Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der
DAX ist mit deutlich roten Vorzeichen in die Sitzung gestartet. Das Minus ist allerdings einzig und alleine der hoch gewichteten Volkswagen-Aktie geschuldet.
Aktuell verliert das Aktienbarometer 3,04 Prozent auf 4.676,79 Indexpunkte. Zeitweise belief sich der Abschlag auf mehr als 7 Prozent. Der MDAX gewinnt dagegen 4,72 Prozent und notiert bei 5.099,89 Zählern.
Die Wall Street hat am Vorabend trotz schwacher Konjunkturdaten massive Gewinne eingefahren. Händler verwiesen auf eine gewisse Erholungsstimmung, die sich bei den Anlegern breit gemacht hatte. Außerdem geht man im Markt davon aus, dass die Fed heute den Leitzins erneut deutlich senken wird. Der Dow Jones gewann ebenso wie der S&P 500 mehr als 10 Prozent. In Tokio sprang der Nikkei-Index heute um mehr als 7 Prozent.
Die Aktie des Wolfsburger Autobauers Volkswagen bricht nach der fulminanten Kursrallye der vergangenen Tage um rund 46 Prozent ein und reißt den DAX damit in die Tiefe. Vor dem Hintergrund der jüngsten Kursentwicklung in der VW-Stammaktie hat die Deutsche Börse beschlossen, das Gewicht des Papiers ab der kommenden Woche auf 10 Prozent zu deckeln. Zum gestrigen Handelsende hatte der Wert ein Gewicht von 27 Prozent im DAX.
Die übrigen 29 im DAX gelisteten Werte können dagegen durchweg zulegen. An der Indexspitze ziehen Siemens um gut 18 Prozent an. Nur knapp dahinter folgen Daimler, E.ON und BASF. Papiere der HRE gewinnen rund 9 Prozent. Der angeschlagene Immobilienfinanzierer meldete heute, dass die Verträge über die Anfang Oktober angekündigten Liquiditätslinien derzeit endverhandelt werden. Um in der Zwischenzeit den kurzfristigen Liquiditätsbedarf sicherzustellen, habe man beim Finanzmarktstabilisierungs-Fonds eine Liquiditätsgarantie beantragt.
Bayer gewinnen im Mittelfeld gut 10 Prozent. Der Pharmakonzern konnte Umsatz und das um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsergebnis im dritten Quartal jeweils leicht steigern. Zudem hält man an seinen Zielen für das laufende Jahr fest. Die Aktie der Deutschen Lufthansa legt fast 7 Prozent zu. Die Kranichlinie hat heute detaillierte Zahlen für die ersten neun Monate auf den Tisch gelegt.
Im MDAX rücken Krones um knapp 6 Prozent vor. Wie heute bekannt wurde, konnte der Abfüllanlagenhersteller in den ersten drei Quartalen trotz der herausfordernden konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Umsatz- und Ergebnisanstieg verbuchen. An der Indexspitze machen sich HUGO BOSS mit einem Plus von mehr als 12 Prozent breit. Rote Vorzeichen sind bei Pfleiderer und der Hannover Rück auszumachen. elexis verlieren im SDAX nach der Vorlage endgültiger Geschäftszahlen ein knappes Prozent.
Unternehmensmeldungen:
Der Pharmakonzern Bayer AG (
ISIN DE0005752000 /
WKN 575200 ) gab heute bekannt, dass er nach einer robusten Performance im dritten Quartal an seinen Zielen für das laufende Jahr festhält. Den Angaben zufolge erhöhte sich der Umsatz im dritten Quartal um 2,0 Prozent. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht dies einem Anstieg um 5,1 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) ging um 6,5 Prozent zurück. Nach Sondereinflüssen erhöhte sich das EBIT leicht um 1,0 Prozent. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie stieg auf 0,85 (Vorjahr: 0,81) Euro. Der Jahresausblick für 2008 wird bestätigt.
