Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Von seinem Tageshoch ist der
DAX inzwischen deutlich zurückgekommen. Die Tiefststände liegen allerdings auch in einiger Ferne.
Aktuell notiert das Aktienbarometer bei 4.606,45 Punkten und damit 0,31 Prozent schwächer als noch am Vortag. Der MDAX verliert daneben 0,22 Prozent auf 5.333,41 Zähler. Am Morgen hat das Statistische Bundesamt seine Schnellmeldung zur Entwicklung des deutschen Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal 2008 vorgelegt und mitgeteilt, dass die Wirtschaftsleistung zum zweiten Mal in Folge geschrumpft ist.
Siemens gewinnen dabei gut 1 Prozent. Der Industriekonzern hat im abgelaufenen Quartal aufgrund hoher Einmalbelastungen einen kräftigen Verlust ausgewiesen. Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr wurden jedoch bekräftigt. An der Indexspitze legen BMW über 2 Prozent zu. Auch Daimler und Volkswagen finden sich im oberen Indexdrittel. Daneben können FMC und die Deutsche Post recht deutlich zulegen. Henkel tendieren ebenfalls fester. Der Konsumgüterkonzern hat seine Ecolab-Beteiligung für rund 2 Mrd. Dollar abgestoßen.
Am DAX-Ende verlieren METRO indes mehr als 8 Prozent. Der US-Mitbewerber Wal-Mart hat im abgelaufenen Quartal unerwartet gut verdient, seinen Ausblick aber zurückgenommen. Kräftige Kursverluste sind mitunter auch bei der HRE, MAN und adidas auszumachen. Infineon geben gut 2 Prozent ab, nachdem der US-Chip-Hersteller Intel am Vorabend eine drastische Umsatzwarnung ausgesprochen hat.
STADA gewinnen im MDAX mehr als 5 Prozent. Der Pharmakonzern hat in den ersten neun Monaten sowohl beim Umsatz als auch beim Konzerngewinn prozentual zweistellige Wachstumsraten erzielt. Nur knapp dahinter folgen IVG, obwohl die Immobiliengesellschaft in den ersten neun Monaten einen deutlichen Ergebnisrückgang verzeichnet hat. Die Prognose für das bereinigte EBIT wurde indes bestätigt.
Titel des Spezialchemiekonzerns LANXESS verlieren trotz robuster Ergebnisse über 1 Prozent. Für Premiere geht es nach Zahlenvorlage um mehr als 3 Prozent nach unten. Papiere des Pharmagroßhändlers Celesio, der in den ersten drei Quartalen einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis ausweisen musste, knicken am Indexende um über 5 Prozent ein.
Unternehmensmeldungen:
Der Industriekonzern Siemens AG (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610 ) musste im vierten Quartal aufgrund hoher Einmalbelastungen einen Verlust ausweisen. Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr wurden jedoch bestätigt. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Umsatz um 7 Prozent. Beim Nettoergebnis wurde ein Minus von 2,42 Mrd. Euro ausgewiesen, nach einem Verlust von 74 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern ein Ergebnis der Sektoren zwischen 8,0 und 8,5 Mrd. Euro. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten soll stärker wachsen als das Ergebnis der Sektoren.
Der Konsumgüterkonzern Henkel KGaA (
ISIN DE0006048432 /
WKN 604843 ) gab heute bekannt, dass er gestern im Rahmen der Börsenplatzierung der Henkel-Beteiligung an der Ecolab Inc. (
ISIN US2788651006 /
WKN 854545 ) und des Rückkaufs eigener Aktien durch den US-Reinigungsmittelhersteller insgesamt rund 67,1 Millionen Ecolab-Aktien veräußert hat. Henkel wird dafür einen Gesamterlös von ca. 2,0 Mrd. Dollar vor Steuern und Nebenkosten erzielen. Für den Fall, dass die Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt wird, erzielt Henkel einen weiteren Erlös von insgesamt rund 170 Mio. Dollar vor Steuern und Nebenkosten.
