Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte haben am heutigen Handelstag teils kräftig zulegen können. Der
DAX schloss dennoch mit 0,31 Prozent im Minus bei 4.808,69 Punkten.
Eine bessere Entwicklung des Gesamtmarktes hat einzig und alleine die hoch gewichtete Volkswagen-Aktie verhindert. Der MDAX sprang um 7,65 Prozent und ging mit 5.242,73 Zählern aus dem Handel. Der Markt profitierte insbesondere von den starken Vorgaben der Wall Street. Am Abend steht die mit Spannung erwartete Zinsentscheidung der Fed auf dem Terminplan.
Anteilsscheine des Wolfsburger Autobauers Volkswagen brachen nach der fulminanten Kursrallye der vergangenen Tage um rund 45 Prozent ein und drückten beim DAX mächtig auf das Bremspedal. Vor dem Hintergrund der jüngsten Kursentwicklung in der VW-Stammaktie hat die Deutsche Börse beschlossen, das Gewicht des Papiers ab der kommenden Woche auf 10 Prozent zu deckeln. Zum gestrigen Handelsende hatte der Wert ein Gewicht von 27 Prozent im DAX. Zudem hat Porsche zur Beruhigung des Kurses der VW-Aktie den Verkauf von Anteilen angekündigt.
Die übrigen 29 im DAX gelisteten Werte konnten dagegen durchweg zulegen. An der Indexspitze zogen Titel der Allianz um 26,2 Prozent an. Nur knapp dahinter folgten METRO, Siemens, Daimler und BASF. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hält der Chemiekonzern inzwischen rund 66,7 Prozent der Anteile der schweizerischen Spezialchemiekonzerns Ciba. Die beiden Versorgerschwergewichte E.ON und RWE rückten um 19,8 bzw. um 16,8 Prozent vor.
Bayer gewannen im Mittelfeld 13,4 Prozent. Der Pharmakonzern konnte Umsatz und das um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsergebnis im dritten Quartal jeweils leicht steigern. Zudem hält man an seinen Zielen für das laufende Jahr fest. Die Aktie der Deutschen Lufthansa legte über 6 Prozent zu. Die Kranichlinie hat heute detaillierte Zahlen für die ersten neun Monate auf den Tisch gelegt.
Papiere der HRE blieben mit +4,1 Prozent deutlich hinter den restlichen DAX-Werten zurück. Der angeschlagene Immobilienfinanzierer meldete heute, dass die Verträge über die Anfang Oktober angekündigten Liquiditätslinien derzeit endverhandelt werden. Um in der Zwischenzeit den kurzfristigen Liquiditätsbedarf sicherzustellen, habe man beim Finanzmarktstabilisierungs-Fonds eine Liquiditätsgarantie beantragt.
Im MDAX rückten Krones um 18 Prozent vor. Wie heute bekannt wurde, konnte der Abfüllanlagenhersteller in den ersten drei Quartalen trotz der herausfordernden konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Umsatz- und Ergebnisanstieg verbuchen. An der Indexspitze fanden sich Demag Cranes mit +21,7 Prozent. Völlig unbeeindruckt von der guten Stimmung sackten ProSiebenSat.1 um 8,8 Prozent ab. elexis gewannen im SDAX nach der Vorlage endgültiger Geschäftszahlen 3,1 Prozent.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 4.808,69 (-0,31 Prozent)
MDAX: 5.242,73 (+7,65 Prozent)
Tagesgewinner: Allianz, METRO, Siemens
Tagesverlierer: Volkswagen,
Unternehmensnachrichten:
Der Chemiekonzern BASF SE (
ISIN DE0005151005 /
WKN 515100 ) hält rund 66,7 Prozent der Anteile der schweizerischen Ciba Spezialitätenchemie Holding AG (
ISIN CH0005819724 /
WKN 905373 ). Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurden bis zum Ende der Angebotsfrist am 28. Oktober 45.030.453 Ciba-Aktien angedient. Unter Einbezug der 1.011.536 Ciba-Aktien, welche BASF bereits vor Publikation der Voranmeldung hielt, liegt der von BASF gehaltene Anteil an der Ciba Spezialitätenchemie AG bei 66,665 Prozent der ausstehenden Aktien.
Der Pharmakonzern Bayer AG (
ISIN DE0005752000 /
WKN 575200 ) gab heute bekannt, dass er nach einer robusten Performance im dritten Quartal an seinen Zielen für das laufende Jahr festhält. Den Angaben zufolge erhöhte sich der Umsatz im dritten Quartal um 2,0 Prozent. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht dies einem Anstieg um 5,1 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) ging um 6,5 Prozent zurück. Nach Sondereinflüssen erhöhte sich das EBIT leicht um 1,0 Prozent. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie stieg auf 0,85 (Vorjahr: 0,81) Euro. Der Jahresausblick für 2008 wird bestätigt.
