Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach dem gestrigen Kurseinbruch hat der deutsche Aktienmarkt technisch bedingt deutlich fester eröffnet. Inzwischen mehren sich aber bereits wieder die Pessimisten.
Für den
DAX geht es aktuell noch um 0,22 Prozent nach oben auf 5.398,65 Indexpunkte. Dagegen fällt der MDAX bereits um 0,07 Prozent zurück auf 6.127,59 Zähler. Die Wall Street ist am Vorabend kräftig unter die Räder gekommen. In den letzten zwei Handelsstunden waren aber erste Erholungstendenzen auszumachen. Der Dow Jones gab schließlich 3,6 Prozent ab. Der japanische Nikkei-Index fiel heute in Tokio zwischenzeitlich unter die 10.000er Marke.
Nach der gestrigen Gewinnwarnung machen die Anleger nach wie vor einen weiten Bogen um SAP. Aktuell verliert der Wert knapp 10 Prozent. Im Finanzsektor bröckeln die Commerzbank um 7,8 Prozent und die Deutsche Bank um 5,3 Prozent ab. Hier dürften insbesondere die enttäuschenden Zahlen der Bank of America belasten.
Leicht grüne Vorzeichen sind bei Papieren der Münchener Rück auszumachen, nachdem der Rückversicherer seine mittelfristigen Planziele bekräftigt hat. An der DAX-Spitze gewinnen Titel der HRE gut 5 Prozent. Gestern ging es hier allerdings um rund 37 Prozent in die Tiefe. Auf den Plätzen folgen die Deutsche Börse mit +3,6 Prozent, Linde mit +3,1 Prozent und Infineon mit +2,8 Prozent. Unbeeindruckt von allen Kapriolen an den Märkten zieht die Volkswagen-Aktie ihre Bahnen. Der Wert gewinnt 2,6 Prozent und näher sich damit wieder der 300-Euro-Marke.
Im MDAX befindet sich die Premiere-Aktie mit einem Abschlag von mehr als 11 Prozent weiter im freien Fall. Tognum geben trotz eines Großauftrags zur Lieferung von 130 Dieselmotoren rund 1 Prozent ab. An der Indexspitze rücken Wacker Chemie um über 4 Prozent vor.
Unternehmensmeldungen:
Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Münchener Rück) (
ISIN DE0008430026 /
WKN 843002 ) hat ihre mittelfristigen Planziele bekräftigt. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Rückversicherers hervorgeht, geht man bis zum Jahr 2010 von einem Gewinn oberhalb der Marke von 18 Euro je Aktie aus. Auch an dem Ziel einer risikoadjustierten Eigenkapitalrendite (RoRaC) von nachhaltig mindestens 15 Prozent hält der Konzern weiter fest.
Der Geschäftsbereich Engines der Tognum AG (
ISIN DE000A0N4P43 /
WKN A0N4P4 ) hat einen weiteren Auftrag an Land gezogen. Wie der Konzern heute erklärte, werde man im Auftrag der Voith Turbo Lokomotivtechnik GmbH & Co. KG in Kiel für die Lieferung von insgesamt 130 Dieselmotoren des Typs 8V 4000 R43 verantwortlich zeichnen. Die 1.000 kW (1.360 PS) starken Motoren werden von dem in Kiel ansässigen Lokomotivenhersteller in die neuen Rangierlokomotiven des Typs Gravita 10BB eingebaut. Finanzielle Einzelheiten des Auftrags wurden nicht bekannt gegeben.
Der geplante Verkauf der Tochter Hapag-Lloyd könnte der TUI AG (
ISIN DE000TUAG000 /
WKN TUAG00 ) möglicherweise deutlich weniger Geld in die Kassen spülen als zunächst geplant. Einer der größten TUI-Aktionäre äußerte sich in einem Interview mit der Tageszeitung "DIE WELT" (Onlineausgabe) erstmals skeptisch über die Aussichten: "Ich erwarte nicht, dass TUI im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld einen akzeptablen Preis für Hapag-Lloyd bekommen wird", sagte Tor Olav Trøim gegenüber der Zeitung. Er ist Partner des norwegischen TUI-Großaktionärs John Fredriksen. TUI-Chef Michael Frenzel solle daher über ein Verschieben des Verkaufs nachdenken.
Die Billigfluglinie Air Berlin plc (
ISIN GB00B128C026 /
WKN AB1000 ) gab heute bekannt, dass sie in den ersten neun Monaten dieses Jahres 2,9 Prozent mehr Passagiere befördert hat als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Den Angaben zufolge flogen von Januar bis September insgesamt 22.107.115 Gäste mit Air Berlin, in 2007 waren es 21.482.622. Die kumulierte Auslastung stieg im gleichen Zeitraum von 77,7 Prozent auf 79,3 Prozent. Im Monat September 2008 verbesserte Air Berlin erneut den Erlös pro Sitzplatzkilometer ("Yield per ASK"). Dieser erhöhte sich um 12,1 Prozent auf 5,96 Eurocent. (07.10.2008/ac/n/m)