Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt orientiert sich am Mittwochmorgen nach der starken Vortagesentwicklung wieder nach unten. Der
DAX verliert aktuell 0,83 Prozent auf 6.464,49 Punkte.
Der MDAX büßt gleichzeitig 0,95 Prozent ein auf 8.662,55 Zähler. Die Wall Street ist gestern zunächst mit deutlichen Aufschlägen in den Handel gegangen. Die Indizes schlossen letztendlich aber im Minus. Ölwerte verbuchten angesichts des rückläufigen Ölpreises deutliche Einbußen. Schwach präsentierten sich außerdem Technologiewerte. Ungeachtet dessen wurden aus Tokio heute grüne Vorzeichen gemeldet.
Die Aktie der Deutschen Postbank liegt mit einem Abschlag von 1,3 Prozent im unteren DAX-Drittel. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Verkauf des Finanzkonzerns durch die Konzernmutter Deutsche Post immer unwahrscheinlicher wird. Papiere der Deutschen Post verlieren 0,6 Prozent. Am Indexende finden sich Siemens mit -2 Prozent, gefolgt von ThyssenKrupp und Henkel.
Gegen den Trend rücken Infineon um 2 Prozent vor. Einem Zeitungsartikel zufolge verhandelt der Chiphersteller mit Hochdruck über den Verkauf seiner hoch defizitären Speicherchiptochter Qimonda. Derzeit spreche der Konzern mit drei möglichen Käufern. Leichte Gewinne sind daneben lediglich noch bei FMC auszumachen. Continental und die Commerzbank tendieren knapp behauptet.
Im MDAX knüpfen IVG unterdessen nahtlos an die kräftigen Vortagesverluste an. Der Titel gibt aktuell mehr als 5 Prozent ab. Spürbar unter Druck stehen mitunter auch HOCHTIEF, ProSiebenSat.1 und K+S. An der Spitze legen Arcandor 1,4 Prozent zu.
Unternehmensmeldungen:
Der Halbleiterhersteller Infineon Technologies AG (
ISIN DE0006231004 /
WKN 623100 ) arbeitet mit Hochdruck an einem Verkauf seiner Mehrheitsbeteiligung an der defizitären Tochter Qimonda AG (
ISIN US7469041013 /
WKN A0KEAT ). Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, werde derzeit mit drei Kaufinteressenten gesprochen: Dabei handele es sich unter anderem um den amerikanischen Speicherchiphersteller Micron Technology Inc. (
ISIN US5951121038 /
WKN 869020 ) sowie die japanische Elpida Memory Inc. (
ISIN JP3167640006 /
WKN A0DK2L ). Dabei gelte Micron Technologies als Favorit für eine Übernahme der 77,5-prozentigen Beteiligung an Qimonda. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung will Infineon angesichts der nach wie vor angespannten Lage bei Qimonda den Verkauf der Qimonda-Beteiligung bereits in den kommenden Wochen abschließen.
Der Verkauf der Deutsche Postbank AG (
ISIN DE0008001009 /
WKN 800100 ) durch die Konzernmutter Deutsche Post AG (
ISIN DE0005552004 /
WKN 555200 ) wird einem Pressebericht zufolge immer unwahrscheinlicher. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, habe die Börse die Verschiebung des Verkaufs durch die Deutsche Post bereits eingepreist. Das mit 14,5 Millionen Klienten größte Privatkundeninstitut Deutschlands war gestern gerade noch 7,2 Mrd. Euro wert. Der Verkaufsprozess laufe bislang ungehindert weiter, sämtliche Beteiligten drängten aber auf eine Entscheidung. Als Interessenten für die Deutsche Postbank kommen den Angaben zufolge nach wie vor die Deutsche Bank AG (
ISIN DE0005140008 /
WKN 514000 ), die spanische Großbank Banco Santander S.A. (
ISIN ES0113900J37 /
WKN 858872 ) sowie der niederländische Allfinanzkonzern ING Groep N.V. (
ISIN NL0000303600 /
WKN 881111 ) in Frage. Die Commerzbank AG (
ISIN DE0008032004 /
WKN 803200 ) dürfte nach der Übernahme der Dresdner Bank jedoch in diesem Jahr nicht mehr für ein Gebot zur Verfügung stehen. Eine Dreier-Fusion zwischen Commerzbank, Dresdner und Postbank war bislang politisch erwünscht. Denkbar ist nach Angaben der Zeitung, dass die Bundesregierung, die bis Ende 2008 ein Veto gegen den Postbank-Verkauf einlegen kann, darauf spekuliert, dass eine solche Dreier-Fusion 2009 machbar sein könnte, wenn Dresdner und Commerzbank ihren Zusammenschluss verdaut haben.
Der Immobilienkonzern DIC Asset AG (
ISIN DE0005098404 /
WKN 509840 ) gab heute bekannt, dass er im Rahmen mehrerer Transaktionen sechs Gewerbe-Immobilien mit einer Gesamtfläche von rund 17.000 Quadratmetern und einem Gesamtvolumen von rund 27 Mio. Euro verkauft hat. Den Angaben zufolge befinden sich die Immobilien in guten Lagen in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Mannheim und Bensheim. Von dem Gesamtvolumen entfallen auf die DIC Asset AG dabei 16,7 Mio. Euro. Für den überwiegenden Anteil ist mit einer Realisierung des entsprechenden Ergebnisbeitrags noch im dritten Quartal 2008 zu rechnen, hieß es. (03.09.2008/ac/n/m)