Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich nach wie vor fester. Der
DAX kann aktuell 0,99 Prozent zulegen und notiert bei 4.828,61 Indexpunkten.
In der Spitze lag der deutsche Leitindex allerdings schon mit 3,3 Prozent vorne. Beim MDAX ist ein Aufschlag von 2,06 Prozent auf 5.531,13 Zähler auszumachen.
Im Finanzsektor legen die Deutsche Bank und die HRE jeweils gut 1 Prozent zu. Papiere der Commerzbank und die der Allianz geben indes je rund 1 Prozent ab. Das Bundeskabinett hat heute die Verordnung zur Umsetzung des Gesetzes zur Stabilisierung der Finanzmärkte beschlossen. Nach Angaben des Finanzministeriums sind die Banken-Hilfen an strenge Auflagen geknüpft. So wurde eine Höchstgrenze von 10 Mrd. Euro für die Kapitalspritze bei einem einzelnen Kreditinstitut und von 5 Mrd. Euro für den Ankauf von Risikopapieren festgelegt. Zudem gelten eine Begrenzung der jährlichen Managergehälter auf 500.000 Euro und in der Regel ein Verzicht auf Boni. Ferner dürfen für die Dauer der staatlichen Hilfe keine Dividenden ausgeschüttet werden.
Zum Spitzenreiter avancieren E.ON mit einem satten Aufschlag von knapp 7 Prozent. RWE ziehen um fast 5 Prozent an. Deutlich fester präsentieren sich außerdem Siemens, Bayer und SAP. Anteilsscheine von METRO gewinnen fast 2 Prozent. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Einzelhandelskonzern die Suche nach einem Käufer für die Warenhaustochter Kaufhof eingestellt hat.
Auf der anderen Seite knicken Papiere von Volkswagen um gut 13 Prozent ein. Titel der Deutschen Lufthansa verlieren 2,6 Prozent. Der Kranichlinie droht einem Pressebericht zufolge ein harter Kampf bei der geplanten Übernahme der Austrian Airlines. Die Aktie der Deutschen Börse liegt mit 1,6 Prozent im Minus. Wie am Sonntag bekannt wurde, hat Kurt Viermetz mit Wirkung zum 8. Dezember sein Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft erklärt.
Im MDAX gewinnen Wacker Chemie an der Spitze über 11 Prozent. Titel von Fraport bilden mit -5,8 Prozent das Schlusslicht. Im SDAX sacken Papiere des Automobilzulieferers ElringKlinger, der seine Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr nach unten revidiert hat, um fast 5 Prozent ab.
Unternehmensmeldungen:
Der Deutsche Lufthansa AG (
ISIN DE0008232125 /
WKN 823212 ) droht einem Pressebericht zufolge ein harter Kampf bei der geplanten Übernahme der Austrian Airlines AG (AUA) (
ISIN AT0000620158 /
WKN 875224 ). Wie die "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) berichtet, habe die Fluggesellschaft Air France-KLM (
ISIN FR0000031122 /
WKN 855111 ) zuletzt ihre Bemühungen um eine Übernahme der angeschlagenen österreichischen Fluggesellschaft verstärkt. In diesem Zusammenhang drohe bis zum Ende der Gebotsfrist am Freitag ein Bietergefecht um die Airline - trotz verschlechterter Ertragslage. "Air France ist in dem Verfahren top positioniert", wird eine mit der Angelegenheit vertraute Person zitiert. Air France-KLM käme nach Angaben der Wirtschaftszeitung eine Stärkung des Osteuropageschäfts gelegen und scheint nun bereit, die politischen Bedingungen größtenteils zu erfüllen, um den Zuschlag zu erhalten.
