DAX am Mittag: Deutliche Verluste vor EZB-Zinsentscheid.


04.09.08 13:18
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der DAX hat seine Verluste zur Tagesmitte hin noch ausgebaut und sackt aktuell um 1,12 Prozent ab auf 6.394,86 Indexpunkte. Gleichzeitig kommt der MDAX um 0,51 Prozent zurück auf 8.511,42 Zähler.
Die US-Futures lassen derzeit auf eine etwas schwächere Eröffnung der Wall Street schließen. Im weiteren Handelsverlauf stehen außerdem die Zinsentscheidung der EZB sowie wichtige US-Arbeitsmarktdaten auf dem Terminplan.

Die Aktie von TUI verliert 2,7 Prozent. Wie die Deutsche Börse am Vorabend mitteilte, wird der Reise- und Schifffahrtskonzern zum 22. September aus dem DAX genommen und durch den Düngemittelkonzern K+S (+1,6 Prozent) ersetzt. Ferner belastet ein Pressebericht, demzufolge der geplante Zusammenschluss der Billigflugtöchter von TUI, der Deutschen Lufthansa (-2 Prozent) sowie von Thomas Cook möglicherweise zu scheitern droht. Anteilsscheine der Deutschen Post geben 2,6 Prozent ab. Hier steht ein Zeitungsartikel im Blick, laut dem sich das hochdefizitäre Expressgeschäft des Logistikkonzerns in Nordamerika seit Monaten noch schlechter als ursprünglich erwartet entwickelt, was wiederum die Kooperationsverhandlungen mit dem Konkurrenten UPS verzögert.

Im Automobilsektor fallen Daimler um 1,6 Prozent zurück. Wie am Vorabend bekannt wurde, verzeichnete der Konzern in den USA bei der Kernmarke Mercedes-Benz im August einen deutlichen Absatzrückgang. Die beiden Mitbewerber Volkswagen (-1,3 Prozent) und BMW (-1 Prozent) veröffentlichten indes leicht steigende US-Absatzzahlen. Für Bayer geht es um 1,7 Prozent nach unten. Zuvor wurde bekannt, dass die Pflanzenschutztochter Bayer CropScience bis zum Jahr 2012 Milliarden in die Forschung investieren will.

Gegen den schwachen Trend können Continental, Merck und SAP leicht zulegen. Der Vorstand des Softwarekonzerns hat beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft durch die Einziehung von 21 Millionen eigenen Aktien herabzusetzen. DEUTZ verlieren 1 Prozent. Der Motorenhersteller wird Mitte September seinen Platz im MDAX mit dem Bau- und Maschinenkonzern BAUER (-3,7 Prozent) im SDAX tauschen.

Unternehmensmeldungen:

Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055 / WKN 581005 ) hat am Mittwoch über Veränderungen in ihren Aktienindizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX mit Wirkung zum 22. September entschieden. Demnach wird der Düngemittelkonzern K+S AG (ISIN DE0007162000, WKN 716200) in den DAX aufgenommen und ersetzt dort den Schifffahrts- und Touristikkonzern TUI AG. Außerdem wird die BAUER AG (ISIN DE0005168108 / WKN 516810 ) in den MDAX aufgenommen. Dafür verlässt die DEUTZ AG (ISIN DE0006305006 / WKN 630500 ) den MidCap-Index. DEUTZ ersetzt im SmallCap-Index SDAX die Aktie von BAUER. Des Weiteren steigen die Centrotec Sustainable AG (ISIN DE0005407506 / WKN 540750 ) und die VTG AG (ISIN DE000VTG9999 / WKN VTG999 ) in den SDAX auf, die Interhyp AG (ISIN DE0005121701 / WKN 512170 ) und D+S Europe AG (ISIN DE0005336804 / WKN 533680 ) verlassen den Index.

Der Software-Konzern SAP AG (ISIN DE0007164600 / WKN 716460 ) hat erneut eigene Aktien eingezogen. Wie der Walldorfer Software-Konzern heute erklärte, hat der Vorstand auf Basis der entsprechenden Hauptversammlungsbeschlüsse beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft durch die Einziehung von 21.000.000 eigenen Aktien (entspricht 1,68 Prozent der ausstehenden Aktien des Konzerns) auf 1.225.683.912,00 Euro herabzusetzen. Der Anteil eigener Aktien von SAP am Grundkapital beträgt nach der Einziehung rund 3,16 Prozent.

