Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte können sich am Mittag weiter erholen. Aktuell verbucht der
DAX ein Plus von 0,97 Prozent auf 5.917,72 Punkte, während der MDAX derzeit 0,32 Prozent auf 7.524,73 Zähler zulegen kann.
Dabei können sich die deutschen Standardwerte im Zuge der allgemein etwas verbesserten Stimmung bei den europäischen Finanzwerten erholen. Besonders positiv wurde die Übernahme der angeschlagenen britischen Hypothekenbank HBOS durch die Großbank Lloyds TSB aufgenommen. Am Vorabend hatten die US-Börsen aufgrund der Turbulenzen an den Finanzmärkten erneut deutliche Verluste hinnehmen müssen. Unter anderem waren Investoren besorgt über weitere mögliche Schieflagen bei einigen US-Investmentbanken wie etwa Morgan Stanley, was im Handelsverlauf zu teilweise deutlichen Kursabschlägen im gesamten US-Bankensektor geführt hatte. Die Situation des angeschlagenen Versicherungskonzerns AIG belastete zusätzlich die Gemüter.
Mit an der Spitze des DAX sind erneut die Anteilsscheine von Volkswagen zu finden, die mehr als 9 Prozent fester tendieren. Einem Pressebericht zufolge strebt der Großaktionär Porsche einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag für den Wolfsburger Automobilkonzern an. Zuvor hatte der Zuffenhausener Sportwagenhersteller bereits faktisch die Kontrollmehrheit über VW übernommen. Noch stärker kann derzeit die Aktie der Deutschen Börse zulegen, die den DAX mit einem Aufschlag von mehr als 12 Prozent anführt. Ebenfalls gefragt sind aktuell die Anteilsscheine von Henkel und der Deutschen Bank, die 5,5 bzw. 3,7 Prozent fester notieren. Der Automobilzulieferer Conti ist mit einem Plus von mehr als 3 Prozent im oberen Drittel des DAX zu finden. Am Vortag hatte man die Übernahme des finnischen Spike-Herstellers TIKKA Spikes bekannt gegeben. Nach den zuletzt gesehenen Kursabschlägen der vergangenen Handelstage können außerdem BMW, TUI sowie die Anteilsscheine der HRE, Deutsche Post und adidas moderate Aufschläge von bis zu 2,1 Prozent vorweisen.
Am unteren Ende des DAX befinden sich aktuell die Anteilsscheine des Versicherungskonzerns Allianz, die mehr als 3,5 Prozent abgeben müssen. Hier belastet unter anderem die nach wie vor ungeklärte Lage um den US-Versicherer AIG das Sentiment. Wenig gefragt sind derzeit außerdem MAN und FMC, die Abschläge von 3,3 bzw. 2,6 Prozent hinnehmen müssen. Nur leicht schwächer tendiert derzeit der Pharmakonzern Merck KGaA, der am Morgen den Start einer weiteren klinischen Studie für ein Medikament bekannt gegeben hatte. Aktuell verliert die Aktie knapp 0,1 Prozent.
Unternehmensnachrichten:
Der Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding SE (
ISIN DE000PAH0038 /
WKN PAH003 ) strebt einem Pressebericht zufolge offenbar den Abschluss eines Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrags mit dem Automobilkonzern Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400) an.
Die zuständigen Kartellbehörden haben grünes Licht für die Übernahme des finnischen Spike-Herstellers TIKKA Spikes Oy durch den Automobilzulieferer Continental AG (
ISIN DE0005439004 /
WKN 543900 ) genehmigt. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung hervor.
Die zum Pharmakonzern Merck KGaA (
ISIN DE0006599905 /
WKN 659990 ) gehörende Sparte Merck Serono hat eine klinische Phase-III-Studie zur Untersuchung der therapeutischen Wirkung der exklusiven oralen Formulierung von Cladribin (Cladribin-Tabletten) bei Patienten mit Risiko für die Entwicklung Multipler Sklerose (MS) gestartet.
Die Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400 ) peilt bei Nutzfahrzeugen einen weiteren Rekordabsatz an. In einem Interview mit der Tageszeitung "DIE WELT" erklärte der für die VW-Nutzfahrzeugsparte verantwortliche Chef Stephan Schaller, man peile für das laufende Jahr erneut einen Absatzrekord an. Dabei setzt man vor allem auf die Branchenmesse IAA Nutzfahrzeuge, die in Kürze in Hannover beginnt. "Die IAA in Hannover ist unsere wichtigste Messe und sollte für weiteren Rückenwind für die Branche sorgen. Doch auch ohne die Impulse wird 2008 ein gutes Jahr für uns. Der Absatz sollte erstmals die Marke von 500 000 verkauften Nutzfahrzeugen überschreiten. Allerdings wird das zweite Halbjahr nicht so stark werden wie die ersten sechs Monate.", erklärte Schaller gegenüber der Zeitung. (18.09.2008/ac/n/m)