DAX am Mittag: Knapp behauptet, Infineon und Allianz an.


25.08.08 13:31
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Marktteilnehmer halten sich nach wie vor mit größeren Engagements zurück. Nach den kräftigen Gewinnen am Freitag gibt der DAX aktuell 0,09 Prozent ab auf 6.336,52 Punkte.
Der MDAX büßt gleichzeitig 0,25 Prozent ein auf 8.390,43 Zähler.

An der Indexspitze gewinnen Titel von Infineon gut 2 Prozent. Der Wert profitiert hauptsächlich von einem Pressebericht, demzufolge der US-Technologiekonzern Micron die Übernahme von Teilen oder der Gesamtbeteiligung der Speicherchipsparte Qimonda erwägt. Anteilsscheine der Allianz liegen ebenfalls deutlich im Plus. Einem Presseartikel zufolge gehen die Fusionsverhandlungen der Commerzbank und der Allianz-Tochter Dresdner Bank in ihre entscheidende Phase. Die Aktie der Commerzbank kommt weniger gut davon, der Wert gibt ein knappes Prozent ab.

Deutlich unter Druck stehen adidas, Linde und Siemens. Anteilsscheine von Continental tendieren knapp behauptet. Wie am Wochenende bekannt wurde, wurde Dr. Karl-Thomas Neumann mit Wirkung per 1. September zum neuen Vorstandsvorsitzenden berufen. Leicht rote Vorzeichen sind auch bei der Deutschen Lufthansa auszumachen. Die Kranichlinie ist laut einem Pressebericht wohl einer der Hauptinteressenten an der vor der vollständigen Privatisierung stehenden österreichischen Fluglinie Austrian Airlines.

Nach der Talfahrt der vergangenen Wochen stechen Arcandor im MDAX mit +4,1 Prozent ins Auge. Der Wert profitiert von einem Pressebericht, wonach die Deutsche Lufthansa, der Reise- und Touristikkonzern TUI sowie die Thomas-Cook-Mutter Arcandor ihre Billigfluglinien zusammenlegen wollten. MLP geben indes mehr als 4 Prozent ab. Der Vorstandschef des Finanzdienstleisters, Uwe Schroeder-Wildberg, hält den Übernahmeversuch durch Swiss Life einem Pressebericht zufolge für gescheitert.

Unternehmensmeldungen:

Der amerikanische Speicherchip-Hersteller Micron Technology Inc. (ISIN US5951121038 / WKN 869020 ) hat einem Pressebericht zufolge Interesse an der Übernahme der vom deutschen Halbleiterkonzern Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004 / WKN 623100 ) gehaltenen Beteiligung an der Qimonda AG (ISIN US7469041013 / WKN A0KEAT ) bekundet. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise schreibt, will Micron Technologies die von Infineon gehaltene 77,5-prozentige Qimonda-Beteiligung möglicherweise übernehmen. Infineon hatte laut dem Bericht bereits früher erklärt, sich von der Qimonda-Beteiligung Anfang kommenden Jahres trennen zu wollen.

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125 / WKN 823212 ) ist wohl einer der Hauptinteressenten an der vor der vollständigen Privatisierung stehenden österreichischen Fluglinie Austrian Airlines AG (ISIN AT0000620158 / WKN 875224 ). Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital" (Onlineausgabe), das sich bei seinen Aussagen auf Angaben eines Lufthansa-Sprechers beruft, habe sich die führende deutsche Fluglinie in den Bieterwettstreit um die österreichische Fluglinie eingeschaltet. Am gestrigen Sonntag lief die Frist ab, um dem Kreis der Kaufinteressenten noch beizutreten. Zunächst gehe es um eine Beteiligung bei der AUA in Höhe von 25 Prozent, langfristig dürfte jedoch eine vollständige Übernahme wahrscheinlich sein, hieß es weiter.

Der Billigflieger Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026 / WKN AB1000 ) hat keine Angst vor einem neuen Billigflug-Bündnis. "Wir sehen die Fusion noch nicht", sagte Peter Hauptvogel, der Sprecher der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "DER SPIEGEL" berichtet, dass die Deutsche Lufthansa AG, der Reise- und Touristikkonzern TUI AG (ISIN DE000TUAG000 / WKN TUAG00 ) sowie die Thomas-Cook-Mutter Arcandor AG (ISIN DE0006275001 / WKN 627500 ) ihre Billigfluglinien zusammenlegen wollten, um damit Air Berlin bereits zum Jahresende Konkurrenz machen zu können. Es sei nach Meinung von Hauptvogel schwer vorstellbar, dass das Kartellamt entsprechenden Plänen die Zustimmung erteilen werde.

