Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach dem gestrigen Kurseinbruch hat der deutsche Aktienmarkt technisch bedingt fester eröffnet.
Gerüchte um mögliche Liquiditätsengpässe bei einigen der führenden britischen Großbanken haben die Anleger aber schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Dass der
DAX dennoch im Plus liegt, ist auf den jüngsten Kurssprung bei der Volkswagen-Aktie zurückzuführen. Aktuell kann das Aktienbarometer 1,08 Prozent zulegen auf 5.445,04 Zähler. Der MDAX knüpft unterdessen an die drastischen Vortagesverluste an und fällt um 1,41 Prozent zurück auf 6.044,86 Punkte.
Mit einem phänomenalen Aufschlag von etwa 46 Prozent auf rund 430 Euro zieht die Volkswagen-Aktie die Blicke auf sich. Die Konzern-Tochter AUDI gab heute bekannt, dass sie im September einen neuen Rekordabsatz eingefahren hat. Der Kurssprung dürfte aber vielmehr einem Pressebericht geschuldet sein, demzufolge Porsche seine Beteiligung an den Wolfsburgern bis Ende November auf mehr als 50 Prozent ausbauen will. Im Windschatten von VW ziehen außerdem Daimler um 3,2 Prozent und BMW um 1,9 Prozent an.
Nach der gestrigen Gewinnwarnung machen die Anleger hingegen einen weiten Bogen um SAP. Aktuell verliert der Wert gut 10 Prozent. Im Finanzsektor bröckeln die Commerzbank um 10,4 Prozent, die Deutsche Bank, die Marktgerüchte über eine bevorstehende Kapitalmaßnahme dementiert hat, um 5,2 Prozent, die HRE um 5,3 Prozent und die Deutsche Postbank um 5,1 Prozent ab. Hier dürften die enttäuschenden Zahlen der Bank of America belasten. Ferner gibt es einem Pressebericht zufolge Spekulationen darüber, dass die britischen Großbanken RBS, Barclays sowie Lloyds insgesamt 50 Mrd. Britische Pfund benötigen würden. Rote Vorzeichen sind auch bei Papieren der Münchener Rück auszumachen, obwohl der Rückversicherer seine mittelfristigen Planziele bekräftigt hat.
Im MDAX befindet sich die Premiere-Aktie mit einem Abschlag von mehr als 16 Prozent weiter im freien Fall. Tognum geben trotz eines Großauftrags zur Lieferung von 130 Dieselmotoren fast 5 Prozent ab. An der Indexspitze rücken Wacker Chemie um über 4 Prozent vor.
Unternehmensmeldungen:
Der Automobilhersteller Daimler AG (
ISIN DE0007100000 /
WKN 710000 ) hat heute die September-Absatzzahlen für das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars vorgelegt. Im Monat September verzeichnete das Segment Mercedes-Benz Cars einen Absatzrückgang von 2,0 Prozent auf 122.200 Modelle. Während man beim "smart" ein Plus von 9,0 Prozent auf 11.500 Modelle erzielt hatte, verringerten sich die Auslieferungen bei der Marke Mercedes-Benz um 3,0 Prozent auf 110.700 Modelle.
Die zum Automobilkonzern Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400 ) gehörende Tochter AUDI AG (
ISIN DE0006757008 /
WKN 675700 ) gab heute bekannt, dass sie im September in den Regionen Europa und Asien-Pazifik zweistellige Wachstumsraten verzeichnet hat. Den Angaben zufolge steigerte die Marke mit den vier Ringen ihre Verkaufszahlen im September weltweit um 12,3 Prozent auf 95.137 Fahrzeuge.
Die Deutsche Bank AG (
ISIN DE0005140008 /
WKN 514000 ) hat Marktgerüchte über eine bevorstehende Kapitalmaßnahme dementiert. Wie die im DAX30 notierte Geschäftsbank heute mitteilte, erwartet sie für das dritte Quartal 2008 eine BIZ-Kernkapitalquote (Tier-1 nach Basel II) von rund 10 Prozent. Deshalb plane die Bank keine Kapitalerhöhung.
Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Münchener Rück) (
ISIN DE0008430026 /
WKN 843002 ) hat ihre mittelfristigen Planziele bekräftigt. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Rückversicherers hervorgeht, geht man bis zum Jahr 2010 von einem Gewinn oberhalb der Marke von 18 Euro je Aktie aus. Auch an dem Ziel einer risikoadjustierten Eigenkapitalrendite (RoRaC) von nachhaltig mindestens 15 Prozent hält der Konzern weiter fest.
Der Geschäftsbereich Engines der Tognum AG (
ISIN DE000A0N4P43 /
WKN A0N4P4 ) hat einen weiteren Auftrag an Land gezogen. Wie der Konzern heute erklärte, werde man im Auftrag der Voith Turbo Lokomotivtechnik GmbH & Co. KG in Kiel für die Lieferung von insgesamt 130 Dieselmotoren des Typs 8V 4000 R43 verantwortlich zeichnen. Die 1.000 kW (1.360 PS) starken Motoren werden von dem in Kiel ansässigen Lokomotivenhersteller in die neuen Rangierlokomotiven des Typs Gravita 10BB eingebaut. Finanzielle Einzelheiten des Auftrags wurden nicht bekannt gegeben.
Der geplante Verkauf der Tochter Hapag-Lloyd könnte der TUI AG (
ISIN DE000TUAG000 /
WKN TUAG00 ) möglicherweise deutlich weniger Geld in die Kassen spülen als zunächst geplant. Einer der größten TUI-Aktionäre äußerte sich in einem Interview mit der Tageszeitung "DIE WELT" (Onlineausgabe) erstmals skeptisch über die Aussichten: "Ich erwarte nicht, dass TUI im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld einen akzeptablen Preis für Hapag-Lloyd bekommen wird", sagte Tor Olav Trøim gegenüber der Zeitung. Er ist Partner des norwegischen TUI-Großaktionärs John Fredriksen. TUI-Chef Michael Frenzel solle daher über ein Verschieben des Verkaufs nachdenken.
Die Billigfluglinie Air Berlin plc (
ISIN GB00B128C026 /
WKN AB1000 ) gab heute bekannt, dass sie in den ersten neun Monaten dieses Jahres 2,9 Prozent mehr Passagiere befördert hat als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Den Angaben zufolge flogen von Januar bis September insgesamt 22.107.115 Gäste mit Air Berlin, in 2007 waren es 21.482.622. Die kumulierte Auslastung stieg im gleichen Zeitraum von 77,7 Prozent auf 79,3 Prozent. Im Monat September 2008 verbesserte Air Berlin erneut den Erlös pro Sitzplatzkilometer ("Yield per ASK"). Dieser erhöhte sich um 12,1 Prozent auf 5,96 Eurocent. (07.10.2008/ac/n/m)