, handelt es sich bei der in London ansässigen Gesellschaft um einen auf kleine Windenergieanlagen spezialisierten Hersteller. Das Hauptprodukt von Quiet Revolution ist eine vertikal ausgerichtete Windturbine mit einer Leistung von 6 Kilowatt, welche sich besonders zur dezentralen Stromversorgung von Neubaugebieten eignet. Im Rahmen ihres Investments beteiligt sich RWE Innogy im Rahmen ihrer Venture Capital Aktivitäten mit umgerechnet 7,5 Mio. Euro an der britischen Gesellschaft.
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Deutsche Telekom AG (
ISIN DE0005557508 /
WKN 555750 ) befinden sich erneut auf Konfrontationskurs. "Das Unternehmen versucht, die Tarifpolitik auszuhebeln", wirft der Bundesvorstand von ver.di, Lothar Schröder dem Unternehmen in einem Interview mit der Tageszeitung "Der Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe) vor. Am Freitag hatte der Aufsichtsrat der Telekom den Plänen des Vorstands zugestimmt, 6.000 Beschäftigte der Technikzentren in eine Servicegesellschaft auszulagern. Dort werden sie zu schlechteren Konditionen arbeiten. Schröder, der ebenfalls dem Aufsichtsrat angehört, nannte dies einen Skandal. "Die deutsche Telekom zeigt kaum Verständigungsbereitschaft, das heißt: Jeder Tarifkonflikt kann über kurz oder lang in einen Streik münden."
Der Industriekonzern ThyssenKrupp AG (
ISIN DE0007500001 /
WKN 750000 ) hat einen Großauftrag aus Algerien erhalten. Wie der Konzern heute erklärte, wurde die Tochter Uhde von der SORFERT Algérie S.p.a. mit der Errichtung eines Düngemittelkomplex beauftragt. Das Auftragsvolumen beinhaltet dabei umfangreiche Leistungen für Lizenz, Engineering und Lieferung. Den Angaben zufolge investiert SORFERT Algérie rund 2 Mrd. Dollar in den neuen Düngemittelkomplex, der aus zwei Ammoniak-Anlagen und einer Harnstoff-Anlage besteht. Darüber hinaus beinhaltet der Anlagenkomplex zahlreiche Hilfs- und Nebenanlagen. Die Fertigstellung ist für 2011 geplant.
Der Vorstandschef der Deutsche Post AG (
ISIN DE0005552004 /
WKN 555200 ), Frank Appel, rechnet nicht mit einem Kartellverfahren in den USA, das die dort geplante Zusammenarbeit der defizitären Expresstochter DHL mit dem amerikanischen Paketdienst United Parcel Service (UPS) (
ISIN US9113121068 /
WKN 929198 ) kippen könnte. Wir sehen keinerlei rechtliche Basis für ein Kartellverfahren", sagte Appel im Interview mit der "WirtschaftsWoche". Die beiden US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain hatten die vereinbarte Kooperation aus kartellrechtlichen Gründen kritisiert, weswegen es am 16. September eine Anhörung im US-Kongress geben wird. Appel wandte sich auch gegen Kritiker, die vor einer zu großen Abhängigkeit der Deutschen Post vom Erzrivalen UPS warnten.
Presseangaben zufolge hält Stephan Schaller, der Nutzfahrzeug-Chef des Automobilkonzerns Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400 ), an den Zielen für 2008 fest. Wie die "WirtschaftsWoche" am Samstag in einer Vorabausgabe berichtete, sieht Schaller für das zweite Halbjahr noch keinen Grund, die Ziele für 2008 nach unten zu korrigieren. Genaue Zahlen, welches Ergebnis er für 2008 erwarte, nannte Schaller dem Magazin zufolge jedoch nicht. Er hält jedoch am Ziel fest, bis 2018 eine Kapitalrendite von 15 Prozent zu erreichen, hieß es. Laut dem Magazin weist Schaller Gerüchte, VW-Nutzfahrzeuge könnte das Brasilien-Geschäft an die MAN AG (
ISIN DE0005937007 /
WKN 593700 ) verkaufen, zurück. Auch gebe es aktuell keine Überlegungen, die leichten Nutzfahrzeuge dem Pkw-Geschäft von Volkswagen zuzuschlagen.
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media AG (
ISIN DE0007771172 /
WKN 777117 ) hat mit der MTV Networks Germany ein umfassendes Programmpaket mit erfolgreichen TV-Shows und -Serien für Deutschlands größte Online-Videothek maxdome vereinbart. Dies gab der Medienkonzern heute bekannt. Die Kooperation beinhalte dabei die Video-on-Demand-Rechte für US-Zeichentrickserien und TV-Shows sowie deutsche Comedy-Highlights der Sender MTV, VIVA, NICK und COMEDY CENTRAL. Bei maxdome handelt es sich um das Video-on-Demand-Portal, welches zur ProSiebenSat.1 Media AG und der United Internet AG (
ISIN DE0005089031 /
WKN 508903 ) gehört. (01.09.2008/ac/n/m)