Die Merck KGaA (
ISIN DE0006599905 /
WKN 659990 ) hat die Exklusivlizenz zur Vermarktung des monoklonalen Antikörpers ASONEP erhalten. Dies gab der Pharmakonzern heute bekannt. In diesem Zusammenhang habe Merck KGaA und ihre Sparte Merck Serono mit dem US-Unternehmen Lpath Inc. (
ISIN US5489101080 /
WKN A0MLTX ) eine weltweite Allianz zur Entwicklung und Vermarktung des in der klinischen Versuchsphase I befindlichen Antikörpers geschlossen. Beim Erreichen bestimmter Zulassungs- und Umsatzziele könnten sich die Zahlungen auf bis zu 422 Mio. Dollar belaufen. Der monoklonale Antikörper ASONEP wird derzeit auf die Behandlung bestimmter Tumorarten untersucht.
Die Deutsche Lufthansa AG (
ISIN DE0008232125 /
WKN 823212 ) musste in den ersten neun Monaten 2008 einen deutlichen Ergebnisrückgang verbuchen. Wie der Luftfahrtkonzern heute erklärte, lag der Konzernumsatz um 13,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Konzernergebnis sank dagegen deutlich. Allerdings war im Vorjahr der Gewinn aus dem Verkauf der Thomas Cook-Anteile und dem Aktienrückkauf durch die WAM Acquisition S.A. enthalten. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet der Vorstand einen über dem Vorjahr liegenden Umsatz. Der Konzern wird nach heutigem Erkenntnisstand ein operatives Ergebnis von rund 1,1 Mrd. Euro erwirtschaften, hieß es weiter.
Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Holding AG (HRE) (
ISIN DE0008027707 /
WKN 802770 ) meldete heute, dass die Verträge mit einem deutschen Finanzkonsortium, der Deutschen Bundesbank und dem Bundesfinanzministerium über die am 6. Oktober angekündigten Liquiditätslinien in einem Gesamtumfang von 50 Mrd. Euro derzeit endverhandelt werden. Die vollständige Bereitstellung der Liquiditätslinien soll bis Mitte November erfolgen. Um in der Zwischenzeit den kurzfristigen Liquiditätsbedarf der Hypo Real Estate Group auch vor dem Hintergrund der jüngsten Marktentwicklungen sicherzustellen, habe die Gruppe gestern beim Finanzmarktstabilisierungs-Fonds (SoFFin) einen Antrag auf Garantiestellung für eine Liquiditätsbereitstellung durch die Deutsche Bundesbank in Höhe von 15 Mrd. Euro gestellt. Zudem wird die Gruppe den Angaben zufolge einen Antrag auf weitergehende, umfassende Unterstützung - einschließlich etwaiger Kapitalmaßnahmen - beim SoFFin stellen.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Kursentwicklung in der Stammaktie der Volkswagen AG (
ISIN DE0007664005 /
WKN 766400 ) hat die Deutsche Börse AG (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) eine außerordentliche Anpassung der DAX-Indexgewichtung beschlossen. Wie der Börsenbetreiber am Dienstagabend mitteilte, wird die im Index-Leitfaden zu den regulären Verkettungsterminen vorgesehene Kappungsgrenze von 10 Prozent für die VW-Aktie außerordentlich zum Handelsstart auf den 3. November vorgezogen. Zum Handelsende am gestrigen Dienstag hatte Volkswagen ein Gewicht von 27 Prozent.
Der Abfüllanlagenhersteller Krones AG (
ISIN DE0006335003 /
WKN 633500 ) verbuchte in den ersten drei Quartalen trotz der herausfordernden konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 12,5 Prozent. Das Nachsteuerergebnis kletterte im Vorjahresvergleich um 31,3 Prozent. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Krones ein Umsatzplus am oberen Ende der Prognose von 5 bis 10 Prozent. Die Umsatzrendite vor Steuern (EBT-Marge) soll sich 2008 weiter verbessern (Vorjahr: 7,1 Prozent). Angesichts der Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise hält sich Krones für das Fiskaljahr 2009 mit einer Prognose zurück.
Die elexis AG (
ISIN DE0005085005 /
WKN 508500 ) hat heute die endgültigen Geschäftszahlen für die ersten drei Quartale vorgelegt. Demnach konnten Umsatz und EBIT deutlich verbessert werden. Beim Periodenergebnis wurde ein leichter Anstieg ausgewiesen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern einen Umsatz im Bereich von 172 Mio. Euro bis 177 Mio. Euro. Bei der EBIT-Marge wird ein Wert zwischen 14 und 15 Prozent erwartet. (29.10.2008/ac/n/m)