Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach den dramatischen Verlusten der vergangenen Tage ist am Donnerstagmorgen etwas Ruhe auf dem Frankfurter Börsenparkett eingekehrt. Der
DAX kann aktuell 1,31 Prozent zulegen und notiert bei 5.079,34 Indexpunkten.
Gleichzeitig geht es für den MDAX um 1,77 Prozent nach oben auf 5.805,94 Zähler. Dabei waren die Vorgaben aus Übersee nicht eben hilfreich. Trotz der überraschenden Zinssenkung mehrerer Notenbanken hat die Wall Street am Vorabend deutlich leichter geschlossen. Nach US-Börsenschluss hat allerdings der Computer-Konzern IBM überraschend vorläufige Quartalszahlen auf den Tisch gelegt. Die Gewinnschätzungen konnten dabei übertroffen werden. In Tokio gab der Nikkei-Index heute dennoch ein halbes Prozent ab.
Finanzwerte führen die Erholung an. An der DAX-Spitze gewinnen Titel der HRE rund 11 Prozent. Außerdem verfestigen sich die Commerzbank um fast 8 Prozent, die Deutsche Bank um gut 4 Prozent und die Deutsche Postbank um 4 Prozent. Nach den heftigen Vortagesverlusten legen Siemens über 6 Prozent zu. Kursgewinne von jeweils mehr als 4 Prozent fahren ThyssenKrupp und K+S ein. Gegen den Trend verlieren Papiere des Energieriesen E.ON 2,5 Prozent. Deutlich schwächer tendieren außerdem Continental und Infineon. SAP geben leicht ab. Einem Pressebericht zufolge hat der Software-Konzern auf die anhaltende Finanzkrise reagiert und ein Sparprogramm angekündigt.
Im MDAX sind ebenfalls deutliche Erholungstendenzen auszumachen. Allen voran preschen Papiere der Aareal Bank um gut 11 Prozent vor. Arcandor und Praktiker gewinnen jeweils mehr als 9 Prozent. Um jeweils rund 7 Prozent nach oben geht es für Demag Cranes und Premiere. Zu den wenigen Verlierern zählen Hamburger Hafen und KUKA mit Abschlägen von je mehr als 2 Prozent. Im SDAX gewinnen Papiere der IKB 4 Prozent. Der Finanzkonzern hat seinen Verlust im abgelaufenen Quartal ausgeweitet.
Unternehmensmeldungen:
Der Software-Konzern SAP AG (
ISIN DE0007164600 /
WKN 716460 ) hat auf die anhaltende Finanzkrise reagiert und ein drastisches Sparprogramm angekündigt. Wie die "Rhein-Neckar-Zeitung" (Donnerstagausgabe) berichtet, wurden die Mitarbeiter am Mittwochabend in einer internen E-Mail über die sofort gültigen Maßnahmen informiert. So sollen unbesetzte Stellen wegfallen und Reisen ohne Kundenbezug gestrichen werden. Interne Besprechungen müssen künftig in firmeninternen Gebäuden abgehalten werden. Zudem werden die Dienstwagenregelung sowie Bestellungen von Büroausstattung einer kritischen Prüfung unterzogen. Als symbolische Geste verzichten die Vorstandsmitglieder auf zehn Urlaubstage.
Die zur MAN AG (
ISIN DE0005937007 /
WKN 593700 ) gehörende MAN Nutzfahrzeuge AG gab am Mittwoch bekannt, dass sie die Kabelbaumfertigung im polnischen MAN-Werk Starachowice an die finnische PKC Gruppe verkauft. Bestandteile des Vertrages sind u.a. feste Liefervereinbarungen und Preisreduktionen. Den Angaben zufolge wird PKC künftig die Kabelstränge für MAN in Starachowice herstellen. Dabei würden die beiden Unternehmen eine langfristige Zusammenarbeit anstreben. Die Busproduktion von MAN am Standort Starachowice bleibe vom Verkauf der Kabelbaumfertigung unberührt.
Die IKB Deutsche Industriebank AG (
ISIN DE0008063306 /
WKN 806330 ) hat am Mittwoch die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 veröffentlicht. Dabei musste die Bank ihren Verlust leicht ausweiten. Das Konzernergebnis ist weiterhin stark durch die Krise der Bank und die Turbulenzen an den Finanzmärkten beeinflusst. Die weitere Entwicklung der IKB hängt in starkem Maße davon ab, dass sich die Bank adäquat refinanzieren kann. Dafür sind neben der Kapitalerhöhung eine Normalisierung der Kapitalmärkte und die Wiederherstellung von Vertrauen in die Banken generell erforderlich. In Bezug auf das Kundengeschäft zeigt das erste Halbjahr 2008/09 eine erfreuliche Entwicklung. (09.10.2008/ac/n/m)