Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich mit Verlusten aus dem Handel verabschiedet. Letztendlich schloss der
DAX mit 0,78 Prozent im Minus bei 6.467,49 Punkten.
Werte aus der zweiten Reihe traf es noch härter, der MDAX knickte um 2,18 Prozent ein auf 8.555,39 Zähler. Die Wall Street tendierte zum Handelsschluss in Deutschland ebenfalls schwächer, obwohl die hier vorgelegten Daten zu den Industrieaufträgen durchaus positiv aufgenommen wurden. Im weiteren Verlauf steht noch das Beige Book zur Veröffentlichung an.
Die Aktie der Deutschen Postbank gab 2 Prozent ab. Hier stand ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Verkauf des Finanzkonzerns durch die Konzernmutter Deutsche Post (-0,3 Prozent) immer unwahrscheinlicher wird. Papiere der Allianz verloren 1 Prozent. Für den Allfinanzkonzern könnte der Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank (-0,1 Prozent) einem Pressebericht zufolge hohe Belastungen mit sich bringen. Infineon fielen um 0,4 Prozent zurück. Einem Zeitungsartikel zufolge verhandelt der Chiphersteller mit Hochdruck über den Verkauf seiner defizitären Speicherchiptochter Qimonda.
Merck knickten am Indexende um 3,1 Prozent ein. Der Pharmakonzern hat seine Zusammenarbeit mit ZymoGenetics neu gestaltet. Künftig wird Merck für die Finanzierung der Entwicklungskosten von Atacicept verantwortlich sein. Im Gegenzug erhält Merck die exklusiven Entwicklungs- und Vermarktungsrechte. Deutlicher Verkaufsdruck herrschte mitunter auch bei ThyssenKrupp und MAN. Zum Indexspitzenreiter avancierten FMC mit +0,8 Prozent.
Im MDAX ging es für IVG nach dem gestrigen Kursrutsch weiter nach unten. Der Titel lag zum Ende mit 7,8 Prozent im Minus. Papiere des Flughafenbetreibers Fraport, der seine Ergebnisprognose für das laufende Fiskaljahr bestätigt hat, gingen 1,6 Prozent schwächer aus der Sitzung.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 6.467,49 (-0,78 Prozent)
MDAX: 8.555,39 (-2,18 Prozent)
Tagesgewinner: FMC, Linde, SAP
Tagesverlierer: Merck, ThyssenKrupp, Deutsche Postbank
Unternehmensnachrichten:
Die zum Pharmakonzern Merck KGaA (
ISIN DE0006599905 /
WKN 659990 ) gehörende Sparte Merck Serono hat die bestehende Zusammenarbeit mit der amerikanischen ZymoGenetics Inc. (
ISIN US98985T1097 /
WKN 798268 ) neu gestaltet. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hat ZymoGenetics seine vertraglich festgelegte Option dahingehend modifiziert, künftig in Bezug auf die laufende Entwicklung von Atacicept weltweit Lizenzzahlungen zu erhalten. Aufgrund dieser Entscheidung wird ZymoGenetics nicht länger für die Finanzierung der Entwicklungskosten verantwortlich sein. Im Gegenzug erhält Merck Serono nun die exklusiven Rechte zur weltweiten Entwicklung und Vermarktung von Atacicept. Merck Serono wird Meilensteinzahlungen an ZymoGenetics leisten. ZymoGenetics hat zudem Anspruch auf Lizenzzahlungen in nicht genannter Höhe auf die weltweiten Nettoumsatzerlöse, hieß es weiter.
Für den Allfinanzkonzern Allianz SE (
ISIN DE0008404005 /
WKN 840400 ) könnte der Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank AG (
ISIN DE0008032004 /
WKN 803200 ) hohe Belastungen mit sich bringen. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwoch) könnten bei der im kommenden Jahr anstehenden Verschmelzung der Dresdner Bank auf die Commerzbank steuerliche Verlustvorträge (Deferred Tax Assets) der Bank von 1,2 Mrd. Euro nicht mehr genutzt werden. "Das wird im dritten Quartal zu einer einmaligen Belastung führen", kündigte eine Sprecherin der Allianz an. Die Allianz hat im August wegen der Dresdner Bank schon ihre Gewinnprognosen für 2008 und 2009 revidieren müssen. Die Bank hat wegen hoher Schäden aus der Finanzmarktkrise im ersten Halbjahr 1 Mrd. Euro Verlust erlitten.
