Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der
DAX hat seine Gewinne zur Tagesmitte hin etwas ausweiten können. Aktuell liegt das Aktienbarometer mit 0,98 Prozent im Plus bei 4.882,55 Indexpunkten.
Der MDAX gewinnt daneben 2,36 Prozent auf 5.699,70 Zähler. Hoffnungen auf ein Konjunkturpaket haben der Wall Street am Vorabend zu deutlichen Gewinnen verholfen. Die US-Futures deuten allerdings auf einen schwachen Auftakt der New Yorker Leitbörse hin.
Zum Spitzenreiter avancieren Titel des Düngemittelherstellers K+S mit einem satten Aufschlag von über 7 Prozent. Nur knapp dahinter folgt die Aktie der Deutschen Börse. Kursgewinne von jeweils mehr als 5 Prozent fahren MAN, die Deutsche Postbank, die Commerzbank und Merck ein. Titel der Deutschen Bank rücken um fast 5 Prozent vor, obwohl das Finanzinstitut einem Pressebericht zufolge offenbar keineswegs so blendend dasteht, wie es der Vorstandschef Josef Ackermann glauben machen will. So lag die Relation vom Eigenkapital zur Bilanzsumme zuletzt nur bei mageren 1,6 Prozent.
Die Aktie von Henkel tendiert knapp behauptet. Einem Pressebericht zufolge will sich der Konsumgüterhersteller künftig verstärkt auf wichtige Kernmarken innerhalb des Produktportfolios konzentrieren. Ferner erwarte der Konzern im Gesamtjahr ein Umsatzplus von 3 bis 5 Prozent. Eine noch bessere Entwicklung des Gesamtmarktes verhindert auch die Volkswagen-Aktie mit einem satten Abschlag von über 11 Prozent. Verluste von jeweils mehr als 2 Prozent sind bei SAP und der Deutschen Telekom auszumachen. Infineon verlieren ein knappes Prozent. Der Titel leidet insbesondere unter den enttäuschenden Ergebnissen des amerikanischen Speicherchip-Herstellers SanDisk.
Im MDAX schieben sich Papiere von Bilfinger Berger um gut 14 Prozent nach vorne. Der Baukonzern gab am Vorabend bekannt, die französische Tochter Razel veräußert zu haben. Gleichzeitig wurde der Ausblick angehoben. Titel des Konsumgüterherstellers Beiersdorf, der den Hygiene-Spezialisten Bode Chemie veräußert hat, ziehen um 3 Prozent an. Anteilsscheine der Hannover Rück verlieren nach einem guten Auftakt über 8 Prozent. Zuvor wurde bekannt, dass der Rückversicherer die Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2008 für nicht mehr erreichbar hält.
Unternehmensmeldungen:
Die Deutsche Bank AG (
ISIN DE0005140008 /
WKN 514000 ) steht einem Pressebericht zufolge keineswegs so blendend da, wie es der Vorstandschef Josef Ackermann glauben machen will. Laut dem Wirtschaftsmagazin "Capital" ist im vergangenen Krisenjahr die Bilanzsumme des Instituts, also das gesamte Geschäftsvolumen, dramatisch gestiegen, ohne dass ihr Eigenkapital-Puffer entsprechend erhöht wurde. Diese Relation vom Eigenkapital zur Bilanzsumme lag zuletzt bei mageren 1,6 Prozent. Damit landete die Deutsche Bank bei einem Bilanzvergleich der 50 führenden Banken der Welt im Schlussfeld. Am Wochenende hatte Ackermann noch erklärt: "Wir sind eine der stärksten und am besten kapitalisierten Banken der Welt." Ackermann verwies wieder einmal auf die hohe "Kernkapitalquote" der Bank. Renommierte Risikospezialisten halten die Fixierung auf die Kernkapitalquote für gefährlich.
