DAX am Morgen: Schwach, TUI und Deutsche Post verst.


04.09.08 10:18
Meldung
 
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem freundlichen Auftakt haben inzwischen die Bären das Ruder übernommen. Der DAX verliert aktuell 0,56 Prozent und notiert bei 6.431,48 Indexpunkten.
Gleichzeitig kommt der MDAX um 0,58 Prozent zurück auf 8.505,89 Zähler. Die amerikanischen Börsen haben am Vorabend durchwachsen geschlossen. Im Fokus stand vor allem der Konjunkturbericht Beige Book. Hier wurde eine weitere Abschwächung der Wirtschaftsaktivitäten gemeldet. In Tokio ging es heute recht deutlich abwärts. Im weiteren Handelsverlauf stehen zahlreiche Konjunkturtermine auf dem Programm. Neben der Zinsentscheidung der EZB erwarten die Anleger insbesondere einige wichtige US-Arbeitsmarktdaten.

Die Aktie von TUI verliert 1,6 Prozent. Wie die Deutsche Börse am Vorabend mitteilte, wird der Reise- und Schifffahrtskonzern zum 22. September aus dem DAX genommen und durch den Düngemittelkonzern K+S (-0,6 Prozent) ersetzt. Ferner belastet ein Pressebericht, demzufolge der geplante Zusammenschluss der Billigflugtöchter von TUI, der Deutschen Lufthansa (-1 Prozent) sowie von Thomas Cook möglicherweise zu scheitern droht.

Anteilsscheine der Deutschen Post geben 1,3 Prozent ab und finden sich so ebenfalls mit im unteren DAX-Drittel. Hier steht ein Zeitungsartikel im Blick, laut dem sich das hochdefizitäre Expressgeschäft des Logistikkonzerns in Nordamerika seit Monaten noch schlechter als ursprünglich erwartet entwickelt, was wiederum die Kooperationsverhandlungen mit dem Konkurrenten UPS verzögert.

Im Automobilsektor fallen Daimler um 1,2 Prozent zurück. Wie am Vorabend bekannt wurde, verzeichnete der Konzern in den USA bei der Kernmarke Mercedes-Benz im August einen deutlichen Absatzrückgang. Die beiden Mitbewerber Volkswagen (-0,9 Prozent) und BMW (-0,2 Prozent) veröffentlichten indes leicht steigende US-Absatzzahlen. An der DAX-Spitze machen sich Merck mit +0,7 Prozent breit, gefolgt von SAP und Continental.

DEUTZ gewinnen 1,2 Prozent, obwohl der Motorenhersteller Mitte September seinen Platz im MDAX mit dem Bau- und Maschinenkonzern BAUER (-3,2 Prozent) im SDAX tauschen wird.

Unternehmensmeldungen:

Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055 / WKN 581005 ) hat am Mittwoch über Veränderungen in ihren Aktienindizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX mit Wirkung zum 22. September entschieden. Demnach wird der Düngemittelkonzern K+S AG (ISIN DE0007162000, WKN 716200) in den DAX aufgenommen und ersetzt dort den Schifffahrts- und Touristikkonzern TUI AG. Außerdem wird die BAUER AG (ISIN DE0005168108 / WKN 516810 ) in den MDAX aufgenommen. Dafür verlässt die DEUTZ AG (ISIN DE0006305006 / WKN 630500 ) den MidCap-Index. DEUTZ ersetzt im SmallCap-Index SDAX die Aktie von BAUER. Des Weiteren steigen die Centrotec Sustainable AG (ISIN DE0005407506 / WKN 540750 ) und die VTG AG (ISIN DE000VTG9999 / WKN VTG999 ) in den SDAX auf, die Interhyp AG (ISIN DE0005121701 / WKN 512170 ) und D+S Europe AG (ISIN DE0005336804 / WKN 533680 ) verlassen den Index.

Der geplante Zusammenschluss der Billigflugtöchter der Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125 / WKN 823212 ), des Reise- und Schifffahrtskonzerns TUI AG (ISIN DE000TUAG000 / WKN TUAG00 ) sowie von Thomas Cook droht einem Pressebericht zufolge möglicherweise zu scheitern. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise berichtet, verliefen die Gespräche über die angestrebte Fusion von Germanwings, TUIfly und Condor derart schleppend, dass das Dreierbündnis immer unwahrscheinlicher werde. Am Ende werde womöglich nur ein Zweierbündnis des Thomas-Cook-Ferienfliegers Condor mit einer der beiden anderen Airlines stehen.

Die Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004 / WKN 555200 ) steht einem Zeitungsbericht zufolge in den USA weiterhin vor schweren Problemen. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland", die sich bei ihren Angaben auf informierte Kreise beruft, entwickelt sich das hochdefizitäre Expressgeschäft in Nordamerika seit Monaten noch schlechter als ursprünglich erwartet, was die Kooperationsverhandlungen mit dem Konkurrenten United Parcel Service (UPS) (ISIN US9113121068 / WKN 929198 ) verzögert. Zudem bereite Post-Chef Frank Appel laut dem Bericht weitere Sanierungsschritte in den USA vor. Vor allem der Sanierungszeitplan für das DHL-Geschäft in den USA ist aus den Fugen geraten und dürfte sich um gut acht Wochen verschieben. Der Konkurrent soll ab Januar 2009 in den USA sämtliche Expressgüter und Pakete von DHL per Flugzeug transportieren. UPS erhält allein dafür jährlich 1 Mrd. Dollar von der Deutschen Post. Ein Grund für den Zeitverzug sei, dass Appel sich noch viel stärker als bislang bekannt aus Nordamerika zurückziehen wolle, berichtet die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Beraterkreise.

Die Volkswagen of America Inc., die US-Tochter der Wolfsburger Volkswagen AG (ISIN DE0007664005 / WKN 766400 ), veröffentlichte am Mittwoch leicht steigende US-Absatzzahlen für den Monat August 2008. Dabei stieg die Zahl der verkauften Autos bei Volkswagen im Berichtsmonat um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf nun 22.292 Einheiten an.

Der Automobilkonzern Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003 / WKN 519000 ) konnte im August in den USA einen leichten Absatzanstieg erzielen. Wie der Automobilhersteller am Mittwoch erklärte, wurden im Berichtsmonat insgesamt 30.931 Modelle der Marken BMW und MINI in den USA abgesetzt. Gegenüber dem Vorjahreswert konnte der Münchner Konzern dabei einen Anstieg von 1 Prozent erzielen. Bei Fahrzeugen der Kernmarke BMW wurde ein Absatzrückgang von 4,1 Prozent ausgewiesen, während man beim MINI ein Plus von 34,1 Prozent ausweisen konnte.

Der Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000 / WKN 710000 ) gab am Mittwoch die Absatzzahlen ihrer US-Tochter Mercedes-Benz USA für den Monat August 2008 bekannt. Demnach verbuchte der Automobilkonzern in den USA bei der Kernmarke Mercedes-Benz im Berichtsmonat einen Absatzrückgang um 11,8 Prozent auf 18.507 Modelle. Der Verkauf der Kleinwagen-Marke Smart hatte erst Mitte Januar 2008 begonnen. Insgesamt veräußerte der schwäbische Konzern in der Pkw-Sparte in den USA 20.927 Fahrzeuge. (04.09.2008/ac/n/m)


 

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