Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach der fulminanten Kursrallye am Freitag realisieren die deutschen Marktteilnehmer zum Wochenauftakt Gewinne. Der
DAX liegt aktuell mit 0,03 Prozent im Minus und notiert bei 6.187,67 Indexpunkten.
Beim MDAX ist ein Abschlag von 0,54 Prozent auf 7.777,01 Zähler auszumachen.
Die Wall Street ist am Freitag deutlich fester aus dem Handel gegangen. Im Fokus stand weiter die Finanzmarktkrise, zu deren Abwendung die US-Regierung ein umfassendes Rettungspaket angekündigt hat. Insgesamt soll sich das Paket auf 700 Mrd. Dollar belaufen. Die asiatischen Börsen haben heute mit kräftigen Gewinnen reagiert. In Tokio legte der Nikkei-Index 1,4 Prozent zu. Der Shanghai Composite schoss um mehr als 7 Prozent in die Höhe.
Finanzwerte können dabei an die starke Entwicklung vom Freitag anknüpfen, nachdem die Bafin ein vorläufiges Verbot von Leerverkäufen auf einige Finanzaktien ausgesprochen hat. An der Indexspitze gewinnen Titel der HRE gut 2 Prozent. Die Aktie der Allianz liegt mit 1,2 Prozent im Plus. Leichte Aufschläge sind bei der Deutschen Bank auszumachen. Der Konzern gab heute bekannt, zur Finanzierung des Erwerbs einer Minderheitsbeteiligung an der Deutschen Postbank eine Kapitalerhöhung im Volumen von rund 2 Mrd. Euro durchzuführen.
Papiere des Indexneulings K+S rücken an zweiter Stelle um 1,7 Prozent vor. Verstärkt gesucht sind außerdem Anteilsscheine von ThyssenKrupp und E.ON. Merck verlieren indes mehr als 2 Prozent, obwohl der Pharmakonzern positive Studiendaten veröffentlicht hat. Continental geben ebenfalls über 2 Prozent ab. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Chef des weltgrößten Reifenherstellers Michelin Interesse an der Reifensparte von Continental bekundet hat. Unter Druck stehen daneben insbesondere Bayer, BMW und BASF.
Im MDAX bilden Titel der Aareal Bank mit +5 Prozent die Indexspitze. Papiere des DAX-Absteigers TUI legen 1,4 Prozent zu. Bei Wacker Chemie schlägt ein sattes Minus von fast 4 Prozent zu Buche.
Unternehmensmeldungen:
Die Deutsche Bank AG (
ISIN DE0005140008 /
WKN 514000 ) gab heute bekannt, dass sie mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen hat, eine Kapitalerhöhung durchzuführen, mit der ein Bruttoemissionserlös von ca. 2,0 Mrd. Euro erzielt werden soll. Den Angaben zufolge dient die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Erwerbs einer Minderheitsbeteiligung an der Deutsche Postbank AG (
ISIN DE0008001009 /
WKN 800100 ) in Höhe von 29,75 Prozent von der Deutsche Post AG (
ISIN DE0005552004 /
WKN 555200 ) und zur Aufrechterhaltung der starken Eigenkapitalausstattung auch nach Durchführung des Erwerbs.
Der Pharmakonzern Merck KGaA (
ISIN DE0006599905 /
WKN 659990 ) hat heute positive Studiendaten in Zusammenhang mit der neuen Formulierung des Medikaments Rebif bei Patienten mit Multipler Sklerose veröffentlicht. Demnach habe die laufende IMPROVE-Studie für Rebif ihren primären Endpunkt erreicht. Das vorrangige Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit der neuen Formulierung von Rebif im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit aktiver schubförmig remittierender Multipler Sklerose (MS) anhand kernspintomographischer Untersuchungen (MRT-Scans) nach 16-wöchiger Behandlung zu untersuchen.
Der Chef des weltgrößten Reifenherstellers Compagnie Générale d. Etablissements Michelin SCPA (
ISIN FR0000121261 /
WKN 850739 ) hat in einem Interview Interesse an der Reifensparte der Continental AG (
ISIN DE0005439004 /
WKN 543900 ) bekundet. Sollte sich im Zuge der Schaeffler-Übernahme die Gelegenheit zum Kauf bieten, "würden wir sie mit großer Aufmerksamkeit prüfen, auch wenn es kartellrechtliche Probleme geben könnte", sagte Michel Rollier im Gespräch mit der "WirtschaftsWoche". Wie der Vorstandschef weiter ausführte, wolle Michelin künftig seine Geschäftsaktivitäten verstärkt in Schwellenländern ausbauen.
Die Personalberatungsgesellschaft Egon Zehner International soll einem Pressebericht zufolge im Auftrag der Großaktionäre der Deutsche Börse AG (
ISIN DE0005810055 /
WKN 581005 ) neue Mitglieder für das Kontrollgremium des Börsenbetreibers ausfindig machen. Laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" werden in diesem Zusammenhang bis zu fünf neue Mitglieder für den Aufsichtsrat der Deutschen Börse gesucht. Weder der britische Fonds The Children's Investment (TCI) noch der US-Fonds Atticus, die gemeinsam 19,3 Prozent an der Deutschen Börse halten, wollten sich dazu äußern. Die beiden Finanzinvestoren versuchen schon seit längerer Zeit, den Börsenbetreiber in Einzelteile aufzuspalten und zu verkaufen.
Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Münchener Rück) (
ISIN DE0008430026 /
WKN 843002 ) plant in Zusammenhang mit der Krise an den internationalen Finanzmärkten massive Preiserhöhungen durchsetzen. In einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" erklärte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek, dass der Rückversicherer nun großflächig "Preiserhöhungen mit deutlich zweistelligen Prozentsätzen" in den Verhandlungen für 2009 durchsetzen wolle. Dabei habe die Kreditkrise sowie der Beinahe-Zusammenbruch der American International Group Inc. (AIG) (
ISIN US0268741073 /
WKN 859520 ) eine Situation geschaffen, die das gesamte Umfeld für die Branche verändert habe: "Wir haben im Rückversicherungsmarkt eine ähnliche Situation wie nach dem 11. September 2001", erklärte Jeworrek gegenüber der Wirtschaftszeitung.
Die MAN AG (
ISIN DE0005937007 /
WKN 593700 ) geht für das Jahr 2009 trotz schwieriger Rahmenbedingungen von einem weiteren Anstieg beim Auftragseingang im Nutzfahrzeugsegment aus. "Einerseits haben wir die Auswirkungen der Finanzkrise zu verkraften. Andererseits dürfte die Nachfrage im Mittleren Osten oder in Russland weiter steigen. Dazu kommen die jüngsten Preisrückgänge bei Öl oder Stahl. Das hilft sicher. So können wir derzeit davon ausgehen, dass unser Auftragseingang 2009 wieder steigen wird", erklärte MAN-Nutzfahrzeuge-Spartenchef Karl Viktor Schaller in einem Interview mit der Wirtschafszeitung "EURO am Sonntag". (22.09.2008/ac/n/m)