Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat seine Verluste zur Tagesmitte hin noch einmal ausgebaut. Beim
DAX ist aktuell ein satter Abschlag von 5,29 Prozent auf 5.490,28 Indexpunkte auszumachen.
Für den MDAX geht es um 6,45 Prozent in die Tiefe auf 6.280,36 Zähler. Die US-Futures deuten auf einen tiefroten Auftakt der Wall Street hin.
Am Samstag hatte der Immobilienfinanzierer HRE noch mitgeteilt, dass das zuletzt zugesagte und angekündigte Rettungspaket nicht länger gültig sei. In letzter Minute wurde nun doch ein neues Rettungspaket geschnürt. Die Aktie bricht am DAX-Ende dennoch um rund 35 Prozent ein. Unterdessen meldete die französische Bankgesellschaft BNP Paribas, dass sie für 14,5 Mrd. Euro die Kontrolle über die Bankaktivitäten des angeschlagenen Finanzdienstleisters Fortis in Belgien und in Luxemburg sowie dessen belgisches Versicherungsgeschäft übernimmt. Außerdem will sich die italienische Bankgesellschaft UniCredit im Zuge der Auswirkungen der Finanzkrise frisches Kapital beschaffen.
Papiere der Commerzbank liegen mit gut 12 Prozent im Minus. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge das Finanzinstitut im Rahmen eines weiteren Bewertungsgutachtens zur Übernahme der Dresdner Bank zusätzliche Risiken aus der Finanzkrise berücksichtigen wird. Titel der Deutschen Bank geben über 8 Prozent ab. Anteilsscheine der Deutschen Postbank halten sich mit -5,3 Prozent vergleichsweise robust.
Außerhalb des Finanzsektors stechen mitunter Siemens (-9,8 Prozent), K+S (-9,3 Prozent) und ThyssenKrupp (-9 Prozent) hervor. Bayer geben fast 5 Prozent ab, obwohl der Pharmakonzern Fortschritte bei seinen klinischen Untersuchungen zum Medikament Riociguat gemeldet hat. MAN liegen trotz eines Großauftrags ebenfalls kräftig in der Verlustzone. Der schlechten Stimmung zum Trotz gewinnen Papiere von Volkswagen mehr als 2 Prozent.
Im MDAX brechen Papiere der Aareal Bank um mehr als 17 Prozent ein. Abschläge von jeweils über 10 Prozent erleiden unter anderem Premiere, ProSiebenSat.1 und IVG. Gewinner sind hier nicht zu finden.
Unternehmensmeldungen:
Die schwer angeschlagene Hypo Real Estate Holding AG (
ISIN DE0008027707 /
WKN 802770 ) gab heute bekannt, dass die Bundesregierung, die Deutsche Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sowie die Spitzenvertreter der deutschen Kredit- und Versicherungswirtschaft heute eine Lösung für die Liquiditätserfordernisse der Hypo Real Estate Gruppe (HRE) erzielt haben. Den Angaben zufolge wird der Finanzsektor der HRE-Gruppe neben dem von der Deutschen Bundesbank und dem Finanzsektor zur Verfügung gestellten Kreditlinien in Höhe von 35 Mrd. Euro einen weiteren, ebenfalls besicherten Liquiditätskredit in Höhe von 15 Mrd. Euro gewähren. Mit dieser gemeinschaftlich gefundenen Lösung werde die HRE-Gruppe stabilisiert. Am Samstag hatte der Immobilienfinanzierer noch mitgeteilt, dass das zuletzt zugesagte und angekündigte Rettungspaket für HRE in einer Gesamthöhe von bis zu 35 Mrd. Euro für einen Zeitraum bis in 2009 derzeit nicht länger gültig sei.
Der Aufsichtsrat der erneut ins Trudeln geratenen Hypo Real Estate Holding AG hält einem Pressebericht trotz der jüngsten Vorgänge weiterhin an Vorstandschef Georg Funke fest. Laut einem Bericht der "EURO am Sonntag" (Online-Ausgabe Montag) habe das Kontrollgremium des Immobilienfinanzierers bei seiner Sitzung am Sonntag eine mögliche Abberufung des Vorstandsvorsitzenden nicht diskutiert. Am Wochenende hatten insbesondere Politiker den Rücktritt Funkes gefordert, nachdem bekannt geworden war, dass der Refinanzierungsbedarf des Instituts weit höher ist als bislang bekannt.
Die Commerzbank AG (
ISIN DE0008032004 /
WKN 803200 ) wird einem Medienbericht zufolge im Rahmen eines weiteren Bewertungsgutachten zur Übernahme der Dresdner Bank zusätzliche Risiken aus der Finanzkrise berücksichtigen. Dies berichtet die Wirtschaftszeitung "EURO am Sonntag". Die Belastungen könnten dann im endgültigen Austauschverhältnis berücksichtigt werden, schreibt die Wirtschaftszeitung. "Wir rechnen allerdings nicht mit größeren Abweichungen vom ursprünglichen Gutachten, weil für die Bewertung vor allem künftige Ertragswertberechnungen ausschlaggebend sind", zitiert die Zeitung einen Commerzbank-Sprecher. Die Commerzbank hatte Anfang September die Übernahme der Dresdner Bank für 9,8 Mrd. Euro angekündigt.