Die Celesio AG (
ISIN DE000CLS1001 /
WKN CLS100 ) hat für die ersten neun Monaten 2008 einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis ausgewiesen. Der Umsatz sank vor allem durch negative Währungseinflüsse um 2,2 Prozent (Anstieg um 1,2 Prozent in lokaler Währung). Der Jahresüberschuss sank um 39,8 Prozent (Rückgang um 35,3 Prozent in lokaler Währung). Ohne Berücksichtigung von weiteren Kursverlusten von ANZAG und unter dem Vorbehalt, dass es keine weiteren exogenen Belastungen aus neuen, noch nicht berücksichtigten staatlichen Maßnahmen gibt, bestätigt und konkretisiert Celesio die Jahresprognose für 2008.
Der Flughafenbetreiber Fraport AG (
ISIN DE0005773303 /
WKN 577330 ) musste im Oktober einen Passagierrückgang ausweisen. Wie der Konzern heute erklärte, wurden im Berichtszeitraum am Flughafen Frankfurt insgesamt 4.718.017 Passagiere abgefertigt, was gegenüber dem Vorjahreswert von 4.959.206 einem Minus von 4,9 Prozent entspricht. Auf Konzernebene wurde im Berichtsmonat ein Passagierrückgang von 1,2 Prozent auf 6.785.738 Fluggäste ausgewiesen.
Die STADA Arzneimittel AG (
ISIN DE0007251803 /
WKN 725180 ) erzielte in den ersten neun Monaten 2008 sowohl beim Umsatz als auch beim Konzerngewinn prozentual zweistellige Wachstumsraten. Dabei lagen die Geschäftszahlen im Rahmen der Erwartungen des Vorstands. Wie der Pharmakonzern heute erklärte, wuchs der Konzernumsatz um 13 Prozent. Der Konzerngewinn erhöhte sich um 18 Prozent. Dagegen reduzierte sich der um einmalige Sondereffekte bereinigte Konzerngewinn moderat um 2 Prozent. Für 2008 rechnet der Konzern weiterhin mit einem deutlichen Umsatzzuwachs. Beim Ertrag geht der Vorstand weiter davon aus, dass der Konzerngewinn 2008 gegenüber dem durch hohe einmalige Sondereffekte belasteten Konzerngewinn 2007 erneut prozentual zweistellig wachsen wird. Das um Sondereffekte bereinigte Ertragsniveau des Vorjahres soll jedoch im Geschäftsjahr 2008 nicht erreicht werden, hieß es weiter.
Der Spezialchemiekonzern LANXESS AG (
ISIN DE0005470405 /
WKN 547040 ) verbuchte im dritten Quartal einen operativen Ergebnisanstieg und hob im Anschluss die Prognosen für das Gesamtjahr anDer Umsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,4 Prozent. Angesichts der starken Entwicklung im dritten Quartal erwartet LANXESS nunmehr für das Gesamtjahr ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 710 und 730 Mio. Euro.
Die Premiere AG (
ISIN DE000PREM111 /
WKN PREM11 ) wies im dritten Quartal 2008 einen Verlust aus. Wie der Bezahlfernsehsender heute erklärte, verringerte sich der Gesamtumsatz leicht. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet Premiere einen Umsatz von über 1,02 Mrd. Euro und rechnet mit einem EBITDA-Verlust zwischen 40 und 60 Mio. Euro.
Die IVG Immobilien AG (
ISIN DE0006205701 /
WKN 620570 ) musste in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres angesichts der negativen Auswirkungen der Finanzkrise einen Ergebnisrückgang ausweisen. Wie der Immobilienkonzern heute erklärte, verbesserten sich die Umsatzerlöse dabei um 23 Prozent. Das Konzernergebnis fiel um 87 Prozent. Für 2008 erwartet der Konzern aus operativer Sicht eine Gesamtleistung zwischen 1,2 Mrd. Euro und 1,3 Mrd. Euro (Prognose Halbjahr 2008: 1,3 Mrd. Euro bis 1,4 Mrd. Euro). Das bereinigte EBIT sollte in einer Größenordnung zwischen 430 Mio. Euro und 460 Mio. Euro liegen und damit unverändert zur Halbjahresprognose. (13.11.2008/ac/n/m)