Der Halbleiterhersteller Infineon Technologies AG (
ISIN DE0006231004 /
WKN 623100 ) arbeitet mit Hochdruck an einem Verkauf seiner Mehrheitsbeteiligung an der defizitären Tochter Qimonda AG (
ISIN US7469041013 /
WKN A0KEAT ). Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, werde derzeit mit drei Kaufinteressenten gesprochen: Dabei handele es sich unter anderem um den amerikanischen Speicherchiphersteller Micron Technology Inc. (
ISIN US5951121038 /
WKN 869020 ) sowie die japanische Elpida Memory Inc. (
ISIN JP3167640006 /
WKN A0DK2L ). Dabei gelte Micron Technologies als Favorit für eine Übernahme der 77,5-prozentigen Beteiligung an Qimonda. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung will Infineon angesichts der nach wie vor angespannten Lage bei Qimonda den Verkauf der Qimonda-Beteiligung bereits in den kommenden Wochen abschließen.
Der Verkauf der Deutsche Postbank AG (
ISIN DE0008001009 /
WKN 800100 ) durch die Konzernmutter Deutsche Post AG (
ISIN DE0005552004 /
WKN 555200 ) wird einem Pressebericht zufolge immer unwahrscheinlicher. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, habe die Börse die Verschiebung des Verkaufs durch die Deutsche Post bereits eingepreist. Das mit 14,5 Millionen Klienten größte Privatkundeninstitut Deutschlands war gestern gerade noch 7,2 Mrd. Euro wert. Der Verkaufsprozess laufe bislang ungehindert weiter, sämtliche Beteiligten drängten aber auf eine Entscheidung. Als Interessenten für die Deutsche Postbank kommen den Angaben zufolge nach wie vor die Deutsche Bank AG (
ISIN DE0005140008 /
WKN 514000 ), die spanische Großbank Banco Santander S.A. (
ISIN ES0113900J37 /
WKN 858872 ) sowie der niederländische Allfinanzkonzern ING Groep N.V. (
ISIN NL0000303600 /
WKN 881111 ) in Frage. Die Commerzbank AG dürfte nach der Übernahme der Dresdner Bank jedoch in diesem Jahr nicht mehr für ein Gebot zur Verfügung stehen. Eine Dreier-Fusion zwischen Commerzbank, Dresdner und Postbank war bislang politisch erwünscht. Denkbar ist nach Angaben der Zeitung, dass die Bundesregierung, die bis Ende 2008 ein Veto gegen den Postbank-Verkauf einlegen kann, darauf spekuliert, dass eine solche Dreier-Fusion 2009 machbar sein könnte, wenn Dresdner und Commerzbank ihren Zusammenschluss verdaut haben.
Der Flughafenbetreiber Fraport AG (
ISIN DE0005773303 /
WKN 577330 ) hat seine Ergebnisprognose für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Flughafenbetreibers hervorgeht, peilt man für das laufende Geschäftsjahr 2008 weiterhin eine Steigerung beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) an. Die Dividende soll im Vergleich zum Vorjahreswert von 1,15 Euro je Aktie stabil gehalten werden. Der Flughafen Frankfurt sei nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Dr. Wilhelm Bender für die Zukunft so gut aufgestellt, dass er auch schwierigere Phasen der Luftfahrt im Vergleich zu anderen Airports in Deutschland und Europa ohne "nachhaltige Einschnitte zu meistern vermag".
Der Immobilienkonzern DIC Asset AG (
ISIN DE0005098404 /
WKN 509840 ) gab heute bekannt, dass er im Rahmen mehrerer Transaktionen sechs Gewerbe-Immobilien mit einer Gesamtfläche von rund 17.000 Quadratmetern und einem Gesamtvolumen von rund 27 Mio. Euro verkauft hat. Den Angaben zufolge befinden sich die Immobilien in guten Lagen in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Mannheim und Bensheim. Von dem Gesamtvolumen entfallen auf die DIC Asset AG dabei 16,7 Mio. Euro. Für den überwiegenden Anteil ist mit einer Realisierung des entsprechenden Ergebnisbeitrags noch im dritten Quartal 2008 zu rechnen, hieß es. (03.09.2008/ac/n/m)