DAX am Morgen: Auf Talfahrt, Deutsche Postbank erwart.


27.10.08 10:12
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt steht zum Wochenauftakt massiv unter Beschuss. Der DAX knickt zur Stunde um 3,80 Prozent ein und notiert bei 4.132,34 Indexpunkten.
Beim MDAX ist ein Abschlag von 4,60 Prozent auf 4.829,05 Zähler auszumachen. Belastet von schwachen Vorgaben aus New York und Sorgen vor weiteren Gewinnwarnungen hat der japanische Leitindex Nikkei heute mit 6,4 Prozent im Minus und damit auf dem tiefsten Stand seit 26 Jahren geschlossen. Für den Hang Seng ging es um fast 13 Prozent in die Tiefe. Auf Talfahrt befindet sich auch die europäische Gemeinschaftswährung. Aktuell sind weniger als 1,24 Dollar für einen Euro zu zahlen.

Noch größere Verluste beim DAX verhindert einzig die Volkswagen-Aktie mit einem massiven Aufschlag von rund 78 Prozent. Wie am Wochenende bekannt wurde, hat der Sportwagenhersteller Porsche seine Beteiligung an den Wolfsburgern weiter aufgestockt. Weitere Gewinner sind derzeit aber nicht auszumachen.

Papiere von Merck sacken indes um über 11 Prozent ab. Wie der auf die Bereiche Pharma und LCD-Bildschirme spezialisierte Konzern heute erklärte, konnte er Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal steigern. Die Gewinnprognose wurde indes leicht gesenkt. Am Indexende brechen Titel der Deutschen Postbank nach einer Gewinnwarnung um über 18 Prozent ein. Ferner kündigte der Finanzkonzern eine Kapitalerhöhung an. Dabei habe sich die Mehrheitsaktionärin Deutsche Post verpflichtet, den gemäß ihrer Beteiligung auf sie entfallenden Anteil dieser Emission zum Bezugspreis zu zeichnen. Anteilsscheine der Deutschen Post liegen ebenfalls mit gut 18 im Minus.

Zweistellige Verluste sind unter anderem auch bei der Allianz, der Deutschen Bank und Siemens auszumachen. Daimler brechen ebenfalls massiv ein. Einem Pressebericht zufolge schickt der Konzern seine Belegschaft bereits am 11. Dezember in die Weihnachtspause. Insgesamt solle die Fertigung fünf Wochen ruhen. BMW verlieren daneben gut 8 Prozent.

In der zweiten Reihe geben Titel der Norddeutschen Affinerie mehr als 10 Prozent ab. Ähnlich starke Verluste fahren mitunter KUKA, Premiere und LEONI ein. Gewinner gibt es erwartungsgemäß nicht.

Unternehmensmeldungen:

Die Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009 / WKN 800100 ) geht in Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise von einem Verlust für das dritte Quartal aus und kündigte im Anschluss ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Kapitalbasis an. Wie das Kreditinstitut heute erklärte, habe man im dritten Quartal "trotz einer weiterhin positiven Entwicklung im operativen Kundengeschäft" ein negatives Vorsteuerergebnis von 449 Mio. Euro verbuchen müssen. Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrates als Teil seines Aktionsplans beschlossen, noch im vierten Quartal eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Dabei werde das von der Hauptversammlung 2006 beschlossene genehmigte Kapital mit Bezugsrecht in Höhe von 54,8 Millionen Aktien voll ausgeschöpft. Der Bezugspreis für die Emission wird auf 18,25 Euro festgelegt. In diesem Zusammenhang habe sich die Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004 / WKN 555200 ) als Mehrheitsaktionärin der Deutschen Postbank dazu verpflichtet, den gemäß ihrer Beteiligung in Höhe von 50 Prozent plus eine Aktie auf sie entfallenden Anteil dieser Emission zum Bezugspreis zu zeichnen. Außerdem habe sich die Deutsche Post verpflichtet, sämtliche Aktien aus der Kapitalerhöhung, die nicht anderweitig platziert werden können, zum Bezugspreis aufzunehmen.

Die Merck KGaA (ISIN DE0006599905 / WKN 659990 ) konnte im dritten Quartal einen Umsatz- und Ergebnisanstieg vorweisen. Wie der auf die Bereiche Pharma und LCD-Bildschirme spezialisierte Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 8,7 Prozent. Beim operativen Ergebnis wurde ein Anstieg um 6 Prozent verzeichnet. Für das laufende Fiskaljahr wurden die Prognosen weiter konkretisiert. Merck rechnet zum jetzigen Zeitpunkt mit einer Steigerung der Gesamterlöse im Bereich von 6 bis 8 Prozent (bisher 5 bis 9 Prozent) und einer Umsatzrendite (Operatives Ergebnis/Gesamterlöse) abzüglich der Abschreibungen und der Integrationskosten bei Merck Serono zwischen 23 und 25 Prozent (bisher 23 bis 27 Prozent).

Der Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding SE (ISIN DE000PAH0038 / WKN PAH003 ) hat seine Beteiligung an der Volkswagen AG (ISIN DE0007664005 / WKN 766400 ) weiter aufgestockt. Wie aus einer am Sonntag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, habe sich der Stimmrechtsanteil an dem im DAX30 notierten Automobilkonzern Ende der letzten Woche auf 42,6 Prozent belaufen. Darüber hinaus befindet sich Porsche im Besitz von Optionen, durch die der Zuffenhausener Sportwagenhersteller weitere 31,5 Prozent der Stammaktien von VW kontrolliert. Damit erhält Porsche Zugriff auf 74,1 Prozent der VW-Anteile. Im kommenden Jahr soll die Beteiligung auf 75 Prozent aufgestockt und damit der Weg für einen Beherrschungsvertrag freigemacht werden, teilte Porsche weiter mit.

Der Software-Konzern SAP AG (ISIN DE0007164600 / WKN 716460 ) will sich einem Pressebericht zufolge von seinem Tochterunternehmen SAP Hosting mit Sitz in St. Leon-Rot nahe Walldorf trennen. Dies berichtet die "WirtschaftsWoche" (Vorabveröffentlichung) unter Berufung auf informierte Kreise. Als möglicher Käufer für die Hosting-Tochter sei laut dem Bericht die britische BT Group plc (ISIN GB0030913577 / WKN 794796 ) im Gespräch. SAP Hosting ist bisher für das so genannte Outsourcing-Angebot der SAP-Software verantwortlich.

Besser als erwartet kommt offenbar der Chiphersteller Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004 / WKN 623100 ) bei seinem Stellenabbauprogramm voran. Nach Informationen der Tageszeitung "DIE WELT" haben sich bislang insgesamt schon mehr als 600 Mitarbeiter bereit erklärt, das Unternehmen zu verlassen. Der Konzern biete ihnen im Gegenzug höhere Abfindungen. Ein Sprecher von Infineon wollte sich laut dem Bericht nicht äußern. Der neue Vorstandsvorsitzende Peter Bauer hatte im Juli angekündigt, in Deutschland 2.000 Stellen streichen zu wollen. (27.10.2008/ac/n/m)


 

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