Die MAN AG (
ISIN DE0005937007 /
WKN 593700 ) hat von der Electricité de France (EDF) (
ISIN FR0010242511 /
WKN A0HG6A ) einen Großauftrag erhalten. Wie der Konzern heute erklärte, wurde der Geschäftsbereich MAN Diesel vom französischen Energieversorger mit der Errichtung von insgesamt sechs Kraftwerken beauftragt. Das Auftragsvolumen umfasst insgesamt rund 1,3 Mrd. Euro, auf MAN Diesel entfällt dabei ein Anteil von mehr als 750 Mio. Euro, teilte der Konzern weiter mit.
Der Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding SE (
ISIN DE000PAH0038 /
WKN PAH003 ) plant nach der Übernahme des Wolfsburger Autobauers Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400 ) die Umsetzung eines neuen Führungsmodells. "Ich arbeite derzeit mit meinem Finanzkollegen bei VW an einem gemeinsamen Papier zum künftigen Führungsmodell, das wir mit den Vorständen von VW und Porsche diskutieren werden", sagte Porsche-Finanzchef Holger Härter dem "Handelsblatt". "Ich bin davon überzeugt, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden werden, wie wir die beiden Unternehmen künftig führen werden. Dieses Modell werden wir voraussichtlich noch dieses Jahr verabschieden." Dabei signalisierte Porsche laut dem Bericht erstmals die seine Bereitschaft, das VW-Management in den Vorstand der Porsche SE mit einzubeziehen.
Bei der Deutsche Telekom AG (
ISIN DE0005557508 /
WKN 555750 ) gibt es einen neuen Datenskandal. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" sind die Daten von mehr als 17 Millionen Kunden der Tochter T-Mobile in fremde Hände geraten: "Eine Auswertung der Daten oder ein Missbrauch ist nach Aussagen der Beteiligten nicht vorgekommen", erklärte ein Sprecher dem "Handelsblatt". Darüber hinaus erfuhr das "Handelsblatt", dass die Mobilfunktochter jahrelang die Einzelverbindungsnachweise der Privatanschlüsse ihrer Aufsichtsratsmitglieder archiviert hat.
Der Energieversorger E.ON AG (
ISIN DE000ENAG999 /
WKN ENAG99 ) will bei insgesamt sechs seiner Gasversorgungsunternehmen zunächst auf Preiserhöhungen verzichten. Wie das Bundeskartellamt heute in einer Pressemitteilung bekannt gab, hätten zunächst sechs regionale Gasversorgungsunternehmen, an denen der E.ON Konzern mehrheitlich beteiligt ist, erklärt, dass zunächst eine seit längerem geplante Preiserhöhung für die kommende Heizperiode um zwei Monate von Oktober auf Dezember verschoben werde. Darüber hinaus soll den Kunden mit der nächsten Abrechnung ein Bonus in Höhe von durchschnittlich 35 Euro gewährt werden. Die finanziellen Zusagen belaufen sich den Angaben zufolge auf insgesamt 55 Mio. Euro. Im Gegenzug habe das Bundeskartellamt im Gegenzug die Ermittlungen gegen diese Regionalversorger eingestellt.
Der Pharmakonzern Bayer AG (
ISIN DE0005752000 /
WKN 575200 ) meldet Fortschritte bei seinen klinischen Untersuchungen zum Medikament Riociguat. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, wolle die Tochter Bayer Schering Pharma aufgrund vielversprechender Phase-II-Ergebnisse noch im Jahr 2008 ein Phase-III-Programm starten.
Presseangaben zufolge steigt der Industriekonzern Siemens AG (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610 ) definitiv aus dem Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computer mit dem japanischen IT-Konzern Fujitsu Ltd. (
ISIN JP3818000006 /
WKN 855182 ) aus. "Siemens hatte das Recht, seine Anteile dem Partner Fujitsu bis Ende September anzudienen - und das ist auch geschehen", zitiert die "WirtschaftsWoche" ein Siemens-Aufsichtsratsmitglied. Jetzt gehe es nur noch um den Preis.
Der Geschäftsbereich Engines der Tognum AG (
ISIN DE000A0N4P43 /
WKN A0N4P4 ) und die britische Luxusyacht-Werft Princess Yachts International haben die Verhandlungen über einen neuen Rahmenvertrag zur Lieferung von MTU-Motoren der Baureihe 2000 für die Jahre 2009 bis 2012 abgeschlossen. Wie der Dieselmotorenhersteller heute erklärte, wächst damit der von Tognum mit Princess Yachts erzielte jährliche Umsatz, verglichen mit den Jahren zuvor, um 100 Prozent. Das Abkommen umfasst die Lieferung von bis zu über 700 Motoren. (06.10.2008/ac/n/m)