DAX Schluss: Zeitweise zweistellig im Minus, Wall Street.


10.10.08 18:01
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Bullen haben den Bären am heutigen Freitag offenbar das Börsenparkett komplett überlassen. Angesichts der schwelenden Finanzkrise brach der DAX in der Spitze um 11,9 Prozent auf 4.308 Punkte ein.
Letztendlich schloss der deutsche Leitindex mit einem Minus von 7,01 Prozent bei 4.544,31 Zählern. Für den MDAX ging es um 6,76 Prozent nach unten auf 5.325,60 Punkte. Im weltweiten Abwärtssog an den Finanzmärkten hat am Nachmittag auch die Wall Street schwächer eröffnet. Trotz der überzeugenden Quartalszahlen des Mischkonzerns General Electric fiel der Dow Jones zeitweise unter die 8.000er Marke. Eine kurze Zwischenerholung wurde schnell wieder abverkauft. Zum Xetra-Schluss lag der US-amerikanische Leitindex mit -4,3 Prozent im Handel bei rund 8.220 Punkten.

Am Indexende rutschten Papiere der Deutschen Bank um 16,1 Prozent ab. Daneben verloren die Deutsche Postbank 14,6 Prozent und die Allianz 9,2 Prozent. Bei der Commerzbank war ein Abschlag von 9,8 Prozent auszumachen. Die Aktie des Immobilienfinanzierers HRE, dessen Aufsichtsratschef Kurt Viermetz sein Mandat niedergelegt hat, ging mit -6,4 Prozent aus der Sitzung. Titel der Münchener Rück gaben nach einem negativen Analystenkommentar und der Pleite des japanischen Versicherers Yamato Life Insurance 9,8 Prozent ab.

Außerhalb des Finanzsektors stachen insbesondere Infineon mit -13,7 Prozent und die Deutsche Telekom mit -13 Prozent hervor. Papiere der beiden Energieriesen E.ON und RWE büßten ebenfalls zweistellig ein. Die Aktie der Deutschen Lufthansa verlor 8,3 Prozent. Die Airline hat im September auf Konzernebene 1,1 Prozent mehr Passagiere befördert. Daimler fielen um 8,3 Prozent und BMW um 8,8 Prozent zurück. Abermals völlig unbeeindruckt von den Kapriolen an den weltweiten Finanzmärkten gewann die Volkswagen-Aktie an der DAX-Spitze über 15 Prozent. Wie gewöhnlich lagen hierzu keine Nachrichten vor.

Im MDAX verloren HUGO BOSS mehr als 20 Prozent. Bei HOCHTIEF war ein Minus von 8,6 Prozent auszumachen. Zuvor wurde bekannt, dass sich der russische Milliardär Oleg Deripaska von seiner Beteiligung an dem deutschen Baukonzern trennt. An der Indexspitze machten sich GEA mit +5,1 Prozent breit.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 4.544,31 (-7,01 Prozent)

MDAX: 5.325,60 (-6,76 Prozent)

Tagesgewinner: Volkswagen

Tagesverlierer: Deutsche Bank, Deutsche Postbank, Infineon

Unternehmensnachrichten:

Kurt Viermetz, bisher Aufsichtsratschef bei der angeschlagenen Hypo Real Estate Holding AG (HRE) (ISIN DE0008027707 / WKN 802770 ), hat heute sein Mandat niedergelegt. Wie der Konzern erklärte, hat Viermetz sein Mandat als Aufsichtsratsmitglied zum Ablauf des heutigen Tages niedergelegt. Sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender werde vorübergehend von seinem bisherigen Stellvertreter, Herrn Prof. Dr. Klaus Pohle, wahrgenommen.

