Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der
DAX pendelt zur Tagesmitte hin zwischen Plus und Minus. Aktuell tendiert das Aktienbarometer 0,16 Prozent schwächer bei 6.179,81 Indexpunkten.
Beim MDAX ist ein deutlicherer Abschlag von 0,71 Prozent auf 7.763,70 Zähler auszumachen.
Finanzwerte können dabei an die starke Entwicklung vom Freitag anknüpfen, nachdem die Bafin ein vorläufiges Verbot von Leerverkäufen auf einige Finanzaktien ausgesprochen hat. Daneben profitiert der Sektor von einem von der US-Regierung angekündigten Rettungspaket in Höhe von 700 Mrd. Dollar zur Abwendung der Finanzmarktkrise.
Mit im oberen Indexdrittel gewinnen Titel der Allianz fast 4 Prozent. Die Aktie der HRE liegt mit 3 Prozent im Plus, während Commerzbank-Papiere um 2,4 Prozent anziehen. Deutliche Aufschläge sind auch bei der Deutschen Bank auszumachen. Der Konzern gab heute bekannt, zur Finanzierung des Erwerbs einer Minderheitsbeteiligung an der Deutschen Postbank (-0,1 Prozent) eine Kapitalerhöhung im Volumen von rund 2 Mrd. Euro durchzuführen.
Papiere des Indexneulings K+S rücken um 2,4 Prozent vor. An der DAX-Spitze machen sich Anteilsscheine der Deutschen Börse mit +4,1 Prozent breit. Verstärkt gesucht sind außerdem die Anteilsscheine der beiden Versorgerschwergewichte RWE und E.ON.
Bayer (-4,1 Prozent) und Merck (-2,9 Prozent) stehen indes deutlich unter Druck, obwohl beide Pharmakonzerne unabhängig voneinander positive Studiendaten veröffentlicht haben. Continental geben über 2 Prozent ab. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Chef des weltgrößten Reifenherstellers Michelin Interesse an der Reifensparte von Continental bekundet hat.
Im MDAX bilden Titel von BAUER mit +8,7 Prozent die Indexspitze. Arcandor preschen daneben um fast 8 Prozent nach oben. Der Warenhauskonzern zieht einem Pressebericht zufolge die Abspaltung seines schwächelnden Warenhausgeschäfts in Betracht. Papiere des DAX-Absteigers TUI legen 1,3 Prozent zu. Bei HOCHTIEF schlägt ein sattes Minus von fast 6 Prozent zu Buche.
Unternehmensmeldungen:
Die Deutsche Bank AG (
ISIN DE0005140008 /
WKN 514000 ) gab heute bekannt, dass sie mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen hat, eine Kapitalerhöhung durchzuführen, mit der ein Bruttoemissionserlös von ca. 2,0 Mrd. Euro erzielt werden soll. Den Angaben zufolge dient die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Erwerbs einer Minderheitsbeteiligung an der Deutsche Postbank AG (
ISIN DE0008001009 /
WKN 800100 ) in Höhe von 29,75 Prozent von der Deutsche Post AG (
ISIN DE0005552004 /
WKN 555200 ) und zur Aufrechterhaltung der starken Eigenkapitalausstattung auch nach Durchführung des Erwerbs.
Der Pharmakonzern Merck KGaA (
ISIN DE0006599905 /
WKN 659990 ) hat heute positive Studiendaten in Zusammenhang mit der neuen Formulierung des Medikaments Rebif bei Patienten mit Multipler Sklerose veröffentlicht. Demnach habe die laufende IMPROVE-Studie für Rebif ihren primären Endpunkt erreicht. Das vorrangige Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit der neuen Formulierung von Rebif im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit aktiver schubförmig remittierender Multipler Sklerose (MS) anhand kernspintomographischer Untersuchungen (MRT-Scans) nach 16-wöchiger Behandlung zu untersuchen.
Der Pharmakonzern Bayer AG (
ISIN DE0005752000 /
WKN 575200 ) hat am Samstag positive Studiendaten für das Medikament Betaferon bei der Behandlung von Multipler Sklerose bekannt gegeben. Laut der Pressemitteilung des Konzerns senkt eine Behandlung mit Betaferon sofort nach dem ersten Multiple-Sklerose (MS)-Schub das Risiko signifikant, einen zweiten Schub zu erleiden und damit an einer klinisch gesicherten MS zu erkranken, um 37 Prozent.
