Paris (aktiencheck.de AG) - Nach freundlichem Beginn gingen die europäischen Börsen zur Wochenmitte mit massiven Verlusten aus dem Handel. Der schwache Start der Wall Street drückte die Indizes am Nachmittag deutlich in die Verlustzone.
Der Dow Jones
EURO STOXX 50 verlor 3,18 Prozent und schloss bei 2.404,52 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gab um 3,13 Prozent auf 2.140,04 Zähler nach. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verzeichnete ein Minus von 2,91 Prozent und schloss bei 552,87 Indexpunkten.
Auch die europäischen Länderbörsen verzeichneten kräftige Einbußen. Der österreichische ATX verlor über 6 Prozent. Dagegen zog sich der britische FTSE 100 mit einem Verlust von 1,5 Prozent noch relativ gut aus der Affäre.
In Mailand legten Aktien von UniCredit gegen den Trend knapp 2 Prozent zu. Die italienische Bankgesellschaft verbuchte im dritten Quartal trotz hoher Einmalbelastungen in Zusammenhang mit der Finanzkrise ein positives Ergebnis. Das operative Ergebnis belief sich auf 2,59 Mrd. Euro, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Minus von 8 Prozent entspricht. Der Nettogewinn sank um 54 Prozent auf 551 Mio. Euro.
Dagegen brachen Papiere von Swiss Life in Zürich um 20 Prozent ein. Der Versicherungskonzern steigerte das Prämienvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1 Prozent auf 14 Mrd. Schweizer Franken, kippte aber gleichzeitig seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Den bislang in Aussicht gestellte Reingewinn von 1,8 bis 1,9 Mrd. Franken werde man angesichts der Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten nicht erreichen. Eine konkrete Prognose blieb der Konzern jedoch schuldig.
Auch an den anderen europäischen Börsen waren es einmal mehr vor allem Finanzwerte, die massive Einbußen verzeichneten. So gaben in Paris Aktien von BNP Paribas und Société Générale jeweils um rund 5 Prozent nach. In London verzeichneten Papiere von Barclays ein Minus von 6 Prozent, Prudential brachen um fast 13 Prozent ein. Massiv unter Druck standen auch Rohstofftitel: BHP Billiton verloren 7 Prozent, Anglo American 8 Prozent.
Der Energieversorger Electricité de France meldete für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatzanstieg um 7 Prozent auf 45,6 Mrd. Euro. Zudem bestätigt EdF seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Die Aktie konnte daraufhin zunächst zulegen, rutschte aber mit dem schwachen Gesamtmarkt in die Verlustzone und schloss mit einem Minus von knapp 4 Prozent.
In Wien gewannen Aktien von A-TEC über 4 Prozent. Der österreichische Industriekonzern verzeichnete im dritten Quartal einen deutlichen Ergebnisrückgang. Dagegen stieg der Umsatz um 25,5 Prozent auf 767,0 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr erwartet A-TEC einen bereinigten EBIT-Gewinn auf Vorjahresniveau.
Zahlen meldete auch Telekom Austria. Der Konzern steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 4,0 Prozent auf 1,33 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte von 521,2 Mio. Euro auf 539,9 Mio. Euro, was einem Plus von 3,6 Prozent entspricht Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich von 257,8 Mio. Euro auf 261,7 Mio. Euro. Die Aktie verlor mit dem schwachen Markt gut 3 Prozent zu. (12.11.2008/ac/n/m)