Der Konsumgüterhersteller Henkel KGaA (
ISIN DE0006048432 /
WKN 604843 ) will sich nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Kasper Rorsted künftig verstärkt auf wichtige Kernmarken innerhalb des Produktportfolios konzentrieren. "Unsere stärksten Marken wachsen überproportional zum Rest. Daher werden wir sie in Zukunft stärker ausbauen", erklärte der Manager im Interview mit der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe). Die zehn wichtigsten Marken, darunter Schwarzkopf, Loctite und Persil, leisteten bei Weitem den größten Beitrag zum Konzernumsatz. "Wir wollen die Markenvielfalt in den nächsten Jahren weiter verringern", sagte Rorsted gegenüber der Wirtschaftszeitung. Anfang November sollen nähere Einzelheiten genannt werden. Im Gesamtjahr erwartet der Vorstand ein Umsatzplus von 3 bis 5 Prozent. 2007 war der Umsatz um 2,6 Prozent auf rund 13,07 Mrd. Euro gestiegen.
Die Bilfinger Berger AG (
ISIN DE0005909006 /
WKN 590900 ) gab am Montag bekannt, dass sie sämtliche Aktien der von ihr zu 100 Prozent gehaltenen französischen Ingenieurbaugesellschaft Razel S.A. an die Fayat S.A. veräußert hat. Bei einem Veräußerungserlös von 137 Mio. Euro ergibt sich für den im MDAX notierten Baukonzern ein Buchgewinn von 90 Mio. Euro. Außerdem ist beabsichtigt, eine Risikovorsorge für die generelle Volatilität des Baugeschäfts zu bilden. In Summe erwartet Bilfinger Berger einen Anstieg des Konzernergebnisses 2008 über die bisherige Prognose von 140 Mio. Euro hinaus auf eine Größenordnung von 185 Mio. Euro.
Die Hannover Rückversicherung AG (Hannover Rück) (
ISIN DE0008402215 /
WKN 840221 ) meldete für das dritte Quartal infolge von Aktienkurseinbrüchen und überdurchschnittlicher Großschadenbelastungen einen Ergebnisrückgang und hält die Gewinnprognose für gesamtes Geschäftsjahr 2008 für nicht mehr erreichbar. Dennoch wird die Hannover Rück für die ersten neun Monate 2008 immer noch ein positives operatives Ergebnis ausweisen. Nach Zinsen und Minderheitsanteilen wird Hannover Rück ein negatives Konzernergebnis von rund 140 Mio. Euro ausweisen, sodass das Gewinnziel einer Eigenkapitalrendite von über 15 Prozent nicht mehr erreichbar ist. insichtlich der weiteren Entwicklungen im Rückversicherungsgeschäft ist das Unternehmen verhalten optimistisch. Für die Erneuerungsrunde 2009 wird mit guten Ergebnissen gerechnet.
Der Konsumgüterhersteller Beiersdorf AG (
ISIN DE0005200000 /
WKN 520000 ) hat den Hygiene-Spezialisten Bode Chemie GmbH & Co. KG an die PAUL HARTMANN AG veräußert. Dies geht aus einer am Montagabend veröffentlichten Pressemitteilung hervor. Konzernangaben zufolge beinhaltet der Vertrag eine langfristige Bestandsgarantie für den Standort Hamburg und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. Bode Chemie beschäftigt rund 280 Mitarbeiter und erzielte 2007 einen Umsatz von etwa 70 Mio. Euro. Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben.
Der Motorenhersteller Tognum AG (
ISIN DE000A0N4P43 /
WKN A0N4P4 ) hat sein After-Sales-Geschäft in Asien mit einem neuen Standort für Remanufacturing, Reparatur und Service weiter ausgebaut. Dies gab der Konzern heute bekannt. Demnach wurde mit dem unabhängigen Distributor MTU Services Malaysia (MSM) ein Joint Venture vereinbart. Das Unternehmen firmiert unter dem Namen Motor Teknologi Industri Sdn Bhd (MTI) und hat seinen Sitz im malaysischen Rawang. (21.10.2008/ac/n/m)