Der Chef des weltgrößten Reifenherstellers Compagnie Générale d. Etablissements Michelin SCPA (
ISIN FR0000121261 /
WKN 850739 ) hat in einem Interview Interesse an der Reifensparte der Continental AG (
ISIN DE0005439004 /
WKN 543900 ) bekundet. Sollte sich im Zuge der Schaeffler-Übernahme die Gelegenheit zum Kauf bieten, "würden wir sie mit großer Aufmerksamkeit prüfen, auch wenn es kartellrechtliche Probleme geben könnte", sagte Michel Rollier im Gespräch mit der "WirtschaftsWoche". Wie der Vorstandschef weiter ausführte, wolle Michelin künftig seine Geschäftsaktivitäten verstärkt in Schwellenländern ausbauen.
Die Personalberatungsgesellschaft Egon Zehner International soll einem Pressebericht zufolge im Auftrag der Großaktionäre der Deutsche Börse AG (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) neue Mitglieder für das Kontrollgremium des Börsenbetreibers ausfindig machen. Laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" werden in diesem Zusammenhang bis zu fünf neue Mitglieder für den Aufsichtsrat der Deutschen Börse gesucht. Weder der britische Fonds The Children's Investment (TCI) noch der US-Fonds Atticus, die gemeinsam 19,3 Prozent an der Deutschen Börse halten, wollten sich dazu äußern. Die beiden Finanzinvestoren versuchen schon seit längerer Zeit, den Börsenbetreiber in Einzelteile aufzuspalten und zu verkaufen.
Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Münchener Rück) (
ISIN DE0008430026 /
WKN 843002 ) plant in Zusammenhang mit der Krise an den internationalen Finanzmärkten massive Preiserhöhungen durchsetzen. In einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" erklärte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek, dass der Rückversicherer nun großflächig "Preiserhöhungen mit deutlich zweistelligen Prozentsätzen" in den Verhandlungen für 2009 durchsetzen wolle. Dabei habe die Kreditkrise sowie der Beinahe-Zusammenbruch der American International Group Inc. (AIG) (
ISIN US0268741073 /
WKN 859520 ) eine Situation geschaffen, die das gesamte Umfeld für die Branche verändert habe: "Wir haben im Rückversicherungsmarkt eine ähnliche Situation wie nach dem 11. September 2001", erklärte Jeworrek gegenüber der Wirtschaftszeitung.
Die MAN AG (
ISIN DE0005937007 /
WKN 593700 ) geht für das Jahr 2009 trotz schwieriger Rahmenbedingungen von einem weiteren Anstieg beim Auftragseingang im Nutzfahrzeugsegment aus. "Einerseits haben wir die Auswirkungen der Finanzkrise zu verkraften. Andererseits dürfte die Nachfrage im Mittleren Osten oder in Russland weiter steigen. Dazu kommen die jüngsten Preisrückgänge bei Öl oder Stahl. Das hilft sicher. So können wir derzeit davon ausgehen, dass unser Auftragseingang 2009 wieder steigen wird", erklärte MAN-Nutzfahrzeuge-Spartenchef Karl Viktor Schaller in einem Interview mit der Wirtschafszeitung "EURO am Sonntag".
Der Stahlhersteller Salzgitter AG (
ISIN DE0006202005 /
WKN 620200 ) hat seine Beteiligung an der Norddeutsche Affinerie AG (NA) (
ISIN DE0006766504 /
WKN 676650 ) weiter erhöht. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, liegt der Stimmrechtsanteil von Salzgitter am führenden europäischen Kupferhersteller nunmehr bei 17,6 Prozent.
Der Warenhauskonzern Arcandor AG (
ISIN DE0006275001 /
WKN 627500 ) zieht einem Pressebericht zufolge die Abspaltung seines schwächelnden Warenhausgeschäfts in Betracht. Vorstandschef Thomas Middelhoff sagte dem Tagesspiegel (Montagausgabe), auch nach dem Scheitern der Gespräche mit der britischen Warenhauskette Debenhams lote er entsprechende Möglichkeiten aus. Spekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung wurden indessen vom Arcandor-Vorstandschef als unzutreffend zurückgewiesen. (22.09.2008/ac/n/m)