Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich weiterhin äußerst schwankungsfreudig. Der
DAX konnte am Vormittag zeitweise 2,8 Prozent zulegen.
Nach einem Rutsch in die Verlustzone tendiert der deutsche Leitindex aktuell 0,69 Prozent fester bei 5.048,06 Punkten. Deutlich besser läuft es für den MDAX mit einem Aufschlag von 2,90 Prozent auf 5.870,54 Zähler.
Die zuletzt arg unter die Räder gekommene Aktie des Düngemittelherstellers K+S führt die Erholung mit einem satten Plus von fast 10 Prozent an. Mit im oberen Indexdrittel finden sich unter anderem auch Siemens mit +7,7 Prozent und Daimler mit +6,3 Prozent. ThyssenKrupp ziehen um 6,7 Prozent an, nachdem der luxemburgische Mitbewerber ArcelorMittal seine EBITDA-Prognose für das dritte Quartal bekräftigt hat. Im Finanzsektor gewinnen Titel der HRE rund 9 Prozent. Außerdem verfestigen sich die Commerzbank um fast 8 Prozent, die Deutsche Bank um gut 4 Prozent und die Deutsche Postbank um knapp 5 Prozent.
Gegen den Trend verlieren Papiere des Energieriesen E.ON annähernd 8 Prozent. Hier belastet ein Pressebericht, demzufolge der Konzern bei seinem im vergangenen Jahr gefeierten Einstieg in Russlands Strommarkt auf ernste Probleme stößt. Im Sog dieser Meldung verlieren außerdem RWE mehr als 4 Prozent. SAP geben über 3 Prozent ab. Einem Zeitungsartikel zufolge hat der Software-Konzern auf die anhaltende Finanzkrise reagiert und ein Sparprogramm angekündigt. Weitere Verlierer sind Infineon (-5,4 Prozent), die Deutsche Börse (-4,1 Prozent) und FMC (-3,3 Prozent).
Im MDAX sind deutliche Erholungstendenzen auszumachen. Allen voran preschen Papiere von Praktiker um gut 13 Prozent vor. Zweistellige Gewinne fahren unter anderen auch Demag Cranes, Arcandor und die Aareal Bank ein. Zu den wenigen Verlierern zählen Hamburger Hafen und Fresenius mit Abschlägen von bis zu 4 Prozent. Im SDAX gewinnen Papiere der IKB fast 20 Prozent. Der Finanzkonzern hat seinen Verlust im abgelaufenen Quartal ausgeweitet.
Unternehmensmeldungen:
Die Hypo Real Estate Holding AG (HRE) (
ISIN DE0008027707 /
WKN 802770 ) hat einen Bericht der Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland" als falsch zurückgewiesen. Wie der Hypothekenfinanzierer am Mittwochabend erklärte, weisen Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft einen Bericht der Wirtschaftszeitung als falsch und ohne jede Substanz zurück. Die Wirtschaftszeitung hatte in dem betreffenden Artikel geschrieben, dass der HRE-Aufsichtsrat eine Mitverantwortung der Bundesregierung an Liquiditätsengpässen des Unternehmens prüfen lasse.
Der Software-Konzern SAP AG (
ISIN DE0007164600 /
WKN 716460 ) hat auf die anhaltende Finanzkrise reagiert und ein drastisches Sparprogramm angekündigt. Wie die "Rhein-Neckar-Zeitung" (Donnerstagausgabe) berichtet, wurden die Mitarbeiter am Mittwochabend in einer internen E-Mail über die sofort gültigen Maßnahmen informiert. So sollen unbesetzte Stellen wegfallen und Reisen ohne Kundenbezug gestrichen werden. Interne Besprechungen müssen künftig in firmeninternen Gebäuden abgehalten werden. Zudem werden die Dienstwagenregelung sowie Bestellungen von Büroausstattung einer kritischen Prüfung unterzogen. Als symbolische Geste verzichten die Vorstandsmitglieder auf zehn Urlaubstage.
Die zur MAN AG (
ISIN DE0005937007 /
WKN 593700 ) gehörende MAN Nutzfahrzeuge AG gab am Mittwoch bekannt, dass sie die Kabelbaumfertigung im polnischen MAN-Werk Starachowice an die finnische PKC Gruppe verkauft. Bestandteile des Vertrages sind u.a. feste Liefervereinbarungen und Preisreduktionen. Den Angaben zufolge wird PKC künftig die Kabelstränge für MAN in Starachowice herstellen. Dabei würden die beiden Unternehmen eine langfristige Zusammenarbeit anstreben. Die Busproduktion von MAN am Standort Starachowice bleibe vom Verkauf der Kabelbaumfertigung unberührt.
Die IKB Deutsche Industriebank AG (
ISIN DE0008063306 /
WKN 806330 ) hat am Mittwoch die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 veröffentlicht. Dabei musste die Bank ihren Verlust leicht ausweiten. Das Konzernergebnis ist weiterhin stark durch die Krise der Bank und die Turbulenzen an den Finanzmärkten beeinflusst. Die weitere Entwicklung der IKB hängt in starkem Maße davon ab, dass sich die Bank adäquat refinanzieren kann. Dafür sind neben der Kapitalerhöhung eine Normalisierung der Kapitalmärkte und die Wiederherstellung von Vertrauen in die Banken generell erforderlich. In Bezug auf das Kundengeschäft zeigt das erste Halbjahr 2008/09 eine erfreuliche Entwicklung. (09.10.2008/ac/n/m)