Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte präsentieren sich am Mittag weiter behauptet. Aktuell verbucht der
DAX ein Minus von 0,08 Prozent auf 5.655,89 Punkte, während der MDAX derzeit 2,80 Prozent auf 6.556,04 Zähler abgeben muss.
Nachdem die deutschen Standardwerte am Morgen trotz schwacher Vorgaben aus den USA und Fernost zeitweise freundlich eröffnet hatte, richtet sich das Interesse der Anleger auf die am Nachmittag anstehenden Konjunkturdaten. Neben dem ISM-Dienstleistungsindex stehen außerdem wichtige Arbeitsmarktdaten zur Veröffentlichung an. Am Abend folgt dann die mit Spannung erwartete zweite Abstimmung des US-Repräsentantenhauses über das milliardenschwere US-Rettungspaket für die Finanzmärkte. Hier wird im Allgemeinen von einem positiven Votum für das umstrittene Notprogramm des US-Finanzministeriums ausgegangen. Angesichts heftiger Widerstände gegen eine vollständig steuerfinanzierte Umsetzung des 700 Mrd. Dollar schweren Pakets gilt eine Zustimmung vieler Abgeordneter jedoch als ungewiss.
An der Spitze des DAX rangiert die Aktie des angeschlagenen Hypothekenfinanzierers HRE, die mehr als 15 Prozent fester tendiert. Am Vorabend hatte die EU-Kommission Grünes Licht für das von der Bundesregierung beschlossene Hilfspaket für den durch die Finanzkrise schwer gebeutelten Finanzkonzern gegeben. Gefragt sind auch andere Finanzwerte wie etwa Anteilsscheine der Deutschen Postbank, die dank positiver
Analystenkommentare mehr als 2 Prozent zulegen können. Für gute Stimmung bei Finanz- und Versicherungswerten sorgte vor allem die am Morgen angekündigten Umstrukturierungen bei der schweizerischen Großbank UBS im Investmentbanking-Bereich. Davon profitieren können aktuell daneben die Deutsche Bank und die Allianz, die jeweils mehr als 2 Prozent fester tendieren. Erholt präsentieren sich daneben auch Automobilwerte. So kann Volkswagen knapp 2 Prozent zulegen, während BMW mehr als 1,2 Prozent hinzugewinnt. Bei Daimler sorgt ein Pressebericht, wonach Investoren aus dem Mittleren Osten und Asien verstärkt Interesse am Erwerb einer größeren Beteiligung an dem Stuttgarter Automobilbauer gezeigt haben, für ein Plus von 1 Prozent. Daneben können Bayer, BASF und Merck KGaA leichte Aufschläge vorweisen. Fester präsentiert sich auch die Deutsche Telekom, nachdem die EU-Kommission am Vorabend den Einstieg beim griechischen Wettbewerber OTE gebilligt hatte. Aktuell legt der Wert 0,7 Prozent zu.
Am unteren Ende befinden sich aktuell die Anteilsscheine von SAP, die ohne besondere Nachrichten bei allerdings recht dünnem Volumen mehr als 5 Prozent abgeben. Schwächer präsentieren sich daneben MAN und Linde. Anteilsscheine der Deutschen Börse geben aktuell mehr als 2 Prozent ab. Am Morgen hatte der Börsenbetreiber erklärt, dass der Großaktionär TCI die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung beantragt hat, mit dem Ziel, die Bestellung von Viermetz als Mitglied des Aufsichtsrats zu widerrufen.
Im MDAX brechen Anteilsscheine von Premier um mehr als 50 Prozent ein. Am Vorabend hatte der Bezahlfernsehsender die Märkte mit einer Gewinnwarnung geschockt.
Unternehmensnachrichten:
Die Deutsche Börse AG (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) wird möglicherweise eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Wie der im DAX30 notierte Börsenbetreiber am Freitag mitteilte, hat The Children's Investment Master Fund ein entsprechendes, an den Vorstand der Deutsche Börse AG adressiertes Schreiben ohne die in dem Schreiben genannten bestätigenden Anlagen per E-Mail an den Aufsichtsratsvorsitzenden Kurt Viermetz versandt. Einziger Tagesordnungspunkt dieser Hauptversammlung soll der Widerruf der Bestellung von Viermetz als Mitglied des Aufsichtsrats sein. Der Vorstand, der für die Entscheidung über die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung allein zuständig ist, wird dieses Verlangen, wenn es ihm formgerecht zugegangen ist, auf seine Rechtmäßigkeit hin überprüfen und darüber entscheiden, hieß es weiter.
Die Premiere AG (
ISIN DE000PREM111 /
WKN PREM11 ) veröffentlichte am Donnerstag eine Prognose für das EBITDA im Gesamtjahr 2008, die Abonnentenzahlen für das dritte Quartal 2008 sowie den durchschnittlichen Programmumsatz pro Abonnent (Programm-ARPU) auf der Grundlage einer neuen Klassifizierung. Außerdem wurde das Ausscheiden des Finanzvorstands bekannt gegeben. Dabei erwartet der Konzern beim EBITDA für das Gesamtjahr einen deutlichen Verlust.
Die Merck KGaA (
ISIN DE0006599905 /
WKN 659990 ) und ihre Sparte Merck Serono haben am heutigen Freitag bekannt gegeben, dass die Genentech Inc. (
ISIN US3687104063 /
WKN 924632 ) einen Fall von progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie (PML) gemeldet hat.
Der Automobilhersteller Daimler AG (
ISIN DE0007100000 /
WKN 710000 ) wird derzeit nach Aussage von Konzernchef Dieter Zetsche vor allem von Investoren umworben. Laut einem Bericht der "Financial Times" (Freitag) habe Daimler verschiedene Anfragen einiger Großinvestoren aus dem Mittleren Osten und Asien erhalten, die sich in großem Stil an dem im DAX30 notierten Automobilkonzern beteiligen wollten. Nach Aussage von Konzernchef Zetsche seien diese Investoren daran interessiert, die Rolle eines Ankeraktionärs bei Daimler zu übernehmen, um feindliche Übernahmen oder die Attacken von Finanzinvestoren abzuwehren.
Die EU-Kommission hat den Beteiligungserwerb der Deutsche Telekom AG (
ISIN DE0005557508 /
WKN 555750 ) an der griechischen Hellenic Telecommunications Organisation S.A. (OTE) (
ISIN GRS260333000 /
WKN 903465 ) genehmigt. In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Pressemitteilung der Wettbewerbskommission hieß es, dass der Zusammenschluss den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben nicht erheblich beeinträchtigen wird. Da sich die Netze von Telekom und OTE weitgehend ergänzen, sei die Kommission zu dem Schluss gelangt, dass die begrenzten horizontalen Überschneidungen auf dem Endkundenmarkt für Festnetz-Telefonie und dem Vorleistungsmarkt für Mietleitungen in Rumänien wettbewerbsrechtlich unbedenklich seien.
(03.10.2008/ac/n/m)