Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach dem erdrutschartigen Kursrutsch der Wall Street am Vorabend herrscht an allen europäischen Börsen Ratlosigkeit. Zuvor war bereits der japanische Aktienmarkt massiv unter die Räder gekommen.
Beim
DAX ist aktuell ein dramatischer Abschlag von 7,98 Prozent auf 4.497,22 Indexpunkte auszumachen. Im Tief lag das Aktienbarometer mit mehr als 10 Prozent im Minus. Der MDAX bricht um 5,66 Prozent ein und notiert bei 5.388,25 Zählern.
Am Indexende rutschen Papiere der Deutschen Bank um knapp 15 Prozent ab. Ähnlich massive Abschläge erleiden außerdem die Deutsche Postbank und die Allianz. Titel der Münchener Rück geben nach einem negativen
Analystenkommentar und der Pleite des japanischen Versicherers Yamato Life Insurance fast 12 Prozent ab.
Für die beiden Energieriesen E.ON und RWE geht es um jeweils rund 10 Prozent in die Tiefe. Zu den größten Verlierern zählen außerdem BASF mit -11 Prozent, die Deutsche Börse mit -9,9 Prozent und Bayer mit -9,4 Prozent. Daimler fallen um 6 Prozent und BMW um knapp 8 Prozent zurück. Abermals völlig unbeeindruckt von den Kapriolen gewinnt die Volkswagen-Aktie an der DAX-Spitze 6 Prozent. Papiere des Automobilkonzerns General Motors haben gestern massiv an Wert eingebüßt und 31 Prozent schwächer geschlossen. Die Sorge vor einer einbrechenden Nachfrage trieb die Aktie auf den tiefsten Stand seit 1950. Auch Anteilsscheine des Wettbewerbers Ford haben rund 21 Prozent verloren.
Im MDAX verlieren HUGO BOSS mehr als 20 Prozent. Fresenius geben 12 Prozent ab. Bei HOCHTIEF ist ein Minus von 6,6 Prozent auszumachen. Zuvor wurde bekannt, dass sich der russische Milliardär Oleg Deripaska von seiner über die Holdinggesellschaft Basic Element gehaltenen Beteiligung an dem deutschen Baukonzern trennt.
Unternehmensmeldungen:
Die Deutsche Lufthansa AG (
ISIN DE0008232125 /
WKN 823212 ) legte heute die Passagierzahlen für den Monat September vor. Wie der Luftfahrtkonzern erklärte, verzeichnete die Lufthansa Passage-Airlines im Berichtszeitraum einen Passagierrückgang um 0,8 Prozent auf 5.164 Millionen. Der Sitzladefaktor verringerte sich im Vorjahresvergleich demnach um 2,5 Prozentpunkte auf 79,5 Prozent. Auf Konzernebene erhöhte sich die Passagierzahl der Deutschen Lufthansa um 1,1 Prozent auf 6.343 Millionen. Der Sitzladefaktor verringerte sich gegenüber dem Vorjahreswert um 1,9 Prozentpunkte auf 80,1 Prozent.
Die Ablösung von Aufsichtsratschef Kurt Viermetz bei der angeschlagenen Hypo Real Estate Holding AG (HRE) (
ISIN DE0008027707 /
WKN 802770 ) ist einem Medienbericht zufolge beschlossene Sache. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, steht der Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates bei dem Hypothekenanbieter unmittelbar bevor. "Das Thema ist eine Frage von wenigen Tagen", erfuhr die Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Capital" aus Finanzkreisen. "Bis Anfang der kommenden Woche ist das Thema erledigt." Bundesregierung und Konsortialbanken drängen auf den Rücktritt von Viermetz. Am Dienstag hatte bereits HRE-Vorstandschef Georg Funke seinen Posten geräumt.
Die Deutsche Telekom AG (
ISIN DE0005557508 /
WKN 555750 ) hat auf die Pannenserie im Bereich Datenschutz mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket reagiert. Wie der Konzern heute erklärte, will man neben einer erhöhten Transparenz sowie optimierten Datenschutzstandards auch mit der Schaffung eines neuen Vorstandsressorts für Datenschutz ein richtungsweisendes Signal für die Relevanz des Datenschutzes in der Informationsgesellschaft setzen. Zuletzt hatte der Diebstahl von rund 17 Millionen Kundendaten der Tochter T-Mobile den Konzern schwer in Misskredit gebracht.
Der Industriekonzern Siemens AG (
ISIN DE0007236101 /
WKN 723610 ) gab am Donnerstag bekannt, dass Siemens Energy eine Industriedampfturbine für eines der weltweit ersten kommerziellen Solarturm-Kraftwerke liefert. Demnach wird das spanische Unternehmen Sener das neuartige solarthermische Kraftwerk mit einer Leistung von 19 Megawatt (MW) an einem Standort nahe Sevilla in Andalusien errichten. Siemens liefert für das Projekt "Solar Tres" eine speziell an die Herausforderungen der Solartechnologie angepasste Industriedampfturbine, die damit zum Referenzprodukt für Solarturm-Kraftwerke wird, hieß es.
Der russische Milliardär Oleg Deripaska trennt sich von seiner über die Holdinggesellschaft Basic Element gehaltenen Beteiligung an dem deutschen Baukonzern HOCHTIEF AG (
ISIN DE0006070006 /
WKN 607000 ). Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung der zu Basic Element gehörenden Tochter Rasperia Trading Ltd. hervorgeht, trenne man sich von seiner 9,99-prozentigen Beteiligung an dem Baukonzern. Die gemeinsam mit HOCHTIEF durchgeführten Infrastrukturprojekte sollen hingegen wie geplant fortgesetzt werden, teilte Basic Element mit.
Der Stahlkonzern Salzgitter AG (
ISIN DE0006202005 /
WKN 620200 ) hat seine Beteiligung an der Norddeutsche Affinerie AG (NA) (
ISIN DE0006766504 /
WKN 676650 ) erhöht. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hat der Stimmrechtsanteil von Salzgitter an dem führenden europäischen Kupferhersteller am 9. Oktober die Schwelle von 20 Prozent überschritten und liegt seitdem bei 20,001 Prozent. Zuvor hatte der Stimmrechtsanteil von Salzgitter an der Norddeutschen Affinerie bei 17,6 Prozent gelegen.
Der Immobilienkonzern DIC Asset AG (
ISIN DE0005098404 /
WKN 509840 ) gab am späten Donnerstag bekannt, dass sein Vorstand beschlossen hat, über die Börse eigene Aktien von bis zu 5 Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Den Angaben zufolge können die zurück erworbenen Aktien zu allen im Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vorgesehenen Zwecken verwendet werden, dazu gehört insbesondere auch die Einziehung der Aktien. (10.10.2008/ac/n/m)