Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Am deutschen Aktienmarkt dominierten heute die Minuszeichen. Der
DAX beendete den Handel mit einem Abschlag von 1,28 Prozent bei 6.236,96 Punkten. Der MDAX gab daneben 1,11 Prozent ab auf 8.228,16 Zähler.
Die Wall Street war zum Sitzungsschluss in Deutschland ebenfalls rot eingefärbt. Belastet von Ängsten um weitere Turbulenzen im Finanzsektor und dem jüngsten Ölpreisanstieg lag der Dow Jones zuletzt mit rund einem halben Prozent im Minus.
Gegen den Trend legten Continental 0,4 Prozent zu. Wie heute bekannt wurde, hat sich die Schaeffler Gruppe im Übernahmekampf mit dem Automobilzulieferer auf eine einvernehmliche Lösung geeinigt. Im Rahmen der Vereinbarung wird Schaeffler mitunter den Angebotspreis anheben. An der Indexspitze zogen Merck nach einem positiven
Analystenkommentar um 0,9 Prozent an.
Daimler schlossen 0,5 Prozent schwächer. Einem Pressebericht zufolge erwägt der Konzern weitere Maßnahmen zur Kostenkontrolle sowie einen Börsengang der Nutzfahrzeugsparte. Für Volkswagen ging es um 0,8 Prozent abwärts. Wie heute mitgeteilt wurde, musste der Automobilkonzern bei der Kernmarke im Juli einen Absatzrückgang hinnehmen.
Finanzwerte standen spürbarer unter Druck. Anteilsscheine der HRE verloren 2,8 Prozent. Ferner gaben die Commerzbank 2,7 Prozent und die Deutsche Bank 1,9 Prozent ab. Titel der Allianz schlossen 2,1 Prozent leichter. Der Versicherungskonzern hat heute die Geschäftszahlen der Allianz Deutschland für die ersten sechs Monate vorgelegt. BMW bildeten mit -3,4 Prozent das Schlusslicht.
Im MDAX setzten Arcandor die gestrige Talfahrt ungebremst fort. Bis Handelsende knickte der Wert um 9,7 Prozent ein. Im SDAX brachen ARQUES um mehr als 5 Prozent ein. Das Beteiligungsunternehmen konnte im zweiten Quartal bei Umsatz und EBITDA deutlich zulegen, allerdings wurde der Ausblick zurückgenommen. Anteilsscheine der IKB wiederum gewannen fast 8 Prozent. Wie heute mitgeteilt wurde, ist der Verkauf der Anteile der staatseigenen KfW-Bankengruppe an der krisengeschüttelten Mittelstandsbank perfekt.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 6.236,96 (-1,28 Prozent)
MDAX: 8.228,16 (-1,11 Prozent)
Tagesgewinner: Merck, Continental, RWE
Tagesverlierer: BMW, Henkel, HRE
Unternehmensnachrichten:
Die Deutsche Telekom AG (
ISIN DE0005557508 /
WKN 555750 ) hat heute umfangreiche Neustrukturierungen innerhalb ihrer im Jahr 2007 gegründeten Servicegesellschaften angekündigt. Demnach sollen die Service Center der Deutschen Telekom Kundenservice GmbH auf bundesweit 24 Städte konzentriert und aufwändig modernisiert werden. Derzeit gibt es Konzernangaben zufolge in 63 deutschen Städten Service Center. In diesem Zusammenhang will der Konzern in den kommenden zwei Jahren rund 70 Mio. Euro investieren. Etwa 8.000 der insgesamt rund 18.000 beschäftigten Voll- und Teilzeitmitarbeiter der Deutschen Kundenservice GmbH werden ihren alten gegen einen neuen Standort tauschen.
Der Versicherungskonzern Allianz SE (
ISIN DE0008404005 /
WKN 840400 ) hat heute die Geschäftszahlen der Allianz Deutschland AG für die ersten sechs Monate des laufenden Fiskaljahres vorgelegt. Demnach erhöhten sich die Beitragseinnahmen um 14 Prozent. Der Halbjahresüberschuss konnte mehr als verdoppelt werden. Trotz der Unsicherheiten erwartet die Allianz Deutschland AG auch für das Gesamtjahr insgesamt steigende Umsätze und ein befriedigendes Ergebnis, hieß es weiter.