Die Merck KGaA (
ISIN DE0006599905 /
WKN 659990 ) hat die Exklusivlizenz zur Vermarktung des monoklonalen Antikörpers ASONEP erhalten. Dies gab der Pharmakonzern heute bekannt. In diesem Zusammenhang habe Merck KGaA und ihre Sparte Merck Serono mit dem US-Unternehmen Lpath Inc. (
ISIN US5489101080 /
WKN A0MLTX ) eine weltweite Allianz zur Entwicklung und Vermarktung des in der klinischen Versuchsphase I befindlichen Antikörpers geschlossen. Beim Erreichen bestimmter Zulassungs- und Umsatzziele könnten sich die Zahlungen auf bis zu 422 Mio. Dollar belaufen. Der monoklonale Antikörper ASONEP wird derzeit auf die Behandlung bestimmter Tumorarten untersucht.
Die Deutsche Lufthansa AG (
ISIN DE0008232125 /
WKN 823212 ) musste in den ersten neun Monaten 2008 einen deutlichen Ergebnisrückgang verbuchen. Wie der Luftfahrtkonzern heute erklärte, lag der Konzernumsatz um 13,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Konzernergebnis sank dagegen deutlich. Allerdings war im Vorjahr der Gewinn aus dem Verkauf der Thomas Cook-Anteile und dem Aktienrückkauf durch die WAM Acquisition S.A. enthalten. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet der Vorstand einen über dem Vorjahr liegenden Umsatz. Der Konzern wird nach heutigem Erkenntnisstand ein operatives Ergebnis von rund 1,1 Mrd. Euro erwirtschaften, hieß es weiter.
Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Holding AG (HRE) (
ISIN DE0008027707 /
WKN 802770 ) meldete heute, dass die Verträge mit einem deutschen Finanzkonsortium, der Deutschen Bundesbank und dem Bundesfinanzministerium über die am 6. Oktober angekündigten Liquiditätslinien in einem Gesamtumfang von 50 Mrd. Euro derzeit endverhandelt werden. Die vollständige Bereitstellung der Liquiditätslinien soll bis Mitte November erfolgen. Um in der Zwischenzeit den kurzfristigen Liquiditätsbedarf der Hypo Real Estate Group auch vor dem Hintergrund der jüngsten Marktentwicklungen sicherzustellen, habe die Gruppe gestern beim Finanzmarktstabilisierungs-Fonds (SoFFin) einen Antrag auf Garantiestellung für eine Liquiditätsbereitstellung durch die Deutsche Bundesbank in Höhe von 15 Mrd. Euro gestellt. Zudem wird die Gruppe den Angaben zufolge einen Antrag auf weitergehende, umfassende Unterstützung - einschließlich etwaiger Kapitalmaßnahmen - beim SoFFin stellen.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Kursentwicklung in der Stammaktie der Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400 ) hat die Deutsche Börse AG (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) eine außerordentliche Anpassung der DAX-Indexgewichtung beschlossen. Wie der Börsenbetreiber am Dienstagabend mitteilte, wird die im Index-Leitfaden zu den regulären Verkettungsterminen vorgesehene Kappungsgrenze von 10 Prozent für die VW-Aktie außerordentlich zum Handelsstart auf den 3. November vorgezogen. Zum Handelsende am gestrigen Dienstag hatte Volkswagen ein Gewicht von 27 Prozent.
Die AUDI AG (
ISIN DE0006757008 /
WKN 675700 ), eine Tochter des Automobilkonzerns Volkswagen AG, hat ihre Präsenz in Asien erweitert. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde am Dienstag der erste AUDI Handelsplatz in Ho Chi Minh City eröffnet. Damit fiel der Startschuss für das Engagement der Ingolstädter auf dem vietnamesischen Markt.
Der Abfüllanlagenhersteller Krones AG (
ISIN DE0006335003 /
WKN 633500 ) verbuchte in den ersten drei Quartalen trotz der herausfordernden konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 12,5 Prozent. Das Nachsteuerergebnis kletterte im Vorjahresvergleich um 31,3 Prozent. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Krones ein Umsatzplus am oberen Ende der Prognose von 5 bis 10 Prozent. Die Umsatzrendite vor Steuern (EBT-Marge) soll sich 2008 weiter verbessern (Vorjahr: 7,1 Prozent). Angesichts der Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise hält sich Krones für das Fiskaljahr 2009 mit einer Prognose zurück.
Die elexis AG (
ISIN DE0005085005 /
WKN 508500 ) hat heute die endgültigen Geschäftszahlen für die ersten drei Quartale vorgelegt. Demnach konnten Umsatz und EBIT deutlich verbessert werden. Beim Periodenergebnis wurde ein leichter Anstieg ausgewiesen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern einen Umsatz im Bereich von 172 Mio. Euro bis 177 Mio. Euro. Bei der EBIT-Marge wird ein Wert zwischen 14 und 15 Prozent erwartet. (29.10.2008/ac/n/m)