Die Pflanzenschutztochter der Bayer AG (ISIN DE0005752000 / WKN 575200 ) will bis zum Jahr 2012 Milliarden in die Forschung investieren. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, will Bayer CropScience im Zeitraum von 2008 bis 2012 insgesamt 3,4 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung von innovativen Pflanzenschutzmitteln und neuen Lösungen für den Bereich Saatgut und Pflanzenbiotechnologie investieren. Hiervon sollen Unternehmensangaben zufolge knapp 2,7 Mrd. Euro auf die Erforschung innovativer Pflanzenschutzwirkstoffe und 750 Mio. Euro auf die Entwicklung neuer Lösungen im Bereich Saatgut und Pflanzenbiotechnologie entfallen. Im selben Zeitraum wolle das Unternehmen insgesamt zehn neue Pflanzenschutzwirkstoffe einführen, die ein Spitzenumsatzpotenzial von insgesamt mehr als 1 Mrd. Euro haben.

Der geplante Zusammenschluss der Billigflugtöchter der Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125 / WKN 823212 ), des Reise- und Schifffahrtskonzerns TUI AG (ISIN DE000TUAG000 / WKN TUAG00 ) sowie von Thomas Cook droht einem Pressebericht zufolge möglicherweise zu scheitern. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise berichtet, verliefen die Gespräche über die angestrebte Fusion von Germanwings, TUIfly und Condor derart schleppend, dass das Dreierbündnis immer unwahrscheinlicher werde. Am Ende werde womöglich nur ein Zweierbündnis des Thomas-Cook-Ferienfliegers Condor mit einer der beiden anderen Airlines stehen.

Die Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004 / WKN 555200 ) steht einem Zeitungsbericht zufolge in den USA weiterhin vor schweren Problemen. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland", die sich bei ihren Angaben auf informierte Kreise beruft, entwickelt sich das hochdefizitäre Expressgeschäft in Nordamerika seit Monaten noch schlechter als ursprünglich erwartet, was die Kooperationsverhandlungen mit dem Konkurrenten United Parcel Service (UPS) (ISIN US9113121068 / WKN 929198 ) verzögert. Zudem bereite Post-Chef Frank Appel laut dem Bericht weitere Sanierungsschritte in den USA vor. Vor allem der Sanierungszeitplan für das DHL-Geschäft in den USA ist aus den Fugen geraten und dürfte sich um gut acht Wochen verschieben. Der Konkurrent soll ab Januar 2009 in den USA sämtliche Expressgüter und Pakete von DHL per Flugzeug transportieren. UPS erhält allein dafür jährlich 1 Mrd. Dollar von der Deutschen Post. Ein Grund für den Zeitverzug sei, dass Appel sich noch viel stärker als bislang bekannt aus Nordamerika zurückziehen wolle, berichtet die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Beraterkreise.

Die Volkswagen of America Inc., die US-Tochter der Wolfsburger Volkswagen AG (ISIN DE0007664005 / WKN 766400 ), veröffentlichte am Mittwoch leicht steigende US-Absatzzahlen für den Monat August 2008. Dabei stieg die Zahl der verkauften Autos bei Volkswagen im Berichtsmonat um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf nun 22.292 Einheiten an.

Der Automobilkonzern Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003 / WKN 519000 ) konnte im August in den USA einen leichten Absatzanstieg erzielen. Wie der Automobilhersteller am Mittwoch erklärte, wurden im Berichtsmonat insgesamt 30.931 Modelle der Marken BMW und MINI in den USA abgesetzt. Gegenüber dem Vorjahreswert konnte der Münchner Konzern dabei einen Anstieg von 1 Prozent erzielen. Bei Fahrzeugen der Kernmarke BMW wurde ein Absatzrückgang von 4,1 Prozent ausgewiesen, während man beim MINI ein Plus von 34,1 Prozent ausweisen konnte.

Der Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000 / WKN 710000 ) gab am Mittwoch die Absatzzahlen ihrer US-Tochter Mercedes-Benz USA für den Monat August 2008 bekannt. Demnach verbuchte der Automobilkonzern in den USA bei der Kernmarke Mercedes-Benz im Berichtsmonat einen Absatzrückgang um 11,8 Prozent auf 18.507 Modelle. Der Verkauf der Kleinwagen-Marke Smart hatte erst Mitte Januar 2008 begonnen. Insgesamt veräußerte der schwäbische Konzern in der Pkw-Sparte in den USA 20.927 Fahrzeuge. (04.09.2008/ac/n/m)


 

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