Die Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008 / WKN 514000 ) hat zur Stärkung der Kernkapitalquote zwei Emissionen von Contingent Capital als Kernkapital (Tier 1) qualifiziert. Wie das Kreditinstitut heute erklärte, handelt es sich bei den beiden Emissionen um die Deutsche Bank Contingent Capital Trust IV mit einem Volumen von 1 Mrd. Euro sowie die Deutsche Bank Contingent Capital Trust V mit einem Volumen von 1,265 Mrd. Dollar. Dadurch stehen diese beiden Emissionen nunmehr im gleichen Rang wie andere Tier-1-Hybridanleihen der Deutschen Bank, teilte das Kreditinstitut weiter mit.

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125 / WKN 823212 ) legte heute die Passagierzahlen für den Monat September vor. Wie der Luftfahrtkonzern erklärte, verzeichnete die Lufthansa Passage-Airlines im Berichtszeitraum einen Passagierrückgang um 0,8 Prozent auf 5.164 Millionen. Der Sitzladefaktor verringerte sich im Vorjahresvergleich demnach um 2,5 Prozentpunkte auf 79,5 Prozent. Auf Konzernebene erhöhte sich die Passagierzahl der Deutschen Lufthansa um 1,1 Prozent auf 6.343 Millionen. Der Sitzladefaktor verringerte sich gegenüber dem Vorjahreswert um 1,9 Prozentpunkte auf 80,1 Prozent.

Die Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508 / WKN 555750 ) hat auf die Pannenserie im Bereich Datenschutz mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket reagiert. Wie der Konzern heute erklärte, will man neben einer erhöhten Transparenz sowie optimierten Datenschutzstandards auch mit der Schaffung eines neuen Vorstandsressorts für Datenschutz ein richtungsweisendes Signal für die Relevanz des Datenschutzes in der Informationsgesellschaft setzen. Zuletzt hatte der Diebstahl von rund 17 Millionen Kundendaten der Tochter T-Mobile den Konzern schwer in Misskredit gebracht.

Der Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101 / WKN 723610 ) gab am Donnerstag bekannt, dass Siemens Energy eine Industriedampfturbine für eines der weltweit ersten kommerziellen Solarturm-Kraftwerke liefert. Demnach wird das spanische Unternehmen Sener das neuartige solarthermische Kraftwerk mit einer Leistung von 19 Megawatt (MW) an einem Standort nahe Sevilla in Andalusien errichten. Siemens liefert für das Projekt "Solar Tres" eine speziell an die Herausforderungen der Solartechnologie angepasste Industriedampfturbine, die damit zum Referenzprodukt für Solarturm-Kraftwerke wird, hieß es.

Der russische Milliardär Oleg Deripaska trennt sich von seiner über die Holdinggesellschaft Basic Element gehaltenen Beteiligung an dem deutschen Baukonzern HOCHTIEF AG (ISIN DE0006070006 / WKN 607000 ). Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung der zu Basic Element gehörenden Tochter Rasperia Trading Ltd. hervorgeht, trenne man sich von seiner 9,99-prozentigen Beteiligung an dem Baukonzern. Die gemeinsam mit HOCHTIEF durchgeführten Infrastrukturprojekte sollen hingegen wie geplant fortgesetzt werden, teilte Basic Element mit.

Der Stahlkonzern Salzgitter AG (ISIN DE0006202005 / WKN 620200 ) hat seine Beteiligung an der Norddeutsche Affinerie AG (NA) (ISIN DE0006766504 / WKN 676650 ) erhöht. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hat der Stimmrechtsanteil von Salzgitter an dem führenden europäischen Kupferhersteller am 9. Oktober die Schwelle von 20 Prozent überschritten und liegt seitdem bei 20,001 Prozent. Zuvor hatte der Stimmrechtsanteil von Salzgitter an der Norddeutschen Affinerie bei 17,6 Prozent gelegen.

Der Immobilienkonzern DIC Asset AG (ISIN DE0005098404 / WKN 509840 ) gab am späten Donnerstag bekannt, dass sein Vorstand beschlossen hat, über die Börse eigene Aktien von bis zu 5 Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Den Angaben zufolge können die zurück erworbenen Aktien zu allen im Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vorgesehenen Zwecken verwendet werden, dazu gehört insbesondere auch die Einziehung der Aktien. (10.10.2008/ac/n/m)


 

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