Der Einzelhandelskonzern METRO AG (
ISIN DE0007257503 /
WKN 725750 ) hat einem Pressebericht zufolge die Suche nach einem Käufer für die Warenhaustochter Kaufhof eingestellt. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" sei niemand bereit gewesen, die geforderten 3,1 Mrd. Euro für die insgesamt 113 Standorte zu bezahlen. Die von dem Einzelhandelskonzern beauftragte Großbank JPMorgan Chase & Co. (
ISIN US46625H1005 /
WKN 850628 ) habe inzwischen ihre Bemühungen um einen Käufer für Karstadt eingestellt, schreibt die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf mehrere Geschäftspartner des Düsseldorfer Einzelhändlers. Ein METRO-Sprecher wollte sich zum Stand des Kaufhof-Bieterverfahrens nicht äußern. Auch über den für 2010 angekündigten Verkauf der SB-Warenhauskette Real - falls diese keinen Turnaround schafft - werde inzwischen in der Konzernleitung kontrovers diskutiert, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Insider. Selbst die Pläne rund um den geplanten Börsengang der Konzerntochter Mediamarkt/Saturn seien womöglich hinfällig.
Die Deutsche Börse AG (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) meldete am Sonntag, dass Kurt Viermetz mit Wirkung zum 8. Dezember 2008 sein Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft erklärt hat. Dazu sagte Viermetz: "Der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG hat unter meiner Führung den Prozess zur turnusmäßigen Neubesetzung des Aufsichtsgremiums eingeleitet. Entsprechend den Regeln der guten Unternehmensführung (Corporate Governance) hat der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats seine Tätigkeit im Sommer 2008 aufgenommen. Für mich stand in diesem Zusammenhang seit langem bereits der Entschluss fest, mit Erreichen des 70. Lebensjahres mein Aufsichtsratsmandat auslaufen zu lassen und meine Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates in wiederum geeignete Hände zu übergeben. Die Tätigkeit des Nominierungsausschusses verläuft konstruktiv und erfolgreich. In einigen Wochen wird der Ausschuss seine Vorschläge für die Neuwahl des Aufsichtsrates in der Hauptversammlung der Deutsche Börse AG im Mai 2009 vorlegen."
Der Automobilzulieferer ElringKlinger AG (
ISIN DE0007856023 /
WKN 785602 ) hat angesichts der eingetrübten Automobilkonjunktur seine Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr nach unten revidiert. Wie der Konzern am Sonntag erklärte, soll der Konzernumsatz das organische Niveau des Vorjahres von 607,8 Mio. Euro wieder erreichen. Zuvor hatte der Konzern noch ein organisches Umsatzplus von 5 bis 7 Prozent in Aussicht gestellt. Insgesamt wird für 2008 - inklusive der Beiträge durch die jüngste Akquisition der Schweizer SEVEX-Gruppe und der Beteiligungserhöhung an ElringKlinger Marusan - ein Anstieg des Konzernumsatzes von 9,0 bis 10,0 Prozent erwartet. Der bereinigte Konzerngewinn (nach Anteilen Dritter) 2008 wird insgesamt bei 55,0 bis 56,0 Mio. Euro erwartet, nach 67,2 Mio. Euro im Vorjahr. Bisher hatte ElringKlinger mit einem im Vergleich zum organischen Konzernumsatzzuwachs überproportionalen Anstieg des bereinigten Konzerngewinns gerechnet.
Die Colonia Real Estate AG (CRE) (
ISIN DE0006338007 /
WKN 633800 ) hat ein umfassendes Programm zur Kostenreduktion und Effizienzsteigerung gestartet. Wie der Immobilienkonzern heute erklärte, will er damit die allgemeinen Verwaltungskosten um mindestens 50 Prozent reduzieren. Wesentliche Bausteine des anlaufenden Kostenprogramms sind die weitgehende Zusammenlegung und Restrukturierung von Tochtergesellschaften des Konzerns, eine Reduktion der allgemeinen Verwaltungskosten sowie erhebliche Einsparungen bei den externen Beratungskosten. Für das aktuelle Marktumfeld sieht sich die CRE aufgrund einer soliden Eigenkapitalquote von 32 Prozent und erst kürzlich erfolgreich umgesetzter Refinanzierungsmaßnahmen gut gerüstet. (20.10.2008/ac/n/m)