Die Daimler AG (
ISIN DE0007100000 /
WKN 710000 ) zieht einem Pressebericht zufolge weitere Maßnahmen zur Kostenkontrolle in Betracht. Wie das "manager-magazin" heute berichtet (Vorabveröffentlichung), stehe der Automobilkonzern möglicherweise vor einem neuen Personalabbau. Laut dem Bericht wäre der geplante Personalabbau Teil eines Sparprogramms, über das der Vorstand aktuell diskutiere. Er würde vor allem Mitarbeiter der Konzernzentrale betreffen, so das Szenario. Wie das Magazin weiter berichtet gehöre auch ein Börsengang der Nutzfahrzeugsparte zu den aktuell diskutierten Szenarien.
Der Automobilkonzern Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400 ) legte heute die Absatzzahlen für den Monat Juli vor. Demnach verzeichnete der Automobilhersteller im Berichtsmonat bei der Kernmarke Volkswagen einen Absatzrückgang von 1,5 Prozent auf 305.000 Fahrzeuge. Als Ursache für die leichte Abschwächung der Verkaufszahlen wurde der allgemein rückläufige Gesamtmarkt genannt.
Die Schaeffler Gruppe hat sich im Übernahmekampf mit dem Automobilzulieferer Continental AG (
ISIN DE0005439004 /
WKN 543900 ) auf eine einvernehmliche Lösung geeinigt. Wie beide Konzerne heute erklärten, wird Schaeffler den Angebotspreis von zuletzt 70,12 Euro je Continental-Aktie auf 75,00 Euro je Anteilsschein anheben. Darüber hinaus verpflichtet sich das fränkische Familienunternehmen im Rahmen der getroffenen unbefristeten Vereinbarungen, das Engagement auf eine Minderheitsbeteiligung (bis zu 49,99 Prozent) zu beschränken. Ein weiterer wesentlicher Punkt beinhaltet die Verpflichtung von Schaeffler, die bisherige Strategie und Geschäftspolitik des Vorstands zu unterstützen und keine Verkäufe oder sonstige wesentliche Strukturmaßnahmen zu verlangen. Im Anschluss an die zwischen Continental und der Schaeffler Gruppe geschlossene Vereinbarung hat der Vorstandsvorsitzende der Continental AG Manfred Wennemer (60) den Aufsichtsrat darum gebeten, ihn zum 31. August 2008 von seinem Amt zu entbinden.
Die zum Technologiekonzern Siemens AG (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610 ) Geschäftseinheit Siemens VAI Metals Technologies hat weitere Aufträge aus China erhalten. Wie der heute erklärte, wird man im Auftrag der China Shougang International Trade & Engineering Corp. ein neues 5-Meter-Grobblechwalzwerk liefern und eine bestehende Walzlinie modernisieren. Ein von Shougang Baoye selbst geplantes 3,5-Meter-Grobblechwalzwerk erhält eine Mulpic-Intensivkühlstrecke und neue Antriebssysteme. Insgesamt wurde das Gesamtauftragsvolumen auf 70 Mio. Euro beziffert.
Das Beteiligungsunternehmen ARQUES Industries AG (
ISIN DE0005156004 /
WKN 515600 ) konnte im zweiten Quartal 2008 bei Umsatz und EBITDA deutlich zulegen. Wie der Konzern heute erklärte, erhöhte sich der Konzernumsatz um 284 Prozent. Ein Großteil dieses Umsatzanstieges basierte auf den in den vergangenen zwölf Monaten getätigten Akquisitionen. Das EBITDA konnte bedingt durch verbesserte operative Ergebnisse der Beteiligungen und die erfolgreichen Exits von Oxiris und Jahnel-Kestermann im zweiten Quartal um 67 Prozent verbessert werden. Aufgrund von Einmaleffekten war das EBIT jedoch negativ. Vor- und Nachsteuergewinn rutschen auf Grund von Impairments ins Minus. Angesichts weiter schwieriger Rahmenbedingungen passt ARQUES seine Jahresziele für das Gesamtjahr 2008 an. Das Ergebnisziel (EBITDA) wird von 275 Mio. auf 200 Mio. Euro reduziert.
Der Verkauf der Anteile der staatseigenen KfW-Bankengruppe an der krisengeschüttelten Mittelstandsbank IKB Deutsche Industriebank AG (
ISIN DE0008063306 /
WKN 806330 ) ist perfekt. Wie die staatliche KfW Bankengruppe heute erklärte, habe der Präsidialausschuss des Verwaltungsrats der KfW Bankengruppe beschlossen, dem Verwaltungsrat der KfW zu empfehlen, die IKB-Anteile der KfW an den Finanzinvestor Lone Star zu verkaufen. Im Rahmen der heute unterzeichneten Vereinbarung erwirbt Lone Star den gesamten Anteil der KfW an der IKB in Höhe von rund 90,8 Prozent. Das Closing des Vertrags wird bis Oktober 2008 erfolgen. (21.08.2008/ac/n/m)