Der Aufsichtsrat der Continental AG (ISIN DE0005439004 / WKN 543900 ) hat eine neue Führungsspitze bestellt. Wie der Automobilzulieferer am Samstag miteilte, wurde Dr. Karl-Thomas Neumann (47) mit Wirkung per 1. September zum neuen Vorstandsvorsitzenden berufen. Er ist seit Oktober 2005 Mitglied des Continental-Vorstands und tritt die Nachfolge von Manfred Wennemer (60) an, dessen Bitte um vorzeitige Auflösung seines Mandats mit Wirkung zum 31. August 2008 der Aufsichtsrat entsprochen hat.

Aktuellen Presseberichten zufolge gehen die Fusionsverhandlungen der Commerzbank AG (ISIN DE0008032004 / WKN 803200 ) und der Dresdner Bank, einer Tochter des Finanzkonzerns Allianz SE (ISIN DE0008404005 / WKN 840400 ), in ihre entscheidende Phase. Dies berichtete die "Financial Times Deutschland" am Freitag in ihrer Online-Ausgabe. Nach Informationen der Zeitung trifft sich der Aufsichtsrat der Commerzbank Ende dieser Woche zu einer außerordentlichen Sitzung. Nachdem das Gremium vom Vorstand über die laufenden Verhandlungen informiert worden sei, werde der Aufsichtsrat eine Entscheidung fällen - für oder gegen einen Zusammenschluss mit der Dresdner Bank, so die Zeitung weiter.

Der Vorstandschef der MLP AG (ISIN DE0006569908 / WKN 656990 ), Uwe Schroeder-Wildberg, hält den Übernahmeversuch durch die Swiss Life Holding AG (ISIN CH0014852781 / WKN 778237 ) für gescheitert. "Unsere Kapitalerhöhung war eine klare Botschaft, mit der alles gesagt ist", sagte der MLP-Chef im Interview mit dem "Handelsblatt". Ein weiterer Übernahmekampf wäre hoffnungslos. Dies sei auch deswegen unwahrscheinlich, weil die Schweizer sich dadurch weiter den Markt verderben würden. Schon jetzt würden MLP-Berater Swiss-Life-Produkte nicht mehr anfassen. Zuletzt hatte der Finanzdienstleister das Grundkapital der Gesellschaft um 10 Prozent erhöht. Durch die Kapitalmaßnahme, die MLP rund 120 Mio. Euro einbrachte, wurde die Beteiligung von Swiss Life unter die die Sperrminorität von 25 Prozent gedrückt. Das Geld soll laut Schroeder-Wildberg für Zukäufe verwendet werden. Swiss Life erklärte in einer ersten Reaktion, die MLP-Beteiligung stehe nicht zur Disposition.

Die zum Konsumgüterkonzern Beiersdorf AG (ISIN DE0005200000 / WKN 520000 ) gehörende Klebstoffsparte tesa dringt nach Aussage des Sparten-Chefs Dieter Steinmeyer auf eine Abspaltung vom Mutterkonzern. "Dass wir ein Teil von Beiersdorf sind, hat uns nie geschadet. Aber wir haben dort nichts zu suchen", sagte Steinmeyer in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland". "Nivea und tesa sind zwei Geschäfte mit zwei völlig unterschiedlichen Erfolgsfaktoren." Steinmeyer gibt seinen Posten im Herbst nach 18 Jahren an der Spitze des Unternehmens ab. Die Unabhängigkeit vom Mutterkonzern würde tesa mehr Spielräume verschaffen, sich eigenständig zu entwickeln. Vom Mutterkonzern komme jedoch Gegenwehr, berichtet die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Konzerninsider: Würde der Nivea-Hersteller seine Klebstofftochter verlieren, würden Umsatz und Wert des im MDAX gelisteten Konzerns deutlich sinken. Den Wert von tesa schätzen Experten auf etwa 1,5 Mrd. Euro. Beiersdorf-Chef Thomas Quaas hatte eine Abspaltung noch vor kurzem abgelehnt. (25.08.2008/ac/n/m)


 

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