Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Gestützt auf positive US-Futures und Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung der EZB präsentieren sich die deutschen Standardwerte zur Tagesmitte hin deutlich erholt.
Beim
DAX ist zur Stunde noch ein leichter Abschlag von 0,04 Prozent auf 6.294,15 Indexpunkte auszumachen. Gleichzeitig rückt der MDAX um 0,83 Prozent vor auf 8.411,76 Zähler. Wie bereits am Morgen bekannt wurde, ist der für September vorausberechnete GfK Konsumklimaindex gefallen. Gleichzeitig ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, der ifo Geschäftsklimaindex, im August unerwartet stark gesunken.
Unternehmensmeldungen sind unterdessen rar gesät. Papiere der Allianz legen leicht zu. Einem Pressebericht zufolge läuft im Fusionspoker um die Allianz-Tochter Dresdner Bank alles darauf hinaus, dass die Beteiligten zum Monatsende ihre Karten auf den Tisch legen. Für das kommende Wochenende sei mit außerordentlichen Aufsichtsratssitzungen sowohl bei der Commerzbank (-1,6 Prozent) als auch bei der Allianz zu rechnen, hieß es.
An der Indexspitze gewinnen Infineon mehr als 2 Prozent. Auf den Plätzen folgen die Deutsche Lufthansa und E.ON. Belastet von einer
Kurszielsenkung der Investmentbank Goldman Sachs verlieren Papiere von ThyssenKrupp 1,2 Prozent. Am Indexende liegen Papiere der Deutschen Börse mit -1,8 Prozent. Der Börsenbetreiber gab zuvor eine Reduzierung der Transaktionsentgelte auf Xetra bekannt.
Im MDAX ziehen Titel von STADA an der Spitze um mehr als 5 Prozent an. Die rote Laterne liegt unterdessen bei DEUTZ, der Wert gibt fast 2 Prozent ab. Im SDAX gewinnen Anteilsscheine von MPC Capital nach Ergebnisvorlage über 4 Prozent.
Unternehmensmeldungen:
Die Deutsche Börse AG (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) hat eine Reduzierung der Transaktionsentgelte im Rahmen des Automated Trading Program (ATP) auf Xetra beschlossen. Dies gab der Börsenbetreiber heute bekannt. Mit dem differenzierten Serviceangebot würden auch neue Preise gelten, die in der Spitze und je nach gewähltem Service eine Entgeltreduzierung um bis zu 40 Prozent bedeuten würden. Auf Basis des ersten Halbjahres 2008 würde die ATP Anpassung bei unveränderten Handelsvolumina zu einer Entgeltreduzierung von 10 Mio. Euro führen. Das "Net Service" Angebot im Clearing würde eine Entgeltreduzierung von erwarteten 25 Mio. Euro pro Jahr bedeuten. Durch die Preissensitivität der Handels- und Clearing-Teilnehmer werden positive Auswirkungen auf die Transaktionsvolumina und entsprechend eine weitgehende Kompensation der Preiseffekte auf die Umsatzerlöse erwartet.
Der Verkauf der zur Allianz SE (
ISIN DE0008404005 /
WKN 840400 ) gehörenden Tochter Dresdner Bank steht einem Pressebericht zufolge kurz vor dem Abschluss. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, laufe alles auf eine Entscheidung zum Ende dieses Monats hinaus. Dabei seien neben der Commerzbank AG (
ISIN DE0008032004 /
WKN 803200 ) auch noch die China Development Bank im Rennen um die Dresdner Bank. Dabei sei am kommenden Wochenende mit außerordentlichen Aufsichtsratssitzungen sowohl bei der Commerzbank als auch bei der Allianz zu rechnen, zitiert die Wirtschaftszeitung mit der Situation vertraute Quellen. Der Aufsichtsrat der Allianz wird voraussichtlich am Sonntag auf Vorschlag des Managements entscheiden, wer den Zuschlag für die Dresdner Bank erhält. Noch sei das Rennen offen, wobei es neben Verhandlungen mit der Commerzbank parallel Verhandlungen mit der China Development Bank gebe.
Die MPC Capital AG (
ISIN DE0005187603 /
WKN 518760 ) musste im ersten Halbjahr einen Ergebnisrückgang ausweisen. Wie der Konzern heute erklärte, war der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Berichtszeitraum deutlich rückläufig. Beim Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter wurde ebenfalls ein kräftiger Rückgang verbucht. Wesentlichen Anteil an dem deutlichen Gewinneinbruch hatte die schwache Ergebnisentwicklung von HCI Capital AG (
ISIN DE000A0D9Y97 /
WKN A0D9Y9 ), an der MPC Capital mit 40,8 Prozent beteiligt ist. Beim Umsatz wurde ein Rückgang um rund 19 Prozent verzeichnet. Für das Gesamtjahr wurde das Ziel, einen Konzernüberschuss von 38 bis 40 Mio. Euro zu erreichen, bestätigt. (26.08.2008/ac/n/m)