Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte sind überwiegend mit Kursgewinnen in die neue Woche gestartet. Der
DAX kann aktuell 2,36 Prozent zulegen und notiert bei 4.894,17 Indexpunkten.
Beim MDAX ist ein Aufschlag von 2,32 Prozent auf 5.545,59 Zähler auszumachen. Die Wall Street hat am Freitag schwächer geschlossen, allerdings lassen die US-Futures auf einen starken Auftakt der New Yorker Leitbörse schließen. Ferner wurden aus Asien teils deutliche Gewinne gemeldet.
Im Finanzsektor legen die Deutsche Bank und die HRE jeweils rund 4 Prozent zu. Papiere der Commerzbank geben indes leicht ab. Das Bundeskabinett hat heute die Verordnung zur Umsetzung des Gesetzes zur Stabilisierung der Finanzmärkte beschlossen. Nach Angaben des Finanzministeriums sind die Banken-Hilfen an strenge Auflagen geknüpft. So wurde eine Höchstgrenze von 10 Mrd. Euro für die Kapitalspritze bei einem einzelnen Kreditinstitut und von 5 Mrd. Euro für den Ankauf von Risikopapieren festgelegt. Zudem gelten eine Begrenzung der jährlichen Managergehälter auf 500.000 Euro und in der Regel ein Verzicht auf Boni. Ferner dürfen für die Dauer der staatlichen Hilfe keine Dividenden ausgeschüttet werden.
Zu den Favoriten zählen ferner die beiden Energieriesen E.ON und RWE mit Zuwächsen von 8 bzw. gut 5 Prozent. Deutlich fester präsentieren sich daneben K+S, Daimler und Siemens. Die Aktie der Deutschen Börse liegt mit 4 Prozent im Plus. Wie am Sonntag bekannt wurde, hat Kurt Viermetz mit Wirkung zum 8. Dezember sein Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft erklärt. Anteilsscheine von METRO gewinnen fast 3 Prozent. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Einzelhandelskonzern die Suche nach einem Käufer für die Warenhaustochter Kaufhof eingestellt hat. Auf der anderen Seite knicken Papiere von Volkswagen um gut 9 Prozent ein. Titel der Deutschen Lufthansa verlieren 1 Prozent.
Im MDAX gewinnen Premiere an der Spitze 10 Prozent. Auf den Plätzen folgen Wacker Chemie und Fresenius. Titel der Hannover Rück bilden mit -1,5 Prozent das Schlusslicht. Im SDAX sacken Papiere des Automobilzulieferers ElringKlinger, der seine Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr nach unten revidiert hat, um fast 10 Prozent ab.
Unternehmensmeldungen:
Der Einzelhandelskonzern METRO AG (
ISIN DE0007257503 /
WKN 725750 ) hat einem Pressebericht zufolge die Suche nach einem Käufer für die Warenhaustochter Kaufhof eingestellt. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" sei niemand bereit gewesen, die geforderten 3,1 Mrd. Euro für die insgesamt 113 Standorte zu bezahlen. Die von dem Einzelhandelskonzern beauftragte Großbank JPMorgan Chase & Co. (
ISIN US46625H1005 /
WKN 850628 ) habe inzwischen ihre Bemühungen um einen Käufer für Karstadt eingestellt, schreibt die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf mehrere Geschäftspartner des Düsseldorfer Einzelhändlers. Ein METRO-Sprecher wollte sich zum Stand des Kaufhof-Bieterverfahrens nicht äußern. Auch über den für 2010 angekündigten Verkauf der SB-Warenhauskette Real - falls diese keinen Turnaround schafft - werde inzwischen in der Konzernleitung kontrovers diskutiert, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Insider. Selbst die Pläne rund um den geplanten Börsengang der Konzerntochter Mediamarkt/Saturn seien womöglich hinfällig.
Die Deutsche Börse AG (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) meldete am Sonntag, dass Kurt Viermetz mit Wirkung zum 8. Dezember 2008 sein Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft erklärt hat. Dazu sagte Viermetz: "Der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG hat unter meiner Führung den Prozess zur turnusmäßigen Neubesetzung des Aufsichtsgremiums eingeleitet. Entsprechend den Regeln der guten Unternehmensführung (Corporate Governance) hat der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats seine Tätigkeit im Sommer 2008 aufgenommen. Für mich stand in diesem Zusammenhang seit langem bereits der Entschluss fest, mit Erreichen des 70. Lebensjahres mein Aufsichtsratsmandat auslaufen zu lassen und meine Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates in wiederum geeignete Hände zu übergeben. Die Tätigkeit des Nominierungsausschusses verläuft konstruktiv und erfolgreich. In einigen Wochen wird der Ausschuss seine Vorschläge für die Neuwahl des Aufsichtsrates in der Hauptversammlung der Deutsche Börse AG im Mai 2009 vorlegen."
Der Automobilzulieferer ElringKlinger AG (
ISIN DE0007856023 /
WKN 785602 ) hat angesichts der eingetrübten Automobilkonjunktur seine Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr nach unten revidiert. Wie der Konzern am Sonntag erklärte, soll der Konzernumsatz das organische Niveau des Vorjahres von 607,8 Mio. Euro wieder erreichen. Zuvor hatte der Konzern noch ein organisches Umsatzplus von 5 bis 7 Prozent in Aussicht gestellt. Insgesamt wird für 2008 - inklusive der Beiträge durch die jüngste Akquisition der Schweizer SEVEX-Gruppe und der Beteiligungserhöhung an ElringKlinger Marusan - ein Anstieg des Konzernumsatzes von 9,0 bis 10,0 Prozent erwartet. Der bereinigte Konzerngewinn (nach Anteilen Dritter) 2008 wird insgesamt bei 55,0 bis 56,0 Mio. Euro erwartet, nach 67,2 Mio. Euro im Vorjahr. Bisher hatte ElringKlinger mit einem im Vergleich zum organischen Konzernumsatzzuwachs überproportionalen Anstieg des bereinigten Konzerngewinns gerechnet.
Die Colonia Real Estate AG (CRE) (
ISIN DE0006338007 /
WKN 633800 ) hat ein umfassendes Programm zur Kostenreduktion und Effizienzsteigerung gestartet. Wie der Immobilienkonzern heute erklärte, will er damit die allgemeinen Verwaltungskosten um mindestens 50 Prozent reduzieren. Wesentliche Bausteine des anlaufenden Kostenprogramms sind die weitgehende Zusammenlegung und Restrukturierung von Tochtergesellschaften des Konzerns, eine Reduktion der allgemeinen Verwaltungskosten sowie erhebliche Einsparungen bei den externen Beratungskosten. Für das aktuelle Marktumfeld sieht sich die CRE aufgrund einer soliden Eigenkapitalquote von 32 Prozent und erst kürzlich erfolgreich umgesetzter Refinanzierungsmaßnahmen gut gerüstet. (20.10.